Als „musikalische Sommernacht“ war der Abend angekündigt, aber die wechselhafte Witterung hatte die Führung des Heimatvereins Eschenbach doch etwas verunsichert. Doch mit dem ersten Song der Gastband "Ollie und die Blinden" vor vielen Musikfans im, wie immer stimmungsvoll beleuchteten, Taubnschusterhof verflogen alle Befürchtungen. Mit dabei waren auch die Eschenbacher Musikgrößen Joachim Steppert und Heiner Kohl.
Band aus Nabburg angereist
Die Rockband „Ollie und die Blinden“, aus Nabburg angereist, begann mit „Here comes the sun“ von George Harrison und den Beatles als Start einer hinreißenden Musikshow – optimistischer Rock vom Feinsten. Und das Wetter spielte mit, die Regenwolken zerteilten sich und die Temperaturen im geschützten Innenhof und in der Wagenremise des Taubnschusterhauses waren erfreulich. Die Mühen des Veranstalters hatten sich gelohnt, die Grillspezialitäten, das Eschenbacher Kommunbier und die Drinks fanden reißenden Absatz.
Die fünf Vollblutmusiker von der „Akropolis der Oberpfalz“ boten einen anspruchsvollen Gitarrensound mit Christian Hoferer und Edi Duschner und einen vielstimmigen Gesang mit fünf Vokalisten, allen voran Leadsänger Wolfgang Engel, der an den Bongos der Gruppe auch ohne großes Schlagzeug einen stabilen Rhythmus gab. „Angel“ ist in Eschenbach längst kein Unbekannter mehr, hat er doch 2017 als Innenarchitekt an der vielgelobten Gestaltung des Taubnschustermuseums entscheidend mitgearbeitet.
Abseits des Mainstreams
Jeder der "Fab-Five" ein Könner an seinem Instrument, das gilt genauso für den einzig wirklich blinden Ollie Graf, der wie Stevie Wonder mit absoluter Sicherheit an seinem Keyboard wirkte und nicht nur Hintergrundmusik produzierte. Verblüfft registrierte das fachmännische und gut aufgelegte Publikum seine Einlagen als Jazzpianist, der mit seiner hellen Stimme den Gesang bereicherte. Immer verlässlich auch der in Erding beruflich tätige Physiker Josi Luber mit seiner Blues-Harp.
Ein Prinzip der Gruppe bei der Songauswahl ist es nicht nach den absoluten Hits zu schielen, die man schon ganz oft gehört hat, sondern etwas abseits des Mainstreams tolle Musik von großen Namen zu präsentieren, die den Kenner begeistern, aber nicht zu den Gassenhauern gehören. "Wooden ships" oder "Marrakesh express" von Crosby, Stills and Nash und "Captain Kennedy" von Neil Young gehören dazu. Gegen Ende dann die Steigerung mit "Rockin in the free world", Neil Youngs Reißer für ein besseres Amerika. Zugleich war das auch der Höhepunkt eines tollen Abends, den die Besucher, die Aktiven des Heimatvereins und die Band sichtlich genossen haben.
Ollie und die Blinden
- Mitglieder:Wolfgang Engel (Gesang, Schlagzeug), Edi Duschner (Gitarre, Gesang), Ollie Graf (Keyboard, Gesang), Jusi Luber (Blues-Harp), Christian Hoferer (Gitarre, Gesang)
- Gründung: 2003 unter dem Namen "Graf-Engel-Hoferer", damals noch zu Dritt
- Musik: Quer durch 60 Jahre Rock- und Popmusikgeschichte; darunter die Folk-Rock-Gruppe Crosby, Stills, Nash & Young, Stücke von den Beatles, David Bowie und Ray Charles sowie aktuellen Stücken von Mumford & Sons oder den Wood Brothers



















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