03.08.2021 - 15:45 Uhr
EschenbachOberpfalz

Volle Klassenzimmer in den Ferien: Schüler frischen Unterrichtsstoff auf

Kaum haben die Sommerferien im Landkreis Neustadt/WN und in Weiden begonnen, kehren die ersten Schüler schon wieder in die Schulen zurück, um coronabedingte Lernlücken zu füllen. Wie wird das Förderangebot angenommen? Ein Überblick.

Hand heben auch in den Ferien: Nutzen Schüler im Landkreis Neustadt/WN und in Weiden das Angebot von Schulen und Kultusministerium, coronabedingte Lernlücken zu schließen?
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Einen Neustart, bei dem alle Schüler so gut wie möglich auf das neue Schuljahr vorbereitet sind, das wünschen sich die Schulen im Landkreis Neustadt/WN und in Weiden. Die Coronapandemie hatte Kindern, Lehrern und Eltern in den vergangenen Monaten einiges abverlangt. Wechsel-, Präsenz-, und Online-Unterricht waren für viele Familien nicht leicht zu stemmen. Kein Wunder, wenn der ein oder andere Schüler da mit dem Unterrichtsstoff zu kämpfen hatte. Um Lernlücken nun noch vor Start des neuen Schuljahres zu beseitigen, bieten viele Schulen in Kooperation mit dem Bayerischen Kultusministerium für die Kinder ein Aufwärmtraining in den Ferien an. Wie es an den jeweiligen Schulen im Landkreis Neustadt/WN und in Weiden angenommen wird, verraten die Schulleitungen im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

  • Gymnasium Eschenbach

Für das Eschenbacher Gymnasium ist so ein Aufwärmtraining, wie es das Kultusministerium den Schulen heuer wegen der Coronapandemie ermöglicht, nicht ganz neu. Seit neun Jahren gibt es so einen Auffrischungskurs für die 5. bis 8. Jahrgangsstufe dort schon. In diesen Sommerferien kommt aber erstmals auch ein Sommertraining für die 9. bis 11. Klasse dazu. Insgesamt 170 Schüler, davon 149 Fünft- bis Achtklässler, haben das Angebot des Gymnasiums angenommen – mehr als sonst, berichtet stellvertretender Schulleiter Martin Meier. In 110 Kursen werden dann von 6. bis 10. September gemeinsam Mathematik, Deutsch, Englisch, Französisch und Latein gepaukt. Bis dahin dürfen sich die Schüler aber erst einmal eine Pause gönnen und ihre Ferien genießen.

  • Sonderpädagogisches Förderzentrum Eschenbach

Für Andreas Demleitner, Rektor des Sonderpädagogischen Förderzentrums in Eschenbach, waren gemeinsame Aktivitäten wichtiger als Lernstoff nachzuholen. Er hat das Budget des Kultusministeriums dafür verwendet, in der letzten Schulwoche einen dreitägigen Ausflug nach Nabburg mit einer Gruppe Schüler zu unternehmen. Dort wurde gezeltet, Kanu gefahren und Zeit miteinander verbracht. "Wir sahen im sozialen Bereich mehr Nachholbedarf. Man hat sich lange nicht so richtig gesehen und seit knapp zwei Jahren waren die Kinder ohne jeglichen Ausflug", erklärt Demleitner.

  • Grund- und Mittelschule Grafenwöhr

Bereits gut vorbereitet zu sein, scheinen die Kinder der Grund- und Mittelschule in Grafenwöhr. "Unsere Lehrkräfte haben bis zu den Sommerferien versucht, alles aufzufangen", berichtet Schulleiterin Anja Bräu. Weil die Schüler bei der Lernstandserhebung dann so gut abgeschnitten hätten, habe die Schule keinen Bedarf gesehen, die Kinder auch in den Sommerferien zu unterrichten. "Vielleicht sehen das manche Eltern anders, aber manche sehen ja immer Bedarf", schmunzelt die Rektorin, die froh ist, dass die Kinder jetzt erstmal Ferien haben dürfen.

  • Lobkowitz-Realschule Neustadt/WN

61 Schüler nehmen dagegen an der Sommerschule der Neustädter Lobkowitz-Realschule teil. Nach der Lernstandserhebung haben die Klassenlehrer die Schüler, die etwas hinterherhinken, auf das Angebot angesprochen, und "die, die angesprochen wurden, sind ziemlich geschlossen da", sagt Konrektor Ramon Gomez-Islinger. Dass so viele Kinder die Sommerschule dann auch annehmen, damit habe die Schule nicht gerechnet, freut er sich.

  • Gymnasium Neustadt/WN

Am Neustädter Gymnasium sind es rund 80 Schüler, die in der ersten und in der letzten Ferienwoche lernen. Es ist das erste Mal, dass die Schule so etwas anbietet. "Ich denke, das macht schon Sinn", sagt Leiter Anton Hochberger. Die Schüler üben in diesen Tagen Grundlegendes, also Gleichungen lösen, Prozentrechnen und so weiter. Das Gymnasium bietet das Training komprimiert am Montag, Dienstag und Mittwoch an, da keine Busse fahren und die Eltern so nicht fünf Tage pro Woche Fahrdienst spielen müssten.

  • Elly-Heuss-Gymnasium Weiden

Schon seit längerem bietet das Elly-Heuss-Gymnasium in den Sommerferien Auffrischungskurse an. "Vor einigen Jahren war die Akzeptanz gut und hat dann abgenommen", erinnert sich Leiter Reinhard Hauer. Heuer sei die Nachfrage wieder groß. Das führt er auf die Coronapandemie zurück. Wie viele Schüler genau an dem Angebot teilnehmen, hat er zwar nicht im Kopf, doch die verschiedenen Kurse seien stark nachgefragt.

  • Kepler-Gymnasium Weiden

87 Kinder wollen am "Kepler" ihre Kenntnisse in Kernfächern wie Deutsch und Mathe auffrischen. "Wir hatten so etwas noch nie", berichtet Rektorin Sigrid Bloch. Aber es wird gut angenommen, freut sie sich. Ob es nun der Wunsch der Schüler selbst oder der Eltern sei, dass die Kinder teilnehmen, das kann sie nicht sagen.

  • Augustinus-Gymnasium Weiden

"Die Kernarbeit muss sowieso nächstes Jahr im Unterricht erfolgen, mit dem Lehrer in der Klasse. Wir können ja nicht alles in einer Woche aufholen", betont stellvertretender Schulleiter Thomas Kreuzer. Dennoch sei es sinnvoll, in der letzten Ferienwoche Unterrichtsstoff aufzufrischen. 130 Schüler nehmen am Augustinus-Gymnasium daran teil. Von der ersten Schulwoche, wie es andere Schulen machen, hält er nichts. "Die Kinder brauchen ja auch Ferien, sie haben ja etwas geleistet."

  • Sophie-Scholl-Realschule, Weiden

Insgesamt 150 Unterrichtsstunden für 90 Schülerinnen absolviert die Sophie-Scholl-Realschule in der ersten und letzten Ferienwoche. Lehrkräfte und Studenten, die als Tutoren fungieren, bringen den Mädchen tageweise ein bestimmtes Fach bei. "Manche nehmen dann nur am Mathe-Tag teil", berichtet Konrektor Alexander Lindner. Andere Schülerinnen nehmen das komplette Angebot wahr. "Ich bin zufrieden, wie es angelaufen ist", betont der Konrektor.

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"Wir sahen im sozialen Bereich mehr Nachholbedarf. Man hat sich lange nicht so richtig gesehen und seit knapp zwei Jahren waren die Kinder ohne jeglichen Ausflug."

Andreas Demleitner, Rektor des Sonderpädagogischen Förderzentrums in Eschenbach

 

 

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