18.09.2020 - 14:39 Uhr
EschenbachOberpfalz

Zukunft des Eschenbacher "Lederhäusl" ungewiss

Bis Ende September erwartet der Bayerische Staat die Angebote, dann soll das kleinste Wohnhaus Eschenbachs in andere Hände übergehen.

Das "Lederhäusl" ist das kleinste Wohnhaus Eschenbachs.
von Externer BeitragProfil

Wahrscheinlich wird das kleinste Wohnhaus Eschenbachs abgebrochen, bei einem Neubau muss das Landesamt für Denkmalpflege beteiligt werden. Das Haus ist gegenüber des alten Malzhauses, das etwa von 1607 stammt. Das „Lederhäusl“ wie es seit etwa 1704 heißt, ist sicher schon um 1650 gebaut worden. Auf das Erdgeschoss setzte man 1952 ein Stockwerk drauf, so dass es heute etwa 85 Quadratmeter Wohnfläche hat.

Jacob Ott, von Beruf „Rothgerber“, benutzte es ab 1607 zum Gerben der Felle. Der Platz war geeignet, da ein Brunnen vor dem Haus lag und die Abwässer, die dieses etwas stinkende Handwerk mit sich bringt, mit einem Graben durch die Stadtmauer in den Stadtweiher geleitet werden konnten. Wohnhäuser gab es damals keine in der unmittelbaren Umgebung. Diese entstanden erst etwa um 1770 Jahre, später als die Eschenbacher Stadtmauer im nördlichen Bereich niedergelegt wurde. Als Jacob Ott ins Haus am Marktplatz zog, arbeiteten links und rechts davon zwei Metzger – eine Situation, die es bis in die 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gab. Bis um 1800 wurde das kleine Haus so genutzt. Dann war es Austragshäusl, beherbergte arme Familien. Eine Familie mit acht Kindern lebte dort um 1850 auf etwa 40 Quadratmetern. 1868 beim zweiten großen Stadtbrand, aber auch 1896 brannte es aus.

Mit dem Haus verbinden die alten Eschenbacher den „Poppn Schorsch“. Er war Maschinist im Lagerhaus und trug blaue, ölverschmierte Arbeitskleidung. Geraucht hat er Ecksteinzigaretten und Reval. Mit einem Lanzbulldog fuhr er dorthin, wo man den Antrieb der Scheibe brauchte. Das war vor allem beim Dreschen der Fall.

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