Eschenbach
13.09.2018 - 14:15 Uhr

Kampf um Krone

"EuroSkills" heißt ein Wettbewerb der Berufe auf Europa-Ebene und ist vergleichbar mit Europameisterschaften auf sportlicher Ebene, zu der sich die Elite trifft. Mit dabei die Jungs von Rogers Germany aus Eschenbach.

Das Training an modularen Produktionssystemen gibt den Rogers-Jungspunden Thomas Kausler (re) und Philipp Seitz (li) den letzten Schliff, bei den EuroSkills, der Europameisterschaft der Berufe, in Budapest zu bestehen. Ausbildungsleiter Johannes Beierl (Bildmitte) steht mit Rat und Tat zur Seite. Bild: do
Das Training an modularen Produktionssystemen gibt den Rogers-Jungspunden Thomas Kausler (re) und Philipp Seitz (li) den letzten Schliff, bei den EuroSkills, der Europameisterschaft der Berufe, in Budapest zu bestehen. Ausbildungsleiter Johannes Beierl (Bildmitte) steht mit Rat und Tat zur Seite.

Sie haben sich mit dem Titel des Deutschen Vizemeisters der Mechatroniker für das Turnier in Budapest qualifiziert. Vom 26. bis 28. September kämpfen Thomas Kausler aus Gößenreuth und Philipp Seitz aus Zettlitz mit 600 Teilnehmern aus 28 Ländern um die Europameister-Krone.

Das Team Germany tritt mit 23 jungen Fachkräften aus Handwerk, Industrie und dem Dienstleistungsbereich in Ungarns Hauptstadt an. Für die Jungspunde aus Eschenbach eine spannende Aufgabe. Qualifiziert haben sich die beiden Nachwuchskräfte der Firma Rogers mit dem Gewinn der Deutschen Vizemeisterschaft im Bereich Mechatronik bei der Bildungsmesse "didacta" in Stuttgart. Nur knapp scheiterten die talentierten Rogers-Buben beim Ringen um Platz, der eine Teilnahme bei den Weltmeisterschaften in Abu Dhabi bedeutet hätte. Nun lockt Budapest die jungen Fachkräfte. Im HUNGEXPO Budapest Fair Center trifft sich ab 26. September Europas Elite zur Meisterschaft der Berufe. Für die Vertreter des Weltmarktführers in der Leistungselektronik eigentlich nichts Neues. Auch bei den Europameisterschaften in Lille/Frankreich und Göteborg/Schweden sorgten die jungen Burschen aus Eschenbach mit Top-Leistungen für Aufsehen.

Nun eifern Philipp Seitz und Thomas Kausler den Kollegen nach. Seit der Qualifikation trainieren sie intensiv, um in Budapest zu bestehen. Vergleichswettkämpfe liegen hinter ihnen, gemeinsame Trainingseinheiten mit Berufskollegen aus ganz Süddeutschland eröffneten neue Horizonte, eine Einweisung im Bundesleistungszentrum für Mechatroniker in Esslingen gewährte erste Einblicke in die EuroSkills und arbeitsfreie Tage wurden im Ausbildungszentrum des Unternehmens dazu genutzt, sich den letzten Schliff anzueignen. Deshalb fährt das Duo mit viel Optimismus in die Donaumetropole.

Doch auch mahnende Worte gibt es. Ausbildungsleiter Johannes Beierl, der das Team begleitet, dämpft die Euphorie. "Den Jungs ist viel zuzutrauen, aber mitentscheiden werden Tagesform und Glück." Im Wettbewerb das große Potential punktgenau abzurufen und bei der Verlosung der Prüfungsaufgaben einen Volltreffer zu landen, sei Glückssache. Ein weiteres Detail ist dem Ausbildungschef wichtig. Mit der Mission "EM-Gold" verbinde sich neben einem unvergesslichen Erlebnis das "Mir san mir" des Selbstwertgefühls und die Aussicht, angeeignetes Können als Karriereschub zu nutzen. Es zeige sich immer wieder, dass mit der Teilnahme an beruflichen Wettbewerben eine Triebfeder für Neuentwicklungen entstehe. Johannes Beierl erinnerte auch an den europäischen Gedanken des Wettbewerbs. "Das Kräftemessen junger Fachleute stärkt ein gemeinsames Europa." Europa könne auf Dauer nur bestehen, wenn es sich gegenüber anderen Weltzentren von Handwerk und Industrie behaupten könne.

Das Rogers-Team startet jedenfalls voller Begeisterung nach Budapest. Dort sind Kausler und Seitz allerdings an drei Prüfungstagen für jeweils sechs Stunden auf sich allein gestellt. Dann hilft nur noch das Daumendrücken von Ausbildungschef Johannes Beierl, von Personalchefin Anette Enders, die stets wohlwollend auf ihre Talente schaut und auf die vielen ungarischen Kollegen. Auch in Budapest steht ein Werk von Rogers. Selbst Landrat Andreas Meier wünschte alles Gute und viel Erfolg. Lampenfieber gibt es nicht, allenfalls Vorfreude. Das Rezept der beiden Jung-Mechatroniker lautet: "Mit Oberpfälzer Bierruhe zum Erfolg."

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