Eschenbach
22.09.2019 - 08:50 Uhr

"Die Seele der Demokratie"

Die Parole „Heute bleibt die Küche kalt“ für den "Frohsinn"-Familientag lockte wieder viele Gäste in die Halle der Kleintierzuchtvereins. Vorsitzender Erwin Dromann begrüßte die zahlreichen Besucher und versprach genussvolle Stunden.

Das Küchenteam, bestehend aus (von rechts) Michaela und Sieglinde Danzer, Sybille Trassl, Ingrid Vogl, Annegret Franz, Brigitte Dromann und Vorsitzender Erwin Dromann, ist bereit, die vielen Gäste des "Frohsinn"-Familientags zu bewirten. Bild: gpa
Das Küchenteam, bestehend aus (von rechts) Michaela und Sieglinde Danzer, Sybille Trassl, Ingrid Vogl, Annegret Franz, Brigitte Dromann und Vorsitzender Erwin Dromann, ist bereit, die vielen Gäste des "Frohsinn"-Familientags zu bewirten.

Bürgermeister Peter Lehr hatte für sein Grußwort Sonnenblumensamen dabei, Stadtverbandsvorsitzender Dieter Kies erinnerte an Adolf Kolping und Vorsitzender Dromann freute sich auf 140 Jahre „Gesellschaft Frohsinn“ und „20 Jahre Mitgliedschaft auch für Frauen“ in diesem einstigen Männerclub: Beim Familientag war viel Abwechslung geboten.

Auch das Küchenteam war fleißig: Seit acht Uhr waren die "Frohsinn"-Frauen bereits mit dem Zubereiten des Mittagessens beschäftigt, hatten eineinhalb Zentner Kartoffeln geschält, etwa 140 Knödeln gedreht und knackige Salate zubereitet. Außerdem sorgten sie für dezente Tischdekoration. Dann ging alles wie am Schnürchen. Dank der Verstärkung der männlichen Vorstandsmitglieder erhielten binnen Minuten alle Gäste Salate, Braten, Soße und Knödeln fränkischer Art „mit Bröckerlan drinna“. Wer wollte, bekam natürlich einen zweiten Kloß.

„O Gott, Dir sei für Speis und Trank, für alles Gut Lob und Dank. Du gabst, Du wirst auch ferner geben, Dich preise unser ganzes Leben“: Auch wenn es in manchen Familien nicht mehr üblich ist, in der „Frohsinn-Familie“ gibt es ein Tischgebet.

Die Freude über diesen gelungenen Familientag war dem Vorsitzenden anzumerken, als er eine besondere Feier ankündigte. 2020 werden es 140 Jahre, dass von jungen Burschen die Gesellschaft „Frohsinn“ gegründet worden ist. „Dieses Jubiläum werden wir gebührend feiern.“ Nachgefeiert werde auch, dass am 6. Januar 1999 in der Jahreshauptversammlung den Frauen die Mitgliedschaft erlaubt wurde. Als erste "Frohsinn"-Frau vermerkt des Protokoll Hildegard Wiesent aus Thomasreuth, die Gattin des damaligen zweiten Vorsitzenden.

Mit Stolz und Anerkennung schaue dieser auf die Entwicklung zurück. „Ihr habt den Frohsinn am Leben erhalten, was nicht einmal mit Gold aufzuwiegen ist.“ Stolz ist der Vorsitzende auch auf seine Vorstandskolleginnen. Hätte vor 20 Jahren der Boderweber Baptist geahnt, dass einmal sechs Damen dem Vorstand angehören, dann hätte er damals bestimmt nicht abgedankt, meinte Erwin Dromann. Als Dankeschön überreichten die männlichen Vorstandsmitglieder jeder Dame einen Piccolo.

Eine mutige Entscheidung sei es vor 20 Jahren gewesen, auch Frauen aufzunehmen, stellte Bürgermeister Peter Lehr fest. Gleichzeitig habe die Entscheidung aber dem Verein neue Ideen und Impulse gegeben. Sonnenblumenkerne, die nächstes Jahr erblühen, wurden das „bürgermeisterliche“ Geschenk für jede der frohsinnigen Frauen. Ein „Kuvert mit Inhalt“ – eine Spende für „140 Jahre Frohsinn“ im Jahr 2020 – gab es noch dazu. .„Das kostbarste, was der Mensch im Leben besitzt, ist die Familie“, sagte Adolf Kolping als Gründer des nach ihm benannten weltweit agierenden Sozialverbandes. Dieses Zitat nutzte Stadtverbandsvorsitzender Kies für sein Grußwort beim „Frohsinn“. Den „Frohsinn“ nannte er eine große Familie und das Fest ein Vorbild für gelebtes Miteinander, das voller Zuversicht in die Zukunft blicken lässt. Ohne seine vielen Helfer wäre dieses Fest nicht denkbar. Oder wie der Soziologe Ulrich Beck einst sagt: „Das ehrenamtliche Engagement ist die Seele der Demokratie.“ Wie schon Lehr übergab auch er dem Vorsitzenden ein gefülltes Kuvert.

Info:

Die Ehrengäste

Als Ehrengäste begrüßte Vorsitzender Erwin Dromann die Stadträte Sabine Schultes, Korbinian Danzer, Franz Fuchs, Marcus Gradl, Thomas Ott (beide Bürgermeisterkandidaten), Werner Kennel sen. mit Gattin Christa, (Ehrenvorsitzende der Kleintierzüchter), Rosa und Sepp, (die Wirtsleute des Züchterheims), den Liedertafel-Vorsitzenden Karl Ott mit Gattin Hannelore, seinen Stellvertreter Werner Hofmann, die Ehrenmitglieder Rudolf Danzer, Karl Hey, Josef Rupprecht und Hans Trassl. Entschuldigt waren Pfarrer i. R. Helmut Süß (auf dem Jakobsweg) und die Stadträte Michael König, Ludwig Schneider. (gpa)

Den "Frohsinn"-Familientag nutzten (von links) "Frohsinn"-Vorsitzender Erwin Dromann, Bürgermeister Peter Lehr und Standverbandsvorsitzender Dieter Kies sowie dritter Bürgermeister Klaus Lehl für Gespräche. Bild: gpa
Den "Frohsinn"-Familientag nutzten (von links) "Frohsinn"-Vorsitzender Erwin Dromann, Bürgermeister Peter Lehr und Standverbandsvorsitzender Dieter Kies sowie dritter Bürgermeister Klaus Lehl für Gespräche.
 
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