07.12.2018 - 14:38 Uhr
EschenbachOberpfalz

Kommt ein Wasserpark für den Rußweiher?

Mit einem kleinen Wasserpark soll im Rußweiherbad eine neue Attraktion für die Zielgruppe 12 bis 18 Jahre geschaffen werden. Dies ist der Wunsch der CSU/ÜCW-Fraktion.

Der Rußweiher soll attraktiver werden, besonders für junge Badegäste
von Walther HermannProfil

Mit Schreiben vom 24. Oktober an die Stadt beantragte die CSU/ÜCW-Fraktion die Beratung und Beschlussfassung "auf Anschaffung eines kleinen Wasserparks für den kleinen Rußweiher zur Badesaison 2019". In einer längeren Aussprache werteten alle Fraktionen einen "kleinen Wasserpark" als "Superidee" und trafen folgenden Beschluss: "Der Stadtrat stimmt vom Grundsatz her der Beschaffung eines Wasserparks zu. Eine endgültige Entscheidung wird erst getroffen, wenn weitere Detailfragen geklärt sind."

Attraktion für das Freibad

Marcus Gradl, Sprecher der CSU/ÜCW-Stadtratsfraktion, stellte dem Gremium das Vorhaben vor, mit dem für das Freibad eine neue Attraktion geschaffen werden soll. Ihm liege daran, eine "schon lange vergeblich gesuchte Sprungturm-Alternative" zu finden. Als Lösung stellte er "Wibit"-Produkte vor, die in verschiedenen Größen für unterschiedliche Wassertiefen angeboten werden. Er räumte ein, dass dieser Badespaß in der hiesigen Region noch nicht verbreitet sei und daher ein Alleinstellungsmerkmal darstellen würde. Der Wasserpark sei dafür geeignet, "überregional Badegäste anzulocken, was auch zur Belebung des Einzelhandels, der Gastronomie und der Campingplätze führen könnte". Er favorisiere das "Start-up-Modell", eine "budgetfreundliche kleine Kombination für großen Spaß". Als kleines Anschauungsmodell nannte er das Freibad Wallenfels bei Kronach mit Kletter- und Rutschbereich und einem Anschaffungspreis von circa 18 600 Euro. Schwimmwesten dienten als Sicherheitsfaktor. Die Kosten für das für den Rußweiher vorgeschlagene Modell bezifferte er auf etwa 35 000 Euro. Drei Euro könnten als Nutzungsgebühr erhoben werden. Sein Motto: "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt."

Für Peter Lehr ergaben sich mehrere Fragen: Soll die bisherige Holzplattform durch das Wibit-Modell ersetzt werden? Wie soll die Verankerung mit Betonwürfeln zu je einer halben Tonne Gewicht erfolgen? Wer übernimmt die jährlichen Arbeiten dafür? Kein grünes Licht gab der Bürgermeister für einen zweiten Bademeister, der "nicht tragbar" sei. "Wir sollten es nicht am zweiten Bademeister scheitern lassen", hielt Reinhard Wiesent (CSU) entgegen.

Als vom Ansatz her "grundsätzlich gut" wertete Thomas Ott (SPD) das Standardmodell. Er sprach von einer Superanlage und hielt als Schutz vor missbräuchlicher Nutzung eine Überwachung für erforderlich. Im Gegensatz zu manch anderen Freibädern mit klarem Wasser sah er eine Anlage im Rußweiherbad mit Risiken verbunden: Trübes Gewässer und Naturbad mit Wunsch nach Ruhe. Klärungsbedarf meldete er für die Nutzugsgebühren an. Ein nochmaliges Abkassieren im Bad stellte Hans Bscherer (FW) infrage. Gradl bezog sich auf Gespräche mit der Wasserwacht, die die Verankerung der Anlage im Rahmen von Tauchübungen vornehmen will.

Deutliche Zustimmung für den kleinen Wasserpark signalisierte auch Udo Müller (SPD). Sorgen bereiteten ihm jedoch das "verschlammte Gewässer". Aus diesem Grund warf er die Frage auf, ob die Verankerungsplatten standortsicher sind und forderte dazu ein Urteil sowie ein Gespräch mit "Wibit Sports" vor Ort. Für richtig hielt er die Schwimmwesten-Vorgabe und die Nutzungsgebühr dafür. Auch er warf das Kriterium "Ruhe" auf, das besonders bei den Badegästen neben dem Wasserwachtgebäude einen hohen Stellenwert habe.

Viele ungelöste Fragen

Ergänzend dazu sprach Franz Fuchs (SPD) von einem Naturbad mit Kinder- und Kahnbereich und einem ruhigen Erwachsenenbereich bei der Wasserwacht. Zustimmung fand er beim zweiten Bürgermeister Karl Lorenz, als er das Vorhaben als "Highlight für den Rußweiher" bezeichnete, aber auch die Frage nach Folgekosten aufwarf. Lorenz wünschte sich zudem Erfahrungswerte aus anderen Bädern. Auch beim dritten Bürgermeister Klaus Lehl warfen die Beschaffenheit des Untergrunds und die Kosten der Befestigung Fragen auf.

Marcus Gradl griff das Thema Untergrund auf und resümierte: "Am Urteil der Firma "Wibit Sports" entscheidet sich, ob wir einen kleinen Wasserpark einrichten können oder nicht." Vor dem einstimmigen Grundsatzbeschluss sprach Bürgermeister Peter Lehr von "noch vielen ungelösten Fragen".

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