28.04.2020 - 11:59 Uhr
EschenbachOberpfalz

Ruhewald in Eschenbach ist fertig

Der Ruhewald im „Oberen Birschling“ kann genutzt werden. Der Stadtrat beschließt die rechtlichen Grundlagen dafür. Zwei Satzungen regeln Grundsätzliches und Gebühren.

Eine der letzten Arbeiten des Maschinenrings ist die Montage des Friedhofskreuzes.
von Walther HermannProfil

Mit einem „großen Dankeschön“ an Ideengeber und Förderer Martin Gottsche sowie den Maschinenring als Ausführenden der Arbeiten eröffnete Bürgermeister Peter Lehr in der Sitzung des Stadtrats das Beschlusszeremoniell für zwei erforderliche Satzungen. Heike Biersack, die Geschäftsleiterin der Verwaltungsgemeinschaft, stellte deren Inhalte vor.

Die mit 22 Paragrafen relativ umfangreiche Satzung über die öffentliche Bestattungseinrichtung „Urnenwaldfriedhof Oberer Birschling“ der Stadt Eschenbach gibt vor, dass der Friedhof ausschließlich für Urnenbestattungen betrieben wird. Er ist sowohl den Einwohnern der Kommune als auch Verstorbenen, die nicht in der Rußweiherstadt wohnhaft waren, als "natürliche Ruhestätte" und zur Pflege ihres Andenkens gewidmet.

Auf seinem Areal erfolgen ausschließlich Naturbestattungen in anonymer und persönlicher Form. Die Urnen mit der Asche des Verstorbenen werden an der als Grabstätte registrierten Stelle in der Waldfläche oder im Wurzelbereich vorhandener Bäume begraben. Die Grabstätten müssen naturbelassen bleiben. Zugelassen sind Urnenreihen für anonyme und Urnenwahlgrabstätten für persönliche Bestattung. Verwendet werden dürfen nur biologisch abbaubare Urnen.

Zu den Rechten an den Grabstätten gibt die Satzung vor, dass an einer belegungsfähigen Grabstätte ein Nutzungsrecht ausschließlich im Todesfall erworben werden kann. Verliehen wird das Nutzungsrecht mindestens für die Dauer der Ruhefrist (zehn Jahre). Gegen die erneute Zahlung der Nutzungsgebühr kann das Nutzungsrecht um weitere fünf Jahre verlängert werden.

Deutliche Vorgaben hat die Stadt als Friedhofsverwalter zur Pflege und Gestaltung der Grabstätten getroffen: „Das naturbelassene Areal darf in seinem Erscheinungsbild als solches nicht gestört und verändert werden. Einzig zulässig sind Bodenplatten an Urnengrabstätten, deren Beschriftung nach Vorgaben der Stadt Eschenbach zu erfolgen hat. Sie werden vom vertraglich Beauftragten der Stadt Eschenbach gefertigt und angebracht. Andere Grabmale, Einfassungen, Gedenksteine sowie jegliche Anbringung von Gegenständen und Ähnlichem sind im gesamten Urnenwaldfriedhof Oberer Birschling untersagt.“

Urnenbeisetzungen sind bei der Stadt oder bei deren vertraglich Beauftragten rechtzeitig anzumelden. Unbeschadet sonstiger gesetzlicher Vorschriften bedarf die Umbettung von Urnen der vorherigen Erlaubnis der Stadt.

Untersagt im Urnenwaldfriedhof sind: Mitführen von Tieren - außer von Blinden- und Diensthunden -, Rauchen, Lärmen, Spielen und Lagern, Reiten und Befahren der Wege mit Fahrzeugen aller Art, insbesondere mit Fahrrädern. Ausgenommen davon sind Kinderwagen sowie Kranken- und Behindertenfahrstühle. Zuwiderhandlungen gegen die Friedhofs- und Bestattungssatzungen können mit einer Geldbuße belegt werden.

Die Gebührensatzung regelt die Zuständigkeit des Gebührenpflichtigen sowie Entstehen und Fälligkeit der Friedhofsgebühren. Die Nutzungsgebühr beträgt für ein anonymes Urnengrab in der Gemeinschaftsgrabstätte jährlich 30 Euro und in einem Urnengrab - die Bodenplatte wird gesondert berechnet - 60 Euro. Für die Urnenbeisetzung wird eine Gebühr von 150 Euro erhoben. 500 Euro werden bei Ausgrabung und Umbettung einer Urne fällig. Bei Bestattungen und Umbettungen in den Monaten Dezember bis März wird ein Zuschlag von 30 Euro erhoben.

Die beiden Satzungen, sie waren bereits in einer vorausgegangenen Sitzung beraten worden, treten am 1. Mai 2020 in Kraft. In Zusammenhang mit den Beschlüssen dazu stand der Vollzug des Bayerischen Straßen- und Wegegesetzes. Die 243 Meter lange Zufahrt zum Urnenwaldfriedhof wurde vom Stadtrat ab der Abzweigung vom Unteren Waldweg als öffentlicher Feld- und Waldweg gewidmet. Erreichbar ist der Friedhof über Birschlingweg und städtischen Bauhof. Hinweisschilder werden noch angebracht.

Für Beisetzungszeremonie zentral gelegen ist der Ambo mit Sitzbänken.
Die Friedhofsanlage erhielt eine naturbelassene Einzäunung. und im Eingangsbereich eine Informationstafel.
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