21.06.2019 - 12:21 Uhr
EschenbachOberpfalz

Rücklagen finanzieren Investitionen

Die umlagerelevanten Schülerzahlen gehen zurück: von 283 im Jahr 2010 auf nunmehr 182. Die Folge: Gleichzeitig steigt der Beitrag der Gemeinden für jeden ihrer Schüler, der die Markus Gottwalt-Schule besucht, von 1295 auf 3130 Euro.

von Walther HermannProfil

Der Schulverband Eschenbach ist Sachaufwandsträger für die Markus-Gottwalt-Grund- und -Mittelschule. Am 8. Juli 2010 wurde dazu ein Kooperationsvertrag zwischen den Volksschulen Eschenbach, Grafenwöhr, Pressath, Kirchenthumbach und "Am Rauhen Kulm" in Speinshart geschlossen. Ziel der Vereinbarung war es, die Voraussetzung für die Weiterentwicklung der Haupt- zu Mittelschulen zu schaffen.

Die Schulverbandsversammlung hatte sich in dieser Woche mit einem 73-seitigen Zahlenwerk zu befassen, das Kämmerer Karl Stopfer den Mitgliedern vorstellte und erläuterte. Der Gesamthaushalt erhöht sich von 763 000 Euro im Vorjahr um 5,64 Prozent auf 806 000 Euro. Die Einnahmen ohne Umlagen nehmen um 19,58 Prozent zu und liegen bei 236 340 Euro. Zum Ausgleich des Haushalts müssen daher 569 660 Euro (plus 0,76 Prozent), auf die Mitgliedsgemeinden umgelegt werden. Davon entfallen entsprechend der Schülerzahl 503 930 Euro auf Eschenbach, 34 430 Euro auf Schlammersdorf, 25 040 Euro auf Vorbach und 6260 Euro auf Speinshart.

Höhere Ausgaben sind vor allem der Schulhausmiete, den Personalkosten sowie den Erstattungen an das Land (Offene Ganztagsschule) und den Landkreis (Schulsozialarbeiter) zuzuordnen. Ebenso wie in den Vorjahren werden Investitionen durch die Entnahme von 36 000 Euro aus der allgemeinen Rücklage finanziert. Vorgesehen sind die Beschaffung von zehn Notebooks für Klassenzimmer inklusive Software und einem Notebook für das Rektorat mit Netzwerksicherung, von Mobiliar für Klassenzimmer, von fünf Beamern, vier Dokukameras, einem Beamer für die Aula, von Hausmeisterbedarf, Wlan und Beschaffungen im Förderprogramm "Digitales Klassenzimmer".

„Entnahmen aus den Rücklagen werden künftig niedriger ausfallen müssen“, gab der Kämmerer zu bedenken. Die Rücklagen werden zum Ende des laufenden Jahres nur noch 56 000 Euro betragen. Im Finanzplan sind daher ab 2020 auch nur noch Ausgaben von jährlich 10 000 Euro vorgesehen.

Von den insgesamt 229 Schülern, die an der Markus-Gottwalt-Schule unterrichtet werden, kommen 149 aus Eschenbach, 10 aus Grafenwöhr, jeweils 1 aus Kemnath und Kulmain, 19 aus Kirchenthumbach, 8 aus Neustadt am Kulm, 7 aus Pressath, 9 aus Schlammersdorf, 1 aus Schwarzenbach, 12 aus Speinshart, 3 aus Trabitz, 8 aus Vorbach und 1 aus Weiherhammer. Für 56 zugewiesene Gastschüler haben die betroffenen Gemeinden Gastschulbeiträge von insgesamt 85 400 Euro zu leisten. Von diesen Schülern besuchen 12 die Regelklassen und 44 die M-Klassen. Andererseits besuchen 12 Schüler aus Eschenbach und 2 Schüler aus Schlammersdorf die Mittelschulen Pressath und Grafenwöhr.

Informationswert hatten die Angaben von Karl Stopfer zu den Pro-Kopf-Beträgen anderer Schulverbände: Pressath 2500 Euro, Pleystein 3458 Euro, Altenstadt 3500 Euro, Neustadt/WN 3806 Euro. Deutlich niedriger lag Etzenricht/Kohlberg bei nur 83 Schülern mit 1084 Euro.

Bürgermeister Peter Lehr berichtete als Schulverbandsvorsitzender von einem „großen Zulauf“ an der "Offenen Ganztagsschule", was die Beschaffung weiterer Stühle erforderlich machte. Wegen undichter Fenster am Schulgebäude meldete er Investitionsbedarf an.

Im Blickpunkt:

"Sind eine gleichwertige Schule"

Die Markus-Gottwalt-Schule (MGS) erhielt das Prädikat „Schule ohne Rassismus“. Mit dieser Nachricht wartete Konrektorin Anja Bräu in der Schulverbandsversammlung auf. Außerdem lud sie zur Entlassfeier am 19. Juli ein. Zur neuen Homepage der MGS verwies sie auf die bisher sehr positiven Reaktionen: „Die Kosten haben sich gelohnt.“

Auf die Frage von Karl Lorenz zur Entwicklung der Schülerzahlen räumte die Konrektorin Stabilität ein. Zu den neuen Angeboten der Wirtschaftsschule, „die uns treffen können“, kündigte sie an: „Wir werden uns besser präsentieren.“ Sie zeigte sich überzeugt, dass die „Eltern unsere Arbeit zu schätzen wissen“, vielen aber noch nicht bewusst sei, „dass wir eine gleichwertige Schule sind und über den M-Zweig die Mittlere Reife anbieten“.

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.