Architekt Georg Zunner führte die Stadträte durch die drei Etagen der Baustelle. Dabei informierte er über die Bauweise vor 100 hundert Jahren und die sich daraus ergebenden Vorgaben zu Sanierung und Umbau für die künftige Nutzung. Zu den dafür erforderlichen Aufwendungen hatte der Architekt in der September-Sitzung 2018 des Stadtrats Stellung genommen und darauf verwiesen, dass die deutliche Erhöhung der Gesamtkosten von ursprünglich 2,5 auf 3,3 Millionen Euro auf Schadstoff-Überprüfung, erforderliche Analysen, Rückbaumaßnahmen und Wünsche des Landesamtes für Denkmalpflege zurückzuführen ist. So würden von den mit knapp 540.000 Euro veranschlagten Baumeister-Kosten allein 175.000 Euro auf die Sanierung des Mauerwerks und 117.000 Euro auf Ausbau- und Abbrucharbeiten entfallen. Die Förderquote beträgt 80 Prozent.
Einen Einblick in die Arbeiten erhielten die Stadträte bei ihrem Rundgang durch das Gebäude. Es boten sich Blicke vom freigelegten Kellergewölbe bis zur Balkenkonstruktion des Daches. Als positiv wertete es Zunner, dass – abweichend von der vor 100 Jahren üblichen Praxis – der damalige Baumeister bereits ein Schweißband eingelegt hatte. Er erläuterte das künftige Lüftungssystem des Gebäudes, sprach von den Phasen der einzubauenden Haustechnik einschließlich Lift, verwies auf eine tragende Wand, die im Erdgeschoss eingebaut wurde, und freute sich darüber, dass die Sanierung der Decken besser funktioniert als angenommen.
Im Obergeschoss zeigte der Architekt den Besuchern die Rückbau- und Aufbaumaßnahmen und befasste sich mit „statischen Maßnahmen“ im Bereich des künftigen „schwergewichtigen“ Stadtarchivs. Den Dachstuhl beurteilte der Architekt als „besser als erwartet, fast ohne Schäden“. Einbauten der 1990er Jahre müssten herausgelöst werden. Da das Gebäude eine Aufdach-Dämmung erhält, müsse auch die eingebrachte Dachisolierung entfernt werden. Den interessierten Zuhörern, die nicht mit Nachfragen geizten, beschrieb er auch die Gründe für den Einbau eines „Rucksacks“ beim Übergang von Mauerwerk zu Dachstuhl.
Den Stadträten angeschlossen hatten sich auch Bibliothekarin Petra Danzer und Musikschulleiter Joachim Steppert. Denn außer Stadtarchiv, BRK, Liedertafel, Mutter-Kind-Gruppe und Seniorengemeinschaft „GeHiH“ werden auch Bibliothek und Musikschule Einzug in ein städtisches Vorzeigeobjekt halten, in dem am 3. Dezember 2008 für das Vermessungsamt die letzte Stunde geschlagen hatte: Vermessungsdirektor Anton Hösl übergab die Hausschlüssel an Stefan Adam von der Regionalverwaltung Oberpfalz der „Immobilien Freistaat Bayern“. Am 1. Dezember 1929 war es von der Bayerischen Staatsregierung der Vermessungsbehörde zugewiesen worden. In der Zeit ab 2009 war das Gebäude für begrenzte Zeit nur noch für den Unterricht von Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz genutzt worden.














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