17.11.2019 - 14:26 Uhr
EschenbachOberpfalz

Neuer "Lebensraum" rückt näher

"Endlich tut sich etwas", sagen viele Eschenbacher nach den optimistischen Meldungen des Stadtpfarrers in den Gottesdiensten am Wochenende. Der Bau des neuen Pfarrheimes rückt näher. Zumindest scheint die Finanzierung gesichert.

Noch wächst Unkraut auf dem Gelände des ehemaligen Feuerwehrhauses. Nach dem Erwerb durch die Katholischen Pfarrgemeinde und der Zustimmung der Diözese zum Fianzierungsplan rechnen Stadtpfarrer und Kirchenverwaltung für das neue Pfarrheim mit einem Baubeginn im nächsten Jahr.
von Robert DotzauerProfil

Seit einiger Zeit äußerten manche Gläubige schon Zweifel, ob der Bau eines neuen Pfarrheimes überhaupt noch auf der Agenda von Stadtpfarrer und Kirchenverwaltung stehe. Seit der Vorstellung der ersten Planskizzen durch Architekt Armin Juretzka vergingen immerhin fast zwei Jahre. Bei Rückfragen hieß es immer wieder: „Wir basteln an einer vernünftigen Finanzierung.“ Diese scheint nun gesichert.

Erleichtert vermeldete Stadtpfarrer Thomas Jeschner den Gläubigen in den Gottesdiensten am Wochenende: „Die letzte Finanzierungshürde ist überwunden.“ Der Geistliche meint damit eine Kreditgenehmigung durch die Bischöfliche Finanzkammer. Diese sei gar nicht so einfach zu bekommen gewesen, erklärte der Stadtpfarrer auf Nachfrage.

Nach dieser guten Nachricht könne man weiter planen, frohlockte er. Allerdings rechnet Jeschner mit Kostensteigerungen. Wegen der Hochkonjunktur und der damit verbundenen Teuerungswelle im Hochbau werden sich die Kostenschätzungen für das Projekt der 1,5 Millionen-Euro-Grenze nähern, befürchtet der Geistliche. Der Finanzierungsspielraum werde deshalb äußerst eng. Der Stadtpfarrer kalkuliert mit einem Zuschuss der Diözese von 50 Prozent. Darüber hinaus gebe es positive Signale aus dem Rathaus zu einer Kostenbeteiligung der Stadt, merkte er an.

Eine "bittere Pille" nannte Jeschner die Restfinanzierung von geschätzt 600 000 Euro aus Eigenmitteln der Pfarrgemeinde. Ein Teil davon könne durch den Verkauf des alten Pfarrheimes aufgebracht werden. Es verbleibe dennoch die Notwendigkeit einer Kreditaufnahme und der Auflösung von Rücklagen.

Deshalb hofft der Ortspfarrer auch auf die Spendenbereitschaft der Gläubigen. Immerhin sei schon seit Jahren das Kirchgeld weggefallen. Vielleicht beflügele diese Einsparung viele zu einem einmaligen Obolus für den Pfarrheim-Neubau. Der Geistliche verwies zudem auf eine geringere Kirchensteuer in Bayern: „Dieses eine Prozent der Lohn- und Einkommenssteuer kann auch dazu beitragen, dass die Kirchensteuer-Pflichtigen einen einmaligen Beitrag in Höhe der Steuerdifferenz leisten.“

Am Projektumfang werde sich nichts ändern, versicherte Thomas Jeschner. Die Pläne des Architekten sehen nach einer Vorgabe des Bauausschusses der Diözese angesichts der Größenordnung der Pfarrgemeinde eine Nutzfläche von circa 321 Quadratmetern vor. Das Gebäude solle auf dem Gelände des ehemaligen Feuerwehrgerätehauses gegenüber dem Pfarrhof und der Stadtpfarrkirche zum befruchtenden städtebaulichen Element werden, hatte Architekt Armin Juretzka bei der Vorstellung der ersten Planskizzen vor knapp zwei Jahren angekündigt.

Kernstücke des Neubaus sind ein etwa 100 Quadratmeter großer Pfarrsaal, der bei Bedarf unter Einsatz multipler Trennwände um einen weiteren ungefähr 50 Quadratmeter großen Raum vergrößert werden kann. Zusätzliche Raume sollen den Erfordernissen der kirchlichen Vereinsarbeit Rechnung tragen und für unterschiedliche Nutzungen mit doppelwandigen Schrankbereichen ausgestattet werden. Der Flachbau hat etwa 1950 Kubikmeter Brutto-Rauminhalt. Das alte Pfarrheim hatte im Vergleich dazu eine fast dreimal so hohe Grundstruktur.

Auch zum ehemaligen Pfarrheim gibt es Neues zu berichten: Das Katholische Wohnungsbau- und Siedlungswerk der Diözese Regensburg plant als neuer Eigentümer eine Generalsanierung und den Einbau von 15 Wohnungen. Die Umbauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen.

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