Der Freie-Wähler-Abgeordnete und Vorsitzende des Europaausschusses im Bayerischen Landtag, Tobias Gotthardt, sowie dessen Büroleiter Philipp Seitz waren mit ihrem „Mobilen Bürgerbüro“ in Eschenbach unterwegs, und so nutzten sie gleich noch die Gelegenheit, zusammen mit Kreisrat Karl Meier und Stadtrat Thomas Riedl die Firma Lippert zu besichtigen.
Günther Fahrnbauer führte die Besucher in einem „Schnelldurchgang“ durch die Hallen. Der Leiter des Aufgabenbereichs Finanzen vermittelte einen Überblick über die laufenden Bauarbeiten am künftigen Standort Eschenbach und den weltweiten Kundenstamm. Geschäftsführer Hubert Schug informierte die Gäste unter anderem über die bevorstehende Eröffnung eines Firmenbüros in der Partnergemeinde Eschenbach/Luzern. 364 Mitarbeiter, davon 65 Auszubildende, zähle das Unternehmen. Im Angebot „alles aus einer Hand“ sah Fahrnbauer die besondere Leistungsstärke der Firma, die Julius Lippert nach der Vertreibung aus dem Sudetenland (Karlsbad) im Jahr 1950 in Pressath gegründet hatte. Um die Kapazitäten zur Herstellung von Anlagen für die keramische Industrie und für Förder- und Automatisierungssysteme zu erhöhen, steht im Eschenbacher Gewerbegebiet Am Stadtwald nun eine Fertigungs- und Lagerhalle mit einer Fläche von 10.000 Quadratmeter. „Im Endausbau, einschließlich Innovationshalle und Kantine, wird Lippert-Eschenbach etwa die vierfache Größe einnehmen“, kündigte Schug an. Da er die Kantine auch als Stadthalle anbieten will, hält er Gespräche mit der Kommune für erforderlich.
Die Besucher erfuhren auch, dass die Hälfte des Energiebedarfs für die Gebäude durch selbst erzeugte Solar- und Heizenergie gedeckt werde. Deutliche Worte fand Schug für die staatliche Energiepolitik. Er sprach von „Aktionismuskultur“, der ein dauerhaftes Konzept fehle, und beklagte die „Schnellschüsse in der Energiepolitik“. Mit Nachdruck forderte der Pharmazeut und Betriebswirt auch den Ausbau legaler Arbeitsmigration. Als nicht nachvollziehbar und realitätsfremd bezeichnete er die Ablehnung der von ihm beantragten Einreise und Arbeitsgenehmigung für einen Diplomingenieur aus Tunesien, der Englisch, Französisch und Arabisch, jedoch nicht Deutsch spricht. „Ich hätte diese Fachkraft dringend für meine asiatischen Geschäftspartner benötigt“, sagte Schug.
Während dem Rundgang durch die neue Lippert-Fertigungshalle bat Schug den Abgeordneten, sich bei Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger um einen Forschungsetat für den Mittelstand zu bemühen: „Solche Mittel sind in der Oberpfalz besser angelegt als in München. Unsere 65 Lehrlinge sind eine Investition für die Zukunft.“













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