Eschenbach
17.06.2026 - 18:40 Uhr
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So sauber sind die Badeweiher im Landkreis Neustadt/WN

Mit den ersten heißen Sommertagen versprechen auch die zahlreichen Badeseen im Landkreis Neustadt/WN und einer in Weiden Abkühlung. Doch wie steht es um ihre Wasserqualität, und was wird überhaupt untersucht?

Es wird heiß. Die Temperaturen legen in den nächsten Tagen einen Zahn zu und sollen laut den Wetterprognosen auch in unserer Region die 30-Grad-Marke erreichen. Eine Abkühlung in einem der Badeseen im Landkreis Neustadt/WN dürfte da willkommen sein. Damit der Badespaß für die Besucher auch ungetrübt bleibt, wird regelmäßig die Wasserqualität überprüft. Dazu entnehmen Mitarbeiter des Gesundheitsamts Neustadt/WN-Weiden Proben und testen sie auf bestimmte Stoffe. Das Ergebnis im Mai war gut. Alle Ergebnisse waren laut Auskunft des Landratsamts Neustadt/WN bakteriologisch einwandfrei. Es kann also bedenkenlos gebadet werden.

Sechsmal wird geprüft

In der Badesaison, die offiziell vom 4. Mai bis 7. September geht, werden die insgesamt 19 Weiher sechsmal überprüft, teilt Marcel Weidner, Pressesprecher des Landratsamts, auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien mit. Er weist darauf hin, dass die Ergebnisse zur Wasserqualität auf der Internetseite des Landratsamts (www.neustadt.de) nachzulesen sind. Die nächste reguläre Untersuchung erfolgt Ende Juni. Dann soll es auch einen Wert für das Naturbad in Vohenstrauß geben, das im Moment noch in der Liste fehlt. Laut Weidner konnten hier im Mai noch keine Proben gezogen werden, da der Badeweiher noch nicht mit Wasser befüllt war.

Das Baden in natürlichen Gewässern unterscheidet sich hinsichtlich der hygienischen Voraussetzungen und möglicher Unfallgefahren von (gechlorten) Schwimmbädern. So können in einem Weiher Bakterien, Viren und kleine Lebewesen vorhanden sein, die beim Menschen Krankheitssymptome auslösen können. Das können zum Beispiel Magen-Darm-Beschwerden durch Kolibakterien (Escherichia coli) sein, wenn der Schwimmer zu viel verschmutztes Wasser schluckt, oder meist harmlos verlaufende Hautreizungen durch Zerkarien (Larven von Saugwürmern), wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) informiert.

Neben der regelmäßigen Untersuchung auf Kolibakterien, die übrigens in der natürlichen Darmflora jedes Menschen vorkommen, schaut das Gesundheitsamt auch auf Hinweise für Enterokokken, wie Pressesprecher Weidener ausführt. Die Bakterien sind einer der Indikatoren für Verunreinigungen durch Fäkalien.

Öfters Blaualgen

Die häufigste Ursache für ein Badeverbot an Seen im Landkreis waren laut Weidner in den letzten Jahren Blaualgen (Cyanobakterien). Sie wachsen vor allem bei viel Sonnenschein und anhaltend hohen Temperaturen. Ein erster Hinweis ergebe sich meist bei der Sichtprüfung des Sees. Das Wasser sei intensiv blaugrün bis milchig trüb. Es rieche muffig. „Das Gesundheitsamt nimmt dann Proben und lässt sie durch das LGL untersuchen“, sagt Weidner. Einige Arten der Cyanobakterien können Giftstoffe produzieren. Bei einem Massenvorkommen („Blüte“) können die Toxine im Wasser hohe Konzentrationen erreichen und Haut- und Schleimhautreizungen auslösen. Badeverbote sollten deshalb immer beachtet werden, so das Landratsamt.

Neben der Wasserqualität misst das Gesundheitsamt auch jedes Mal die Temperaturen der Badeweiher. Beim letzten Check im Mai lagen sie durchaus im Wohlfühlbereich. Am wärmsten war mit 25,8 Grad Celsius der Weiher im Weidener Schätzlerbad. Am kältesten war der Naturbadeweiher in Georgenberg mit 17,3 Grad Celsius. Andere beliebte Weiher wie der Rußweiher Eschenbach (23,9 Grad Celsius), der Kiesi-Beach in Pressath (23,6 Grad Celsius), der Badeweiher in Mantel (23,7 Grad Celsius), der Naturbadeweiher Störnstein (19,1 Grad Celsius), der Gaisweiher Flossenbürg (19,1 Grad Celsius) oder der Badesee in Tröbes mit 20 Grad Celsius lagen im Mittelfeld.

Bade-Tipps

Mit dem vorhergesagten Sommerwetter dürften sich die Badeseen weiter erwärmen, zumal auch die Nächte langsam nicht mehr so kalt sind. Hier noch ein paar Tipps des Landratsamts für den Aufenthalt an Naturgewässern:

  • Bei hohen Außentemperaturen führt kaltes Wasser zu einer hohen Kreislaufbelastung. Kühlen Sie sich vorher ab.
  • Nicht allein zum Baden gehen, vor allem an unbeaufsichtigten Badestellen.
  • Niemals in Wasser springen, dessen Tiefe man nicht kennt.
  • Entfernungen beim Schwimmen in einem Badesee werden leicht unterschätzt.
  • Nicht unter Alkoholeinfluss baden.
  • Aktuelle Bedingungen wie Geruch, Wassertrübung und Verschmutzungen prüfen und gegebenenfalls aufs Schwimmen verzichten. Auch Kleinkinder sollten dann nicht im Flachwasserbereich spielen.
  • Auch an den Schutz der Mitbadenden denken und nicht bei einer übertragbaren Krankheit (vor allem infektiöse Durchfallerkrankung) baden gehen.
  • Badeschuhe minimieren Verletzungsrisiken.
  • Müll wieder mit nach Hause nehmen.
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