Vilseck
05.05.2026 - 16:28 Uhr
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Nach Trumps Abzugsbefehl für Vilseck: Bei deutschen Beschäftigten geht die Angst um

2500 Deutsche arbeiten in der Oberpfalz unmittelbar für die US-Armee. Wenn demnächst 5000 Soldaten aus Vilseck abziehen, dürfte das auch Auswirkungen auf die deutschen Beschäftigten haben. Entsprechend gedrückt ist die Stimmung.

Soldaten des Zweiten Kavallerie Regiments der US-Armee bei einer Übung im vergangenen August. Wenn der Verband wirklich abzieht, hat das Folgen für die deutschen Beschäftigten. Archivbild: 1st Sgt. Luisito Brooks
Soldaten des Zweiten Kavallerie Regiments der US-Armee bei einer Übung im vergangenen August. Wenn der Verband wirklich abzieht, hat das Folgen für die deutschen Beschäftigten.

Wenn das Vilsecker US-Kavallerie-Regiment wie angedroht die Oberpfalz verlassen muss, hat das unmittelbare Folgen für die deutschen Arbeitnehmer auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Das bestätigt der Personalratsvorsitzende der deutschen Beschäftigten, Wolfgang Dagner, im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Wie viele Arbeitsplätze tatsächlich in Gefahr sind, lasse sich nicht sagen, da bis Dienstag keinerlei Bestätigung oder Planung für den Abzug bei den Beschäftigten eingegangen sei.

Für Dagner ist klar, dass die Ankündigung ernst zu nehmen und keine leere Drohung ist. Dennoch gebe es viele Unwägbarkeiten: „Es ist nicht so, dass eine bestimmte Anzahl von Mitarbeitern für diese Einheit beschäftigt wäre." Deshalb könne man auch keine konkrete Zahl von Arbeitsplätzen nennen, die künftig überflüssig werde. Vereinfacht gesagt kümmerten sich die deutschen Mitarbeiter im Auftrag der US-Armee um die Liegenschaften auf dem Übungsplatz. Wenn weniger US-Soldaten vor Ort stationiert sind, wäre auch weniger Personal nötig.

Kein Kahlschlag

Andererseits müssten die Anlagen und Gebäude auch dann gepflegt werden, wenn keine Soldaten darin leben. Laut Dagner nutzen derzeit nicht nur die Einheiten des 2nd Cavalry Regiments die Rose Barracks im Südlager des Übungsplatzes. Selbst wenn die 4500 bis 5000 Soldaten abziehen würden, würde die US-Armee die Anlagen weiter nutzen und deshalb die Liegenschaften nicht vollständig aufgeben. Dagner rechnet daher nicht mit einem wirklichen Kahlschlag unter den zuletzt 2500 deutschen Beschäftigten auf den beiden Oberpfälzer Übungsplätzen. Aber auch hier gilt: Solange die US-Armee ihre Planungen nicht veröffentlicht, könne man nur spekulieren.

Das bestätigt auch Kathrin Birner, die Verdi-Sekretärin für die Standortkräfte: „Wir haben keinerlei Informationen.“ Die Gewerkschaft versuche derzeit, über ihre Kanäle in die Politik und die USA mehr zu erfahren, um sich vorbereiten und Mitglieder informieren zu können. Auch Birner ist überzeugt, dass die Lage ernst sei, und verweist auf die Situation im Jahr 2020. Damals habe es konkrete Pläne gegeben, deren Umsetzung bereits begonnen hatte. „Die ersten Kisten waren schon verpackt“, erinnert sich Birner. Erst nach der Abwahl Trumps wurde die Rückverlegung in die USA hinfällig.

Birner vermutet, dass die Wahl erneut auf die Vilsecker Einheit gefallen ist, weil es bereits sechs Jahre alte Pläne gibt, auf die man zurückgreifen kann. Auch Dagner sieht diesen Zusammenhang, zweifelt jedoch daran, dass alles gut durchdacht ist. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man in dieser Zeit eine geeignete Liegenschaft in den USA findet“, sagt Dagner und spielt damit auf den knappen Zeitplan an: Laut Pentagon solle der Umzug in sechs bis zwölf Monaten umgesetzt werden.

Verlegung innerhalb Europas?

Dagner könnte sich deshalb vorstellen, dass der Verband zunächst innerhalb Europas verlegt wird. Darüber spekuliert auch die US-Armee-Zeitung „Stars and Stripes“. Zudem sprechen sich verschiedene republikanische US-Politiker dagegen aus, die Stryker-Brigade abzuziehen, weil dies das falsche Signal an Putins Russland senden würde.

An der Stimmung in Grafenwöhr, Vilseck und Hohenfels ändert dies freilich nichts, bestätigt Dagner. „Die war vorher schon nicht gut. Und diese Nachrichten tragen natürlich nicht zur Verbesserung bei.“ Gleichzeitig verfalle niemand in Panik, da man Abzugsszenarien schließlich gewohnt sei – auch wenn diese selten so konkret gewesen seien. Wegen eines längeren Quasi-Einstellungsstopps gilt die Belegschaft als eher alt. Zuletzt seien laut Dagner zwar wieder jüngere Beschäftigte hinzugekommen. Gerade diese dürften sich nun aber ihre Gedanken machen, fürchtet Dagner.

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