24.07.2018 - 15:06 Uhr
EschenbachOberpfalz

Vom Rock zur Klassik

Zum Tode von Raimund Schreml

Raimund Schreml.
von Autor HEVProfil

(hev) In den vergangenen Tagen wurde bekannt, dass Musiker Raimund Schreml bereits am 19. Juni verstorben und in Murnau/Oberbayern, dem Wohnort seiner Tochter, beigesetzt worden ist. Der bekannte Fagottist und Maler wurde 1953 als Sohn des Friseurmeisters Franz Schreml in Eschenbach geboren.

Er entstammte der Musikerfamilie Schreml, deren Mitglieder vom 18. bis ins 20. Jahrhundert hinein den Türmer- und Stadtpfeifferdienst in der Rußweiherstadt versahen. Mit fünf Jahren erhielt Raimund Schreml seinen ersten Klavier- und Akkordeonunterricht bei dem damaligen Chorregenten und Musiklehrer Fred Schuhmann. Als Jugendlicher spielte der hochbegabte "Schreml-Bab" in Rockformationen in Eschenbach und Grafenwöhr, bevor er zum klassischen Musikstudium am Nürnberger Konservatorium zugelassen wurde.

Nach dessen Abschluss erhielt Schreml 1974 die erste Fagottstelle bei den Nürnberger Sinfonikern. Danach wechselte er zu den Philharmonikern und spielte 1992 bis 1998 an der Münchener Staatsoper. Daneben gab er mit diversen Bläserensembles und als Solist mit namhaften Orchestern in ganz Deutschland und sogar in Japan Konzerte. Darunter waren auf Einladung des Heimatvereins auch mehrere Auftritte in der Maria-Hilf-Bergkirche und zuletzt in der Aula des Gymnasiums Eschenbach. Als Musiklehrer widmete sich Raimund Schreml der Ausbildung besonders begabter Schüler auch aus seiner Heimat.

Durch sein Hobby Fotografie verbrachte der Naturfreund viel Zeit an den Weihern in und um die Rußweiherstadt. Seit seiner Münchener Zeit widmete er sich zudem dem Studium der Malerei. Mit seinen gefühlsbetonten, farbstarken Bildern schuf er eine wunderbare Verbindung zu seiner musikalischen Welt. Im Taubnschusterhaus zeigte Schreml 2003 eine Auswahl seiner Werke.

2008 trat er bei der Stadterhebungsfeier als Stadttürmer mit seinen verwandten "Türmergesellen" nochmals in seiner Heimatstadt auf. Durch seinen frühen Tod hat diese eine Künstlerpersönlichkeit von Rang verloren.



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