28.06.2020 - 13:19 Uhr
EschenbachOberpfalz

Vikar Victor nimmt nach nur einem Jahr Abschied von Eschenbach

Nach nur einem Jahr verlässt Pfarrvikar Dr. Victor Jamahh Usman die Pfarrei Eschenbach in Richtung Heimat. Aber er geht nicht mit leeren Händen. Viel Unterstützung erhält der Geistliche für sein Brunnen-Projekt in Nigeria.

Bei einem Festgottesdienst verabschiedete Dekan Thomas Jeschner (rechts) Pfarrvikar Dr. Victor Jamahh Usman. Auch viele Gläubige waren gekommen.
von Robert DotzauerProfil

„Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.“ Diese Botschaft aus dem Matthäus-Evangelium am 13. Sonntag im Jahreskreis des liturgischen Kalenders ist auch ein Ruf an die Kirche, neuen Fragen und Gedanken Raum zu geben. In seinen analytischen Predigten nahm sich Pfarrvikar Dr. Victor Jamahh Usman stets dieser Worte an. Am Samstagabend nahm der geschätzte Geistliche Abschied von Eschenbach.

In der Verkündigung des Evangeliums wagte er sich auf neues Gelände um, wie er sagte, Wegweiser für ein Leben in Gerechtigkeit zu sein. Seine Predigten in perfektem Deutsch machten hellhörig, und mit seinem charmanten Lächeln gewann er rasch die Herzen der Gläubigen. Nach einem Jahr priesterlichen Wirkens in der Pfarrei St. Laurentius nahm der Vikar am Wochenende dennoch zum Bedauern der Gläubigen schon wieder Abschied.

Vikar Victor nach seiner Ankunft in Eschenbach im Interview

Eschenbach

„Vikar Victor hat es geschafft, in Eschenbach angenommen und aufgenommen zu werden“, betonte Stadtpfarrer Thomas Jeschner am Samstag in der Vorabendmesse. Der Dekan skizzierte seinen Priesterkollegen als freundlich, hilfsbereit und stets entgegenkommend: „Der Vikar hat unsere Sprache gesprochen.“ Der Stadtpfarrer erinnerte an die vielseitigen Aufgaben seines Mitbruders, etwa bei Gottesdiensten in Eschenbach, in Apfelbach und in den Seniorenheimen sowie bei der Verwirklichung eines Projektbuches über die Karwoche.

Stiller Abschied in Coronazeit

Coronabedingt war es ein stiller Abschied ohne anschließenden Empfang. Der Pfarrvikar nutzte deshalb den feierlichen Gottesdienst, um sich bei den Pfarrangehörigen zu bedanken und auf Wiedersehen zu sagen. Der Seelsorger sprach von vielen guten Erinnerungen und wunderbaren Erlebnissen. „Ich habe nicht nur frische Luft, sondern viel Schwung und Herzlichkeit erfahren“, sagte Jamahh Usman und dankte Stadtpfarrer Jeschner, Ruhestandspfarrer Helmut Süß, Pastoralassistenten Alfred Kick, Mesnerin Elisabeth Hartwanger und den Ministranten. Den „Domorganisten“ Joachim Steppert beförderte Pfarrer Victor zu einem der Besten im deutschsprachigen Raum. Der Vikar würdigte zudem die herzerfrischenden gesellschaftlichen Ereignisse, zum Beispiel als Sänger bei der Liedertafel. Unvergessen werde ihm auch die Teilnahme am Eschenbacher Faschingszug bleiben. Ein großer Moment sollte allerdings noch kommen.

8200-Euro-Spende für Brunnen

Stadtpfarrer Thomas Jeschner verkündete das Spendenergebnis für den großen Wunsch des Vikars, in seiner nigerianischen Heimat eine Brunnenbohrung zu finanzieren, um anstelle verkeimter Regenwasserzisternen für die Bevölkerung lebensspendendes Trinkwasser zu garantieren. Die Spendensumme von 8.200 Euro lag deutlich über den Erwartungen des Geistlichen. Dr. Victor Jamahh Usman strahlte. Nach einer Zwischenstation als Urlaubsvertretung in zwei österreichischen Gemeinden kehrt der Vikar im September in seine Heimat Nigeria zurück.

Wie geht es in der Pfarrgemeinde weiter?:

Ein neuer Vikar kommt

Eschenbachs Stadtpfarrer Thomas Jeschner kündigte an, dass der Pfarrei ab 1. September 2020 vom Bistum ein neuer Vikar, ebenfalls aus Nigeria stammend, zugeteilt worden sei. Quarantänepflichten für den Neuen verneinte der Ortspfarrer, weil sich der Nachfolger von Vikar Victor als Notfallpriester bereits seit einiger Zeit in Deutschland aufhalte. Für die Urlaubszeit ab 27. Juli bis 23. August 2020 kündigte Jeschner eine Vertretung „zur besonderen Verwendung“ an. Ein Vergelt's Gott richtete der Dekan an Ruhestandspfarrer Helmut Süß für die vielseitige Aushilfstätigkeit in der Pfarrei.

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