Eschenbach
28.10.2018 - 12:38 Uhr

Soldatenbund besucht Dachau und Pfaffenwinkel

Die jüngere deutsche Geschichte hinterlässt bei den Mitgliedern des Kreisverbandes des Bayerischen Soldatenbundes einen bitteren Nachgeschmack. Dennoch ist die Jahresfahrt etwas Besonderes.

Auf den Spuren der Olympischen Spiele 1972 Bild: rn
Auf den Spuren der Olympischen Spiele 1972

Der Ausflug wurde zu einem sport- und kulturgeschichtlichen Erlebnis. Ansatzweise hatte sie sogar den Charakter einer Soldatenwallfahrt. Der 150-minütige Aufenthalt auf dem Areal des ehemaligen Konzentrationslagers in Dachau hinterließ bleibende Eindrücke. Die Führung beinhaltete Informationen über Entstehung des Lagers, dessen wechselnde Inhaftierte, deren Behandlung sowie die Befreiung durch US-Streitkräfte.

Szenenwechsel war im Olympiastadion München angesagt: Ein Stadionführer spannte einen weiten Bogen von der Nutzung der Fläche als Flugplatz ab 1919 bis zur Initiative von Willi Daume aus dem Jahr 1965, die Olympischen Spiele 1972 nach München zu vergeben. Einem Film über die Entstehung der olympischen Anlage, die Spiele und die spätere Nutzung als Fußball- und Leichtathletikstätte folgten ein Wiedersehen mit Maskottchen „Waldie“ und mit Fußballgrößen wie Elber, Babbel, Ballack und Schweini in der Umkleidekabine der Heimmannschaft. Auf dem Rasen zeigte Kreisvorsitzender Richard Hofmann seine fußballerischen Qualitäten beim Torwandschießen.

Am Sonntag standen im Pfaffenwinkel, der sich als Kürbis- und Fünf-Seen-Land präsentiert, besondere Genüsse bevor. Einem Blick auf Hotel „Kaiserin Elisabeth“ – Sissi machte hier stets Heimaturlaub –, einem Gang über die Seepromenade der Millionärs-Stadt Starnberg und einem Blick auf die Heimatsportstätte von Fußballstar Thomas Müller in Pähl folgte ein Aufenthalt an der Erdfunkstelle Raisting. Über die Anlage, die einen verhältnismäßig hohen Elevationswinkel für geostationäre Satelliten gewährleistet, wurden 1969 Originalbilder von der Mondlandung und 1972 erste Überseeübertragungen gesendet.

Zu einem Erlebnis wurde die Fahrt auf den knapp 1000 Meter hohen Hohen Peißenberg, der den Beinamen „Bayerische Rigi“ trägt. Neben einem Blick auf die tiefliegende oberbayerische Landschaft lockte ein Besuch der 1619 eingeweihten Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt. Der erste Kirchenbau der Renaissance im Pfaffenwinkel war 1747/48 zum Schatzkästchen des kirchlichen Rokokos verwandelt worden. Im Kloster wurden seit 1700 handschriftliche Wetteraufzeichnungen getätigt.

Als weiterer kultureller Leckerbissen entpuppte sich das 1739 fertiggestellte Marienmünster in Dießen. Mit seiner Länge von 70 Metern, einer Kuppelhöhe von 25 Metern, den Engeln mit Fledermausflügeln und seinem „Glanzstück Hochaltar“ gehört es zu den bedeutendsten Barockbauten Bayerns. Die „BSB-Wallfahrt“ endete auf Bayerns 720 Meter hohen „Heiligen Berg“ Andechs. Hier lockten zunächst deftige Brotzeiten und die flüssige Nahrung der Klosterschänke. Nicht fehlen durfte aber ein Blick in die Wallfahrtskirche „Mariä Verkündigung“, eine dreischiffige Hallenkirche.

Dank sagte Hofmann seinem Stellvertreter Max Wagner (Speinshart), Willi Lehner (Neuzirkendorf) und Peter Lehr (Eschenbach) für die Mitarbeit bei der Vorbereitung der Reise.

BSB- Kreisvorsitzender Richard Hofmann "testet" einen Törhüter des FC Bayern Bild: rn
BSB- Kreisvorsitzender Richard Hofmann "testet" einen Törhüter des FC Bayern
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