In der 2013 gegründeten Außenstelle von Gut Aiderbichl in Eslarn tummeln sich große und kleine Tiere, darunter 19 Urschafe. "Der Gnadenhof in Eslarn ist kein öffentlicher Besucherhof", informierte Verwalter Michael Meckl. Derzeit genießen 185 Tiere hier ihren Lebensabend.
Wichtig für den Erhalt der Idylle sind Spenden und die Übernahme von Patenschaften für die Tiere. "Momentan sind wir mit 54 Rindern, 37 Pferden und Ponys, 52 Schafen, darunter Urschafe, Heidschnucken und 42 Ziegen, überwiegend Zwergziegen, voll ausgebucht", erklärt Meckl. Darunter befinden sich auch verschiedene Schafarten, wobei die Wild- oder Urschafe, aus denen die Hausschafe hervorgegangen sind, zu den ältesten Haustieren zählen.
Einige dieser Urschafe der Rasse "Soay", acht weibliche und ein Bock im Alter von rund fünf Jahren, kamen über die Eifel zu einer privaten Tierliebhaberin nach Nürnberg. Der Bock sorgte dafür, dass die Familie der Urschafe auf 19 wuchs. Die Halterin hatte für die kleine Herde kein passendes Grundstück parat und gab die Tiere an Aiderbichl ab. Da ein Grundprinzip von Aiderbichl lautet, dass keine Tierfamilie getrennt werden, kam die komplette Herde nach Eslarn und mit 9 Kamerunschafen sowie 2 Heidschnucken in ein großes Gehege. Die besondere Zuneigung zu ihren Lieblingstieren zeigte die Frau mit der Übernahme der Patenschaft und mit ständigen Besuchen.
Die Soays sind gegenüber Menschen anstatt wehrhaft, eher scheu und sehr zurückhaltend. In Gegenwart von fremden Menschen lassen die Urschafe ihren "Mitbewohnern" zunächst den Vortritt und warten lieber ab. Um Fütterung und Pflege kümmert sich ein engagiertes Team, darunter auch Ehrenamtliche. Mit Fressen und Weiden auf einer großzügigen Fläche beschäftigen sich auch "Butzel und Fabi", zwei vom Metzger gerettete Rinder. Der ehemalige Besitzer betrieb eine Almwirtschaft und musste die beiden aus finanziellen Gründen an den Metzger abgeben.
Ebenfalls vor dem Schlachten freigekauft wurden die beiden Pferde "Tuxi und Buddy". Das Vollblut und der Iris Tinker kamen ebenfalls zur Zweigstelle nach Eslarn. Das Vollblut "Tuxi" hatte als Rennpferd bei Rennen in der Zeit von 2004 bis 2009 im italienischen "Merano und Milano" bereits einige Preise gewinnen können und genießt jetzt wie die anderen Tiere den Ruhestand. Die ehemalige Besitzerin besucht ihren 19-jährigen "Tuxi" so oft wie es ihr möglich ist und ist über die Unterbringung und liebevolle Pflege sehr zufrieden.
In schlechtem Zustand war "Buddy", der mit 22 Jahren von einem Pferdehändler freigekauft, gesund gepflegt wurde und über Deggendorf nach Eslarn kam. Da nicht alle in den Gnadenhöfen lebenden Tiere einen Paten haben, bittet das Gut Aiderbichl um Spenden und die Übernahme von Tierpatenschaften. Damit kann den geschundenen und gequälten Tieren ein friedliches und liebevolles Leben ermöglicht werden. "Die Tiere brauchen täglich, auch in der Corona-Zeit, reichlich Futter und Pflege", stellte Michael Meckl junior fest.















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