Eschenbach
04.08.2026 - 10:41 Uhr
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Neuer Friseursalon in Eschenbach belebt die Innenstadt

Jaqueline Ferencak eröffnete am Eschenbacher Karlsplatz einen neuen Friseursalon. Die Geschäftseröffnung belebt nicht nur die Innenstadt, sondern bietet einmal im Monat einen Tag nur für Senioren an.

Annemarie Müller zählte zu den ersten Seniorinnen, die das Angebot von Jaqueline Ferencak nutzten. Bild: Walther Hermann
Annemarie Müller zählte zu den ersten Seniorinnen, die das Angebot von Jaqueline Ferencak nutzten.

Seit Anfang Juli gibt es am Karlsplatz in Eschenbach einen neuen Friseursalon. Inhaberin Jaqueline Ferencak überrascht mit einem besonderen Angebot. Einmal im Monat bietet sie einen Seniorentag an. Das heißt, jeder Ruheständler zahlt an diesem Tag Preise wie vor 10 bis 15 Jahren. Für viele eine tolle Sache – der erste Seniorentag war ausgebucht.

Annemarie und Udo Müller haben diesen Service gleich ausprobiert. Der ehemalige zweite Bürgermeister sprach von „einer besonderen Herzensangelegenheit für den älteren Teil der Bevölkerung“. In Gesprächen mit Senioren sei er wiederholt auf das Angebot angesprochen worden. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien erklärte die junge Unternehmerin zudem: „Für den Septembertermin habe ich bereits zahlreiche Anmeldungen.“

Gleich begeistert

Von den freien Räumlichkeiten habe sie von einer langjährigen Kundin erfahren und sich den Laden daraufhin angeschaut. „Ich war sofort begeistert“, erzählte sie. Besonders der fantastische Blick vom Vermessungsamt aus in die Oberpfälzer Landschaft habe es ihr angetan. Schnell wurde sie mit der Hauseigentümerin Rita Hubmann einig und eröffnete nach vier Wochen Vorbereitung für Gestaltung und Einrichtung ihren Salon „Dark Mane Studio“.

Bei einem Antritts- und Besichtigungsbesuch des Stadtrats dankte ihr Bürgermeister Marcus Gradl für die Geschäftseröffnung, mit der sie einem innerstädtischen Leerstand abgeholfen habe: „Sie haben Mut gezeigt und den Karlsplatz mit einem tollen Angebot bereichert.“ Während einer lockeren Plauderei gab Jaqueline zu, dass sie Eschenbach bisher nur aus Erzählungen von US-Kundinnen gekannt habe. „Doch es ist zentral gelegen und vor allem nicht großstädtisch“, sagte sie. Bei Bedarf würde sie ihr Angebot gerne ausweiten und eventuell auch Nachwuchs ausbilden.

Die zweifache Mutter stammt aus der Nähe von Aachen und hat im Krönungsort von 32 römisch-deutschen Königen eine dreijährige duale Ausbildung absolviert. Nach einem längeren Aufenthalt in Hamburg zog sie vor vier Jahren nach Neustadt/WN und war in dieser Zeit zwei Jahre in Grafenwöhr und ein Jahr in Weiden als Friseurin tätig. Die Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz verlieh ihr am 10. April 2025 den Meisterbrief.

Blick in die Geschichte

Die Räume am Karlsplatz 7 beherbergten in den vergangenen 400 Jahren die unterschiedlichsten Geschäfte, doch noch nie hatte es an dieser Stelle einen Haarschneider oder Bader gegeben. Von den bekannten 175 gewerbetreibenden Familien waren 28 Weber, 15 Schumacher, 18 Metzger sowie jeweils neun Schneider und Bäcker. Der Geschichte des Anwesens mit der ehemaligen Hausnummer 109 ist Heimatforscher Albert Furtner zurück bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges nachgegangen und nennt dazu die Eheschließung von Hans Mayer und Ursula Kradl am 7. Februar 1619.

Als weitere Besitzer hat er den Schuster Johann Schmidt (1678), den Schumacher Johann Friedrich Schmidt (1726), den Schuster Johann Schmid (1754), aus dessen Ehe 15 Kinder bekannt sind, den Schuhmacher Franz Schmid (1807) ausfindig gemacht. Furtner zitiert die Gebäudebeschreibung aus dem Jahr 1808: „Wohnhaus in der Vierung gemauert. Schusterprofession. Auf dem Haus: Bierbrau- und Schankgerechtigkeit.“

Am 19. November 1833, im Jahr, in dem ein englisches Gesetz die Arbeitszeit für Jugendliche und Kinder begrenzt, erwirbt der Wagner und Fischer Wolfgang Fronhoefer das Anwesen für 900 Gulden. 1868 beginnt er nach dem damaligen Stadtbrand mit dem Wiederaufbau des Gebäudes, nimmt dann jedoch 1873 einen Neubau vor. Der Uhrmacher und Musikus Bartholomäus Schreml erwirbt 1913 das Anwesen, in dem dessen Sohn Leopold als Uhrmachermeister das Gewerbe bis 1983 fortführt. In den Jahren darauf folgten ein Bekleidungsladen und eine Fahrschule.

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