08.09.2021 - 13:57 Uhr
EschenbachOberpfalz

Versandjob führt zu Ermittlungen wegen Geldwäsche

Pakete annehmen, umpacken, weiterschicken. So einfach hörte sich der Job für eine junge Frau an. Bis die Polizei Eschenbach vor der Tür stand. Jetzt warnt sie davor, dass auch andere in so eine Falle tappen.

Ein harmlos erscheinender Job zieht für junge Frau aus dem Landkreis Neustadt/WN Ermittlungen der Polizei wegen des Verdachts der Geldwäsche und des Betrugs nach sich.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

Über Internet warben Unbekannte im Frühjahr eine 25-Jährige aus dem westlichen Landkreis Neustadt/AN für eine vermeintlich leichte Tätigkeit an, um Geld zu verdienen. Jetzt führen Beamte der Polizeiinspektion in Eschenbach strafrechtliche Ermittlungen gegen die junge Frau. Die Frau nahm Pakete an, packt deren Inhalt um und schickte die Packerln mit Hilfe der mitgelieferten Adressaufkleber meist ins Ausland weiter. In den Paketen befanden sich meistens elektronische Geräte. Für ihre Dienste erhielt die Frau pro Lieferung einen niedrigen zweistelligen Eurobetrag auf ein Konto überwiesen.

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, bestehe nach derzeitigem Stand der Ermittlungen der Anfangsverdacht des Betrugs und der Geldwäsche. Ob sich die Frau dessen bewusst war, soll nun geklärt werden.

Damit nicht noch weitere Bürger in eine Falle tappen, hat die Polizei einige Tipps zusammengestellt, um solche Machenschaften frühzeitig zu erkennen. Verdächtig sind:

  • Anzeigen in Zeitungen oder im Internet über die Geschäftspartner gesucht werden, die gegen eine Provision ihre Konto- und Kontaktdaten zur Verfügung stellen.
  • Stellenanzeigen ausländischer Firmen über die beispielsweise Testkäufer gesucht werden, die am Ende aber als Finanzagenten eingesetzt werden.
  • E-Mails von Kreditinstituten in denen nach Kontodaten und Passwörtern gefragt wird.
  • Mieter, die hohe Kautionen akzeptieren und diese nach der Wohnungskündigung ins Ausland überwiesen haben wollen.
  • Hohe Bargeldsummen bei Kauf und Verkauf.
  • Wenn Käufer bei größeren Bargeldanzahlungen anbieten, den Kaufpreis in Tranchen unter 15.000 Euro zu begleichen, so dass der Verkäufer den Betrag auf verschiedene Konten einzahlen kann. Ziel dieser Splittungen ist es, die Sicherungssysteme der Kreditinstitute zu umgehen. Diese werden bei größeren Bargeldeinzahlungen ihrer Kunden rasch misstrauisch.

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