Am Samstag ist der Startschuss der diesjährigen Kirwasaison gefallen. Wie jedes Jahr richtete der SV Sorghof das Kreis-Kirwa-Warm-up aus. „Das ist unsere Veranstaltung, wir haben es ja auch erfunden und sind sehr stolz, jedes Jahr die Kirwasaison einzuleiten“, sagt Dominik Fischer, Erster Vorsitzender des Sportvereins. Das Kreis-Kirwa-Warm-up fand auch dieses Jahr wieder am Sportplatz in Sorghof statt. Fernab von Nachbarn wurde niemand von der lauten Musik und den 3000 Feierwütigen gestört.
Bereits lange im Voraus waren alle reservierbaren Tische ausgebucht. Shuttlebusse wurden organisiert, damit die Besucher kein Verkehrschaos in Sorghof auslösten und damit sie auch nicht selbst fahren mussten. Bis 3.30 Uhr nachts waren die Busse im Einsatz. „Die Veranstaltung findet super Anklang, und wir freuen uns jedes Jahr, so viele Besucher anzulocken. Natürlich auch finanziell. Der Verein zehrt das ganze Jahr von den Einnahmen aus dem Warm-up.“ Auch in diesem Jahr heizte die Band Grögötz Weißbir die Massen im Bierzelt ein und sorgte für die perfekte Stimmung.
Zusammenarbeit der Vereine
Die Feuerwehr aus Sorghof und Sigl hat für den Brandschutz und die Parkplatz-Einweisung gesorgt. „Es ist ein sehr gut organisiertes Fest. Oben am Zelt steht noch ein Fahrzeug, das sich um den Brandschutz kümmert. Wir machen die Straßenabsicherung und regeln den Verkehrsfluss“, sagt Emanuel Gonzales, Kommandant der Feuerwehr Sorghof. Einziger Wermutstropfen: Man darf selbst nicht mitfeiern. „Wir können zwar nicht mitfeiern, aber dafür sorgen, dass die Besucher einen tollen Abend haben, und das reicht uns auch. Immerhin hilft man sich hier auf dem Dorf.“
Bis in die frühen Morgenstunden sicherten die 16 Sorghofer Feuerwehrler mit der Feuerwehr Sigl den Verkehr. Auch die Polizei war in Sorghof dauerhaft mit mehreren Einsatzwagen vor Ort. „Wir arbeiten Hand in Hand mit der Polizei zusammen, und neben der Security ist die Polizei auch dauerhaft auf Patrouille, damit niemand auf dumme Gedanken kommt. Das hat sich bisher bewährt“, sagt Dominik Fischer. Auch die BRK-Bereitschaft aus Sulzbach-Rosenberg war mit mehreren ehrenamtlichen Helfern im Einsatz, um Verletzte direkt im Zelt zu behandeln.
„Die Zusammenarbeit mit dem Organisator und den anderen Hilfsorganisationen ist sehr gut. Bisher (Stand 22.30 Uhr) haben wir nur kleinere Verletzungen und Schnittwunden zu behandeln. Auch ein paar wenige Stürze mussten wir bisher verzeichnen“, sagt Tobias Schmidt, Gruppenführer der BRK-Bereitschaft Sulzbach. Zwar sei mit steigendem Alkoholpegel die Gefahr für schwere Verletzungen größer, allerdings sei das Team groß genug, dies aufzufangen. Auf Anfrage bei der BRK-Bereitschaft Sulzbach-Rosenberg berichtete Sebastian Schötz: „Es hielt sich alles wie in den letzten Jahren in Grenzen, und es gab keine Außergewöhnlichkeiten.“
Internationale Hilfe
David ist Amerikaner und lebt seit 2008 in Deutschland. Für ihn ist Sorghof seine zweite Heimat, und deshalb hilft er gerne, wo es geht. „Ich komme aus einer kleinen Stadt in Wisconsin, in der viele Nationalitäten wohnen. Wenn dort ein Fest ist, hilft man sich, und genau das gilt auch für meine Heimat in Deutschland.“ Der mittlerweile in Rente befindliche David half in den vergangenen zwei Wochen beim Aufbau des Festes. Am Samstag war er seit 9 Uhr morgens auf dem Festgelände. „Ich finde es toll, hier zu helfen und mit den Menschen zu arbeiten. Es ist gut und wichtig, dass wir Amerikaner und Deutsche zusammenhalten. Außerdem ist das ein tolles Fest, und es macht einfach Spaß“, sagt David. Aus der nahegelegenen Rose-Barracks-Army-Base in Vilseck waren viele Besucher da. Auf dem Festgelände herrschte ein großes Miteinander, und die verschiedenen Kulturen trafen aufeinander. „It’s great here. Let’s have fun together!“ (Es ist toll hier. Lass uns gemeinsam Spaß haben), sagte ein US-amerikanischer Soldat, der nicht namentlich genannt werden wollte.
Tolles Aufeinandertreffen
An der Pils-Bar außerhalb des Zeltes sorgte der Kirwaverein Kemnath am Buchberg für die Unterhaltung. „Wir freuen uns jedes Jahr auf dieses Fest, weil man Kirwaleute kennenlernt, die man sonst nie getroffen hätte. Außerdem ist der Shuttle-Service phänomenal“, sagte Piser vom Kemnather Kirwaverein. Mit einem selbst erfundenen Spiel namens „Anschlagen“ machten sie Werbung für ihre Kirwa (17. bis 19. Juli). Man musste mit einem vollen Pils gegen eine leere Pilsflasche anschlagen, sodass diese sich bewegte. Das wurde im Kreis weitergespielt, und die Flasche durfte niemals stillstehen. Derjenige, bei dem sie zum Stehen kam oder umfiel, musste einen Schluck nehmen. „Anschlagen ist ein Spiel, das wir vom Kirwaverein mit Mitgliedern des DKW (Derf Koina Wissen), der sich für Traditionsbewahrung einsetzt, erfunden haben“, sagten die Kirwaburschen an der Pils-Bar.
Kirwavereine aus dem ganzen Kreis kamen zusammen, um miteinander zu feiern und ihre Kirwa zu bewerben. Auch in diesem Jahr war in Sorghof wieder ein tolles Kreis-Kirwa-Warm-up, das die Kirwa-Saison 2026 eröffnete.


























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