16.04.2019 - 11:54 Uhr
EschenbachOberpfalz

Raus aus dem Gedankenkarussell

Gedanken lenken, Nachdenk-Pausen machen, „Sorgen delegieren - Hauptsache, sie sind weg“: Familientherapeutin Angelika Kasseckert begeistert beim Katholischen Frauenbund mit ihrer besonderen Art der Lebenshilfe.

Monika Stopfer (links) und Loni Schäffler (rechts) vom Katholischen Frauenbund bedanken sich bei Angelika Kasseckert für ihre Anstöße zur Selbsterkenntnis.
von Walther HermannProfil

Ihr Vortrag „Raus aus dem Gedankenkarussell – Warum Frauen zu viel denken und sich selbst blockieren“ fand überaus regen Zuspruch. Im Kleintierzüchterheim ging der Wunsch von Vorsitzender Monika Stopfer nach einem „schönen und interessanten Abend“ vollauf in Erfüllung.

Referentin Angelika Kasseckert kündigte eine Veranstaltung an, bei der es um viel Grübeln, aber auch um Tipps zum Aussteigen gehe. „Man kann lernen, nicht zu viel zu grübeln, denn Grübeln ist immer negativ und eine Vorstufe der Depression“, betonte sie.

Dann konfrontierte sie die große Runde mit einer Folge von Gedankengängen wie „Ich habe keine Energie“, „Ich fühle mich allein“ oder „Ich fühle mich passiv und motivationslos“. Sollten selbstgestellte Fragen dazu mit einem wiederholten „Ja“ beantwortet werden, gelte es aktiv zu werden. Für wichtig hielt es Kasseckert vielmehr, sich zu fragen: „Was habe ich gut gemacht?“ Mit Nachdruck verwies sie darauf, dass Kontrollzwänge - „Licht aus?“ oder „Ofen aus?“ - nichts mit Grübeln zu tun haben.

Die Therapeutin ging der Frage nach, warum manche so viel grübeln, und fand Antworten darauf im enormen Anspruchsdenken, im Internet - „man findet dort immer mehr Probleme und Ängste“ - oder beim "Leben im Wertevakuum" mit zu viel Wahlmöglichkeit. In ihren Betrachtungen zum Rollenverständnis fand sie es „ganz schrecklich“, wenn Frauen zur Opferrolle tendieren oder typische Frauenberufe als Handicap für ein Selbstwertgefühl gesehen werden. Bei Depressionen sprach die Referentin Alkohol und Drogen eine Bumerang-Wirkung zu. Hormonelle Umstellungen empfahl sie anzunehmen und ergänzend die Schilddrüse kontrollieren zu lassen.

Bestätigung aus dem Kreis der Frauen fand Kasseckert bei ihren Betrachtungen zum Biorhythmus, der dazu führe, dass ab drei Uhr nachts über Probleme gegrübelt werde, die am nächsten Morgen „weg oder handelbar“ seien. Sie ging auf die Hintergründe dazu ein und empfahl ein kurzes Aufstehen und Abschalten.

Mit Beispielen legte die Rednerin dar, dass Frauen "Multitasker" seien, was ihnen jedoch „insgesamt keine Zeitersparnis bringt“. Den Männern bescheinigte sie, dass diese erst „etwas fertig machen und dann zur nächsten Tätigkeit übergehen“. Zu ihren zahlreichen Informationen gehörte auch der Hinweis auf den alle sieben Jahre eintretenden Wechsel in eine andere Lebensphase und die damit ein stückweit verbundene Neuorientierung.

Im zweiten Teil ihres „Gedankenkarussells“ stellte die Familientherapeutin lösungsorientiertes Denken in den Vordergrund und rief dazu auf, ausgetretene Pfade zu verlassen und negatives Denken zu unterlassen. „Kümmern Sie sich um ein Aussteigen und werden Sie aktiv“, rief sie ihren Zuhörerinnen zu und forderte ein Lenken der Gedanken hin zu Fragen wie „Was mache ich richtig oder wie noch besser?“ und „Wie kann ich mein Leben gestalten?“.Weitere wichtige Tipps lauteten: gute Freunde, Gedankenpausen bei Waldspaziergängen, nächtliche Grübelthemen durch Notizen auf einen Zettel am Nachtkästchen weglegen und Sorgen delegieren.

Monika Stopfer und Loni Schäffler vom Katholischen Frauenbund bedankten sich bei der Referentin mit einem Rosenpräsent für einen Vortragsabend mit Anstößen zur Selbsterkenntnis.

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