17.05.2019 - 10:02 Uhr
EschenbachOberpfalz

Kein Trickbetrug mehr bei Frauenbund-Mitgliedern

Mitdenken und nicht auf das Phänomen "Trickbetrug" hereinfallen. Mit diesem Appell wandte sich Polizeioberkommissar Martin Behrendt an den Katholischen Frauenbund Eschenbach.

Polizeioberkommissar Martin Behrendt gibt den Eschenbacher Frauen Tipps, wie sie sich gegen Trickbetrüger wehren können. Monika Stopfer vom Frauenbund dankt ihm im Namen der Vereinsmitglieder für sein Referat.
von Walther HermannProfil

Gut besucht war die Frühstücksveranstaltung des Frauenbundes im Kleintierzüchterheim. Mit vielen Fallbeispielen und unter reger Beteiligung der Zuhörer stieg Polizeioberkommissar Martin Behrendt in die „farbenprächtige“ Welt der Trickbetrüger ein, die geprägt ist von Ideenreichtum und Skrupellosigkeit. „Je mehr man über dieses Geschehen informiert ist, umso weniger besteht das Risiko, geschädigt zu werden“, versicherte er der interessierten Frauenrunde und räumte ein, dass sich Kriminalität am Telefon, an das Haustür, unterwegs und auch im ländlichen Raum breit gemacht hat und die Täter mobil geworden sind. Wie eine Frohbotschaft wirkte seine Aussage: „Im Bereich der Polizeiinspektion Eschenbach hat die Kriminalität deutlich abgenommen.“

Dem Argument, dass Senioren mehr Angst zeigen würden als die jüngere Generation, hielt er entgegen: „Deren Lebenserfahrung sollte hilfreich sein.“ Zu den Machenschaften der Trickbetrüger zählte Behrendt das Vortäuschen von Amtspersonen, den Glas-Wasser-Trick, eine vorgetäuschte Notlage, den Enkel- und den Münzgeld-Trick.

„Verlangen Sie beim Vorsprechen angeblicher Amtspersonen zuerst den Dienstausweis“, lautete sein Rat und zeigte zur Information seinen eigenen Dienstausweis. Er rief dazu auf, Anrufern, die sich mit „Hier spricht die Polizei“ und damit verbundenen Nachfragen zu Wertsachen und Geld keine Beachtung zu schenken und sofort die Polizeiinspektion (PI) darüber zu informieren. Der Referent hielt es für vorteilhaft, die Nummer der PI neben dem eignen Telefon bereitzuhalten. Ruhe zu bewahren gelte es, wenn aus irgendwelchen Gründen an der Haustür um ein Glas Wasser gebeten wird. Behrendt forderte dazu auf, keine fremde Person ins Haus zu lassen. Wenn nötig, soll man sie laut dazu auffordern, zurückzutreten und das Angebot machen, den Rettungsdienst zu informieren.

Auch das Sturmläuten an der Haustür, verbunden mit der Bitte, wegen eines Unfalls schnell telefonieren zu wollen, sollte nicht nervös machen. Hier gelte: „Tür zu und 110 oder 112 wählen.“ Der Anruf müsse dann die Angaben enthalten: Wer ruft an und wo ist was passiert? Auf Nachfragen, wie man sich verhält, wenn Autofahrer nachts dazu aufgefordert werden, anzuhalten, riet Behrendt: „Wenn kein Unfall erkennbar ist, Auto verriegeln und Fenster nur einen Spalt für Auskünfte öffnen. Wenn jemand offensichtlich verletzt auf der Straße liegt, mit dem Handy Notruf absetzen.“ Der Experte rief dazu auf, bei irrtümlich gewähltem Notruf nicht aufzulegen, sondern ihn als Irrtum zu melden. Verhaltenshinweise gab er auch für Wildunfälle. Sie lauteten: „Auto zur Seite fahren, Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anlegen, 110 wählen.“

Der Kommissar veranschauliche mit Fallbeispielen die Vorkommnisse mit dem Enkel-Trick, bei dem es die Anrufer „verdammt gut verstehen“, die Oma auszufragen und zu täuschen. Es gelte, sich von diesen Personen nicht einwickeln zu lassen. Auch als es ums liebe Geld ging, entwickelte sich die Informationsrunde zur Dialogrunde. Behrendt gab Hinweise zum richtigen Verhalten, wenn beim Geldabheben angebliche Bankmitarbeiter Wünsche äußern oder man von Unbekannten beobachtet wird. Behrendt warnte auch davor, die PIN-Nummer mit der Karte zu tragen. Größere Geldbeträge sollten nicht am einsehbaren Schalter ausgehändigt werden. Er ergänzte seine Ausführungen mit Warnhinweisen zu Taschendieben und rief dazu auf, bei Anforderungen der Bank per E-Mail, aus irgendwelchen Gründen die Geheimzahl zu nennen, den Posteingang sofort zu löschen. Auch bei Anrufern, die sich mit „Microsoft“ melden und die Eingabe bestimmter Code-Nummern verlangen, sollte aufgelegt werden. Zu den „neuesten Betrugsmaschen“, über die der Präventionsbeamte plauderte, zählten Handy-Anrufe mit der Aufforderung um Rückruf und Zeitungsinserate oder Anrufe von Pelz- oder Nähmaschinenankäufern. Behrendts Appell: „Kein Rückruf an unbekannte Handy-Nummern, und beim Besuch von Kaufinteressenten nie allein in der Wohnung sein.“

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