16.01.2020 - 13:06 Uhr
EschenbachOberpfalz

Inititator der erfolgreichen Nachwuchsarbeit

Führungskräfte der Feuerwehr stürmen das Rathaus. Anlass ist die Verleihung des Feuerwehrehrenzeichens in Gold an Dieter Dunzer. Seit 40 Jahren leistet er aktiven Dienst bei den Eschenbacher Brandschützern.

Im Namen des Freistaats zeichnet Kreisbrandrat Marco Saller (rechts) Dieter Dunzer für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst aus.
von Walther HermannProfil

Zur Feier dieses Jubiläums hatte Bürgermeister Peter Lehr zu einem Ehrenabend in den Sitzungsaal geladen. Das Zeremoniell vereinte Landrat, Repräsentanten von Stadt und Stadtverband sowie Führungskräfte der Landkreisfeuerwehr und der örtlichen Brandschützer.

Seiner Laudatio stellte Lehr das Schicksal des heiligen Florian, des Schutzpatrons der Feuerwehren, voran. Dann nahm er seine Zuhörer mit auf einen kurzen Streifzug durch die Geschichte des Feuerlöschwesens. Er nannte dazu Daten wie: 564 v. Chr. Gründung einer Feuerschutztruppe nach einem Großbrand im chinesischen Sung; 1276 Steuerfreiheit für Augsburger Wasserträger im Brandfall; 1656 Großfeuer zerstört 4664 Gebäude in Aachen; 1851 erste deutsche Berufsfeuerwehr in Berlin; 1866 Entwurf einer Feuerspritze durch C. D. Magirus; 1925 Feuerwehr Moskau erhält die mit 36 Metern damals weltweit höchste Drehleiter. Das Flammenmeer in Australien nahm der Bürgermeister zum Anlass, auf die „Notwendigkeit des Bestehens von freiwilligen Feuerwehren“ zu verweisen.

Das 2018 gefeierte Jubiläum „150 Jahre Feuerwehr Eschenbach“ verband er mit einem Dank dafür, dass „unsere Frauen und Männer der Feuerwehr ihre Aufgaben stets in vorbildlicher Weise ehrenamtlich erfüllt haben“. Er sparte nicht mit Beweisen dafür, dass der Verein auch Träger des kulturellen Lebens und Botschafter Eschenbachs ist.

In 30 Jahren vorbildlicher Jugendarbeit sah er die Grundlage der Zukunftssicherung. Mit Blick auf die den zunehmenden Anforderungen angepasste Ausbildung und Ausrüstung erinnerte Lehr an die in den vergangenen Jahren getätigten Neuanschaffungen, die im Juni vergangenen Jahres mit der Lieferung eines neuen Versorgungs-Lkw ihren Höhepunkt erreichten.

Dem Dienstjubilar bescheinigte der Bürgermeister eine seit Januar 1979 andauernde feuerwehrtechnische Ausbildung, deren Qualität Dieter Dunzer mit dem Erwerb der Leistungsabzeichen I bis VI für Löschen und Technische Hilfeleistung sowie in der Ausbildung zum Atemschutzträger unter Beweis gestellt habe. Seine hohe menschliche und fachliche Kompetenz habe zudem dazu geführt, dass Dunzer 6 Jahre als stellvertretender Kommandant, seit 2013 als Leistungsprüfungsbeauftragter und insgesamt 14 Jahre als Jugendwart Verantwortung übernommen habe. „Dieter Dunzer legte den Grundstein für eine bis heute andauernde erfolgreiche Nachwuchswerbung“, versicherte Lehr. Zusammen mit drittem Bürgermeister Klaus Lehl und Stadtverbandsvorsitzendem Dieter Kies überreichte er eine Koala-Silbermünze Australiens und eine Flasche Wein mit Feuerwehrhalter sowie an Dunzers Ehefrau Ingrid Blumen.

Landrat Andreas Meier beschränkte seinen Rückblick auf Geschehnisse bei Feuerwehrehrungen auf Landkreisebene und sah in der Anwesenheit zahlreicher örtlicher Floriansjünger ein Zeichen des Dankes. Er bescheinigte ihnen, mit Einsätzen bei Feuer, Schnee und Hochwasser „Gesundheit, Leib und Leben aufs Spiel zu setzen“, und bedauerte es, dass es erst besonderer Ereignisse bedürfe, um der Öffentlichkeit Bedeutung und Stellenwert der Feuerwehr zu vermitteln.

Für nicht tolerierbar hielt Maier verbale und körperliche Angriffe auf Einsatzkräfte. Deshalb rief er dazu auf: „Wehret den Anfängen. Wir dürfen unser ehrenamtliches System nicht unterlaufen lassen.“ Der Landrat kündigte die „Ehrung besonders feuerwehrfreundlicher Betriebe“ an und appellierte an Dieter Dunzer, „Wissen und Erfahrung weiterzugeben“.

Marco Saller sah in 40 Jahren Feuerwehrdienst, zu denen er auch Aktivitäten in der Vereinsarbeit zählte, eine bewegte und prägende Zeit, in der auch Beiträge für Gesellschaft und Gemeinwesen erbracht wurden. „Das Feuerwehrehrenamt verdient höheres Ansehen und mehr Respekt“, forderte der Kreisbrandrat und begründete dies mit Beispielen „großartiger Arbeit der Einsatzkräfte“. Mit der Übergabe des Ehrenzeichens sprach er Dieter Dunzer Dank und Glückwünsche des Freistaats aus.

„Du trägst freiwillig Verantwortung für den in Not geratenen Mitmenschen“, bescheinigte Dieter Kies dem Dienstjubilar. Er gratulierte im Namen des Stadtverbandes zu der Auszeichnung und dankte wie seine Vorredner Ehefrau Ingrid, „die einen entscheidenden Beitrag zu deiner erfolgreichen Arbeit geleistet hat“.

Dieter und Ingrid Dunzer stehen (vorne) im Mittelpunkt eines Ehrenabends, der Landrat, Repräsentanten von Stadt und Stadtverband sowie Führungskräfte der Landkreisfeuerwehr und der örtlichen Brandschützer vereint.
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