15.10.2018 - 17:03 Uhr
EschenbachOberpfalz

Von- und miteinander lernen

Es geht um einen Leben im Busch. Nicht für immer. Aber für einige Wochen. Mit kenianischen Familien ihr „Home“ zu teilen, ist spannend. Davon erzählt Elisabeth Merkl in einem Vortrag der Volkshochschule.

Unter dem Leitgedanken „Schwarz und Weiß im Miteinander“ informiert Elisabeth Merkl (rechts) bei einer Veranstaltung der Volkshochschule im Malzhaus über das Mitreiseprojekt „As Friends to Kenya“.
von Robert DotzauerProfil

(do) In der Region 400 Kilometer westlich von Nairobi, in der Nähe des Viktoriasees sind "Mzungus", so werden Menschen heller Hautfarbe von den Einheimischen genannt, eine Seltenheit. Die Gegend liegt weitab von den Touristenströmen. Hier im Hochland, in dem neben üppigem Grün zwischen Bananenstauden und Ananasfeldern trockene Ebenen liegen, leben die Gastgeberinnen des Projekts "As Friends to Kenya", einer Mitreiseorganisation, die sich eine frauenstärkende Entwicklungszusammenarbeit auf ihre Fahnen schreibt.

Es ist ein einzigartiges Projekt, das auch Elisabeth Merkl begleitet. Bei einem Vortragsabend im Malzhaus schilderte die Bankerin in Bildern und Worten die in die Praxis umgesetzte Idee, mit den Kenianerinnen und in ihren Familien zu leben. Ein "Leben auf Zeit", wie sie sagte. Den Alltag teilen, einfach zuhören, gemeinsam auf den Feldern arbeiten, gemeinsam essen, trinken und feiern: Die Referentin war voll in das Leben der Afrikanerinnen integriert.

Das sogenannte Mitreiseprojekt sei als Beitrag der Entwicklungszusammenarbeit entstanden, betonte Elisabeth Merkl. Ein besonderes Anliegen ist ihr, mit den Besuchen aus Deutschland Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, etwa bei der Errichtung von Gesundheitsstationen oder dem Bau von Schulen. Gleichzeitig berichtete Merkl von der Chance des Projekts, hautnah einzigartige afrikanische Kultur und Tradition kennenzulernen, um von- und miteinander zu lernen. "Diese Aufenthalte sind geeignet, eine neue Lebenseinstellung zu bekommen und Kraft zu schöpfen", schilderte die "Mitreisende".

In einer Bilderserie brachte sie den Besuchern ein faszinierendes Land mit herzlichen, hilfsbereiten Menschen näher. Kochen am offenen Feuer, Wasserholen zu Fuß, zu afrikanischen Rhythmen singen und tanzen, Töpfern und Körbe flechten, Feldarbeit zwischen Tee- und Kaffeeplantagen: ein anstrengendes und doch wahnsinnig interessantes Betätigungsfeld, wie Merkl anmerkte.

"Die Kommunikation fällt bei dieser Tätigkeit nicht schwer", betonte sie und verwies auf die zentrale Aufgabe, durch diese Kontakte eine Vertrauensbasis aufzubauen. Dazu gehörten auch Berührungspunkte mit dem Fulda-Mosocho-Projekt, der Besuch von Gesundheitszentren, Schulen und Kindergärten sowie ein Gesprächskreis mit Sozialpädagogen und Lehrkräften. Aber auch die grandiose Landschaft und kulturelle Höhepunkte durften genossen werden.

Wichtig war der Referentin zum Ende die Feststellung, dass den Afrikanerinnen nicht westliche Wertevorstellungen übergestülpt, sondern in einem intensiven Dialog Wege zu einer gesunden Familienplanung bereitet werden sollen. Nach dem Vortrag gab es Schmankerln nach kenianischen Dorfrezepten zu kosten.

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