Eine kurzfristige Entscheidung aus dem US-Pentagon lässt Militärexperten aufhorchen und schenkt Vilseck etwas Hoffnung. Das Pentagon hat die Verlegung der zweiten Panzerbrigade der ersten Kavallerie-Division aus Fort Hood in Texas nach Polen in letzter Minute abgesagt. Das meldet unter anderem die US-Armee-Zeitung „Stars and Stripes“ unter Berufung auf nicht näher genannte Offizielle der US-Armee. Wie der deutsche Militärblog „Augen geradeaus“ schreibt, hatten die 4500 Soldatinnen und Soldaten der Kampfbrigade bereits ihren Abschiedsapell absolviert, große Teile der Ausrüstung seien schon per Schiff in Richtung Europa unterwegs, ergänzt „Stars and Stripes“.
Eine offizielle Begründung für die abgesagte Verlegung gibt es von Seiten des Pentagons nicht. Das heizt Spekulationen an. Und in diesen Spekulationen spielt die in Vilseck stationierte Stryker-Brigade eine Rolle. Seit US-Kriegsminister Pete Hegseth einen Abzug von 5000 Soldaten aus Deutschland angekündigt hatte, blickten alle Experten auf eben dieses Zweite US-Kavallerie-Regiment. Aus dem Pentagon war durchgesickert, dass eine komplette Kampfbrigade Deutschland verlassen solle. Die Stryker sind derzeit der einzige Kampfverband, der komplett in Deutschland stationiert ist. Ein Abzug hätte für die ganze Region auch heftige wirtschaftliche Folgen.
Rotierende Truppen
Mit dem Stopp der Verlegung der Soldaten aus Fort Hood zeige sich nun, dass es wohl auch einen anderen Ansatz geben könnte, den angekündigten Abzug umzusetzen, heißt es nun von „Stars and Stripes“. Seit dem Beginn der Totalinvasion Russlands in der Ukraine im Jahr 2022 hat die US-Armee ihre Präsenz in Europa um rund 15.000 bis 20.000 Einheiten ausgeweitet.
Dazu wurden keine Truppen dauerhaft in Europa stationiert, vielmehr werden Einheiten aus den USA für begrenzte Zeit als „rotierende Truppen“ nach Europa geschickt. Viele dieser Einheiten verbrachten Teile ihrer Zeit in Europa in Deutschland, etwa auch, um in Grafenwöhr ukrainische Soldaten auszubilden.
„Der einfachste Weg wäre, die rotierenden Einheiten in Europa zu reduzieren“, schreibt „Stars and Stripes“. Würde diese Rotation gestoppt oder eingeschränkt, könnte dies auch als „Abzug aus Deutschland“ dargestellt werden. Die Präsenz der US-Armee würde damit bis auf das Niveau vor 2022 absinken. Zudem wären vom Abzug keine Familienangehörigen betroffen, da die rotierenden Einheiten ohne Familien nach Deutschland kommen.
Bisher keine Abzug-Infos
Dies würde dazu passen, dass es nach der Ankündigung aus dem Pentagon durch den Chefsprecher Sean Parnell keine weiteren Informationen zur Umsetzung gegeben hatte. Obwohl die Verlegung sehr kurzfristig binnen sechs bis zwölf Monaten passieren solle, habe nach Informationen von Oberpfalz-Medien auch das Bundesverteidigungsministerium bislang keine weiteren Informationen erhalten.
Auch bei den Beschäftigten auf dem Übungsplatz Grafenwöhr sind bislang wohl keinerlei Anweisungen zur Umsetzung des Abzugs angekommen. Als 2020 schon einmal ein Abzug der Stryker-Brigade im Raum stand, sei dies anders gewesen, hat zuletzt Verdi-Sekretärin Kathrin Birner gegenüber Oberpfalz-Medien bestätigt. Damals hätten unmittelbar nach der Ankündigung die Vorbereitungen für den Abzug der rund 5000 Soldaten begonnen. Die jüngste Entscheidung des Pentagons erhöht die Hoffnung darauf, dass die Stryker-Brigade auch diesmal in Vilseck bleiben kann.





















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