12.04.2019 - 12:23 Uhr
EschenbachOberpfalz

Musikalischer Mensch mit großem Gemeinsinn

Familie, Freunde, Sänger der "Liedertafel", Kirchenchor, Vertreter von Stadt und Justiz, eine stattliche Trauergemeinde: Sie alle nehmen in der Stadtpfarrkirche Abschied von einem Mann, der in Eschenbach Musikgeschichte schrieb.

Prägender Gemeinsinn zeichnete ihn aus: Walter Weiß war ein Urgestein Eschenbacher Musiktradition, hieß es in den Traueransprachen bei der Urnenbeisetzung im städtischen Friedhof.
von Robert DotzauerProfil

Der Tod von Walter Weiß hatte sie zusammengeführt, um einem hilfsbereiten und guten Menschen, einem Diener der Musik, demütig, bescheiden und vielseitig interessiert, so die Trauerbekundungen, die letzte Ehre zu erweisen. Auf Wunsch der Familie und des Verstorbenen selbst stand das Gebet des heiligen Nikolaus von Flüe im Mittelpunkt des Requiems und der anschließenden Beerdigung. „Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu Dir, gib alles mir, was mich fördert zu Dir, nimm mich nur und gibt mich ganz zu eigen Dir“, hieß es in Wort und Gesang.

"Walter Weiß hatte ein großes Herz": Mit dieser Feststellung fasste Pfarrer Thomas Jeschner seine Traueransprache zusammen und interpretierte den Gebetswunsch des Verstorbenen, der auch auf dem Sterbebild verankert ist, als tiefes Glaubensbekenntnis. Weiß habe es verstanden, seinen Glauben zu leben. Auf dieser Grundlage sei es ihm gelungen, immer tiefer in das Glaubensverständnis vorzudringen, sagte der Prediger, blickte auf das Leben des tiefgläubigen Katholiken zurück und erinnerte die Leistungen für die Pfarrgemeinde.

„Mein Herr und mein Gott“: Das Leitwort der Trauergottesdienstes war für die "Liedertafel" der Anlass, das gleichnamige Lied anzustimmen und den Gottesdienst mit dem Lied „Herr, schicke was du willst“ zu beenden. Die weitere musikalische Gestaltung des Requiems für das langjährige Mitglied des Kirchenchores übernahm der Chor der Pfarrgemeinde.

„Mit dem Tod von Walter Weiß verliert Eschenbach einen wertvollen Menschen, weltoffen und heimattreu, fortschrittlich, bescheiden und mit einem starken Gemeinsinn ausgestattet“: So beschrieb Bürgermeister Peter Lehr bei der Bestattung am Urnengrab im städtischen Friedhof das halbe Jahrhundert währende musikalische Engagement von Walter Weiß in Eschenbach. Der Bürgermeister erinnerte an die Leistungen des Oberamtsrats der Justiz für die chorische Entwicklung der Stadt und verwies unter anderem auf die Verleihung des Ehrenzeichens des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt und der Bürgermedaille durch die Stadt Eschenbach.

Karl Ott, der Vorsitzende der "Liedertafel", schilderte zunächst die Anfänge des musikalischen Engagements von Walter Weiß in seiner zweiten Heimat Eschenbach, um dann auf die vielfältigen Leistungen als Sänger, Dirigent und Vorsitzender sowie die daraus resultierenden Ehrungen einzugehen. In der langen Liste an Würdigungen hob Ott besonders die Ernennung Weiß' zum Ehrenvorsitzenden sowie die Auszeichnungen mit goldenen Ehrennadeln des Deutschen Chorverbandes und des Fränkischen Sängerbundes hervor. Der "Liedertafel"-Vorsitzende sprach von einem langen aufopferungsvollen Einsatz für Gottes Lohn und dem Verlust eines wertvollen Menschen und Freundes.

Schließlich würdigte Joachim Steppert als Leiter des Chores der Pfarrgemeinde die Verdienste von Walter Weiß für den Kirchenchor. Der Chorleiter erinnerte an die Menschlichkeit seines Vorgängers ebenso wie an die Strahlkraft des ehemaligen Sängers. „Walter Weiß konnte sich für die Musik begeistern und verstand es, diese Begeisterung mit Blick für das Machbare an den Chor weiterzugeben“, machte Steppert deutlich. Gleichzeitig würdigte er dessen Einsatz für den Trägerverein der Musikschule in seiner Funktion als langjähriger stellvertretender Vorsitzender.

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