Eschenbach
27.12.2018 - 14:58 Uhr

Kreisverband mit offenem Ohr

Der CSU-Kreisverband weiß, was er an den Institutionen in der Eschenbacher Region hat. Und das lässt er sie spüren.

Der CSU Kreisverband stattete der Polizeiinspektion Eschenbach einen Besuch ab und informierte sich über die aktuelle Lage und die Bedürfnisse der Behörde. Bild: sne
Der CSU Kreisverband stattete der Polizeiinspektion Eschenbach einen Besuch ab und informierte sich über die aktuelle Lage und die Bedürfnisse der Behörde.

So nutzte der CSU-Kreisverband die Weihnachtszeit, um einige Einrichtungen zu besuchen, für ihren Dienst zu danken und nach Bedürfnissen zu fragen. Unter anderem wurde der Eschenbacher Polizei ein Besuch abgestattet. So empfing der Dienststellenleiter, Polizeihauptkommissar Werner Stopfer, die Kreistagsfraktionsvorsitzenden Stephan Oetzinger, seine Stellvertreter Kreisrat Gerald Morgenstern und Bezirksrat Toni Dutz, Beisitzer Edgar Knobloch, Landtagsabgeordneten Tobias Reiß, Eschenbacher Bürgermeister Peter Lehl, Frauen-Union-Vorsitzende Monika Diertl und stellvertretenden Ortsverbandsvorsitzenden Tobias Lehl.

Oetzinger drückte der Polizei damit seine Verbundenheit aus, denn die Polizei hält das gesellschaftliche Leben aufrecht. Stopfer berichtete den Besuchern aus der Kriminalstatistik des letzten Jahres. So war eine Zunahme im Bereich der Betrugsfälle festzustellen. Besonders ärgerlich sei, dass sich Kriminelle oft als Polizisten ausgeben, was das Vertrauen in die Sicherheitsbehörde erschüttert. Sogar die Nummer der Eschenbacher Dienststelle werde vorgetäuscht. Internetbetrügereien würden ebenso auftreten. Stopfer vermutet die Urheber in der Türkei und eine Strafverfolgung gestalte sich wegen der fehlenden Kooperationsbereitschaft der Behörden vor Ort als schwierig.

Einbrüche - früher ein großes Problem - sind dagegen im Dienstgebiet rückläufig. Im Verkehrsbereich ist der Dienststellenleiter hingegen zufrieden. Zu den Aufgaben gehören nun immer häufiger die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber. Oft tauchen die Betroffenen unter oder geben psychische und physische Probleme an, die eine Reise unmöglich machen würden. Werden gut integrierte Menschen abgeschoben, reagiert die Bevölkerung meist mit Unverständnis.

Stopfer erzählte dabei von einem Fall, in der eine Familie aus Aserbaidschan nach sechs Jahren den Ausreisebescheid erhielt. Die Anerkennungsquote für die Region sei gleich Null, weshalb er sich wünscht, dass Entscheidungen schneller getroffen werden. Reiß erklärte dazu, dass die Politik durch die Einstellung von Verwaltungsrichtern und der Errichtung der Ankerzentren Maßnahmen ergriffen hat, um die Mängeln im Asylverfahren abzustellen. Der Personalstand in Eschenbach ist konstant geblieben, was auch 2019 so bleiben soll. Seit langem weicht aber die Ist-Besetzung der Dienststelle von der Soll-Besetzung ab. Stopfer wünscht deshalb mittelfristig eine Erfüllung der Personalanforderungen. Nickl befürwortete dies und meinte, dass neue Polizisten an der Basis ankommen und nicht nur in den Städten landen sollten.

Der Hauptkommissar lobte die gute Zusammenarbeit mit Behörden, Feuerwehren, dem BRK, der Politik und auch mit den Amerikanern. Geärgert habe er sich, als das neue Polizeiaufgabengesetz bekannt wurde: Der Polizei wurden Kompetenzen "angedichtet", die sie aber nicht hat. Die Baumaßnahmen am Nebengebäude sollen 900 000 Euro betragen und schon bald beginnen. Das Innere des Hauptgebäudes soll danach saniert werden. Gerne hätte man einen Übergang zwischen den Häusern errichtet, doch dann wäre die Budgetgrenze überschritten worden.

Anschließend besuchte die Delegation das Dienstgebäude des BRK am alten Krankenhaus. Geschäftsführer Sandro Galitzdörfer lobte die ehrenamtlichen Helfer und die Besetzung der Notarztversorgung betrage fast 100 Prozent. Galitzdörfer wünscht sich eine Sanierung, beklagt aber, dass es dafür offenbar kein Geld gebe. Nickl und Oetzinger wollen sich der Sache annehmen. Stellvertretender Dienststellenleiter Gerhard Müller beklagte die Parkplatzsituation, seit die Zulassungsstelle im Krankenhausgebäude einquartiert worden ist. Am Ende besichtigte der Kreisverband die Pflegeeinrichtung St. Laurentius und das Seniorenheim.

Das Team des BRK Eschenbach würde sich über eine Sanierung ihres Gebäudes freuen. Bild: sne
Das Team des BRK Eschenbach würde sich über eine Sanierung ihres Gebäudes freuen.
 
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