14.07.2020 - 13:32 Uhr
EschenbachOberpfalz

Wildgänse schätzen Getreideangebote

Die heimischen Landwirte erhalten derzeit geflügelte „Erntehelfer“: Die Wildgänse schätzen deren Getreideangebote.

Wildgänse nutzen den freien Zugang zum "gedeckten Tisch" Gerstenfeld.
von Walther HermannProfil

Als Vogelparadies sind die Naturschutzgebiete „Vogelfreistätte Großer Rußweiher“ und „Eschenbacher Weihergebiet“ über die Region hinaus bekannt. Unter anderem schrieb die Nordoberpfälzer Rundschau in ihrer November/Dezember-Ausgabe 1979: „Das gesamte Teichgebiet um Eschenbach dürfte in seiner Nützlichkeit und Ursprünglichkeit in der Reihe der nordbayerischen Weiher-, Teich- und Moorgebiete einen hervorragenden Platz einnehmen.“

Nach Reihern und Kormoranen, den „besonderen Freunden“ der Teichwirte, haben in den vergangenen Jahren auch Wildgänse das heimische Vogelparadies lieb gewonnen. Neben dem natürlichen Futterangebot lockt sie in begrenztem Umfang auch das Angebot an Backwaren, das ihnen vermeintliche Naturfreunde vom Damm des Obersees aus zuwerfen.

Verschiedentlich angebrachte Hinweise, diese „Fürsorgemaßnahmen“ zu unterlassen, blieben unbeachtet. Dies führte dazu, dass die Dammstraße zeitweise stark verkotet war. Freude haben die Gänse auch am Uferstreifen und an der Liegewiese des Rußweiher-Freibads gefunden. Daraus ergibt sich eine wenig attraktive Zusatzaufgabe für den Bademeister.

Neben diesem lokal begrenzten Negativbild erkennen zunehmend auch die Landwirte Wildgänse als schädigend. Denn die Vögel fallen zu Hunderten auf Wiesen ein und übersäen sie mit ihren Hinterlassenschaften, die dann zu Krankheiten beim Viehbestand der Bauern führen. Gefallen am reichlichen heimischen Körnerfutter haben Wildgänse etwa jüngst an einem Gerstenfeld nahe des Obersees gefunden. Auf einer Länge von mehr als 30 Meter ist ein breiter Streifen abgeerntet. Zwischen den zum Teil niedergetretenen Halmen hängen als „Visitenkarte“ Flaumfedern.

Bereits im Juni 2018 berichtete das Bayerische Fernsehen von einer Wildgänse-Plage in Bayern und verwies darauf, dass Gänsekot nicht nur das Gras als Futter für Rinder wertlos macht, sondern die Vögel zudem auch Getreide fressen, so dass sich mancherorts eine Ernte nicht mehr lohnt. Für den Bereich der Fränkischen Seenplatte greift seit 2014 sogar ein Staatliches Wildgänsemanagement. Für Nil-, Kanada- und Graugänse enthält es beispielsweise eine „Gelegebehandlung“ durch Anstechen der Eier.

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Eschenbach
In Form von Flaumfedern hinterlassen die Wildgänse ihre Visitenkarte.

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