09.09.2020 - 13:15 Uhr
EslarnOberpfalz

Brennerstraße in Eslarn bekommt neue Kanalisation und Wasserleitung

Der Marktrat beschließt die Maßnahme einstimmig. Die Kommune nimmt für das wahrscheinlich größte Zukunftsprojekt einen Batzen Geld in die Hand.

Noch recht ruhig und beschaulich ist die Brennerstraße. Wenn alles glatt verläuft, wird hier 2021 die größte Baustelle in Eslarn sein.
von Walter BeyerleinProfil

Der Marktrat beschloss in der Sitzung am Dienstagabend im Zuge des Ausbaus der Kreisstraße NEW 34 (Brennerstraße), die Kanalisation samt den Hausanschlüssen vollständig zu erneuern, komplett unter den Straßenkörper zu legen und auch die öffentliche Wasserleitung zu erneuern. Außerdem werden in der Brennerstraße noch Mikrokabelrohre für den Breitbandausbau verlegt. Rund 2.842.739 Euro betragen die Gesamtkosten, die sich auf die Kanalarbeiten mit 1.643.700 Euro, die Wasserleitungskosten mit 900.008 Euro und den Aufwand für die Mikrokabelrohre von 299.000 Euro aufteilen.

Über 1000 Meter Kanal

Bürgermeister Reiner Gäbl erinnerte einleitend an die geplanten Vorhaben in der Kreisstraße NEW 34 (Brennerstraße) für die, was den Straßenkörper betrifft, der Landkreis Neustadt/WN, vertreten durch das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach, zuständig sei. Eslarn müsse die straßenbegleitenden Maßnahmen übernehmen, die nach städtebaulichen Grundsätzen abgewickelt werden. Der Vortrag von Diplomingenieur Günter Schwab (Zwick-Ingenieure, Weiden) beziehe sich auf das, „was unter der Bitumendecke“ liege, sagte der Rathauschef. Schwab stellte das wahrscheinlich größte Projekt des Markts für die Zukunft detailliert vor. Das ergebe sich allein schon aus der Länge des zu erneuernden Kanals: Über 1000 Meter beim Neubau, dazu kommen die Hausanschlüsse, die laut Schwab teilweise sehr „im Argen“ liegen.

Der Experte differenzierte in seinem einstündigen Referat zwischen der Renovierung des Kanals und einem Neubau. Er machte dabei deutlich, dass eine Renovierung nur eine „zeitlich befristete“ Lösung ist, eine Neuverlegung der Kanäle wenigstens 100 Jahre überstehen soll. Einen weiteren Unterschied zwischen bloßer Sanierung und einem Neubau ergibt sich aus den vom Freistaat zu gewährenden Zuschüssen, deren Höhe sich aktuell noch nach Regularien richtet, die Ende 2022 auslaufen. „Mit einer Verbesserung gegenüber der jetzigen Zuschussberechnung dürfte nicht zu vermuten sein“, meinte Schwab.

Die Brennerstraße beschäftigt den Eslarner Marktrat schon seit Jahren

Um dem Gremium die Unterschiede bei den möglichen Kanalarbeiten aufzuzeigen, bezeichnete Schwab das Vorhaben mit der Sanierung als Variante 2, den Komplettausbau als Variante 1. Bei letzterer komme auf den Markt ein errechneter Eigenanteil von derzeit 821.870 Euro zu, in gleicher Höhe würde ein Zuschuss gewährt. Ähnlich verhalte es sich bei der Erneuerung oder Sanierung der Wasserleitung. Wichtig hier: Die Hausanschlüsse sind aufgrund ihres Zustandes Rohrbruchgefährdet, weil es sich noch um dünnwandige Rohre „der ersten Generation“ handelt. Ebenfalls ist die Nutzungsdauer der PVC-Rohre der Hauptleitung nahezu erreicht.

Vergleich der Kosten

Schwab stellte dann den Vergleich der Kosten auf: Variante 1 mit der Neuverlegung der Leitungen vom Marktplatz bis zum Ortsende in der Langauer Straße sei trotz der Mehrkosten von 70.000 Euro in Verbindung mit den zu erhaltenden Zuschüssen die „nachhaltigere und wirtschaftliche“ Verbesserung. Unter Berücksichtigung (geschätzte Zahl) der Hausanschlüsse beträgt der gemeindliche Anteil bei der „großen Lösung“ 450.000 Euro bei errechneten Gesamtkosten von 900.008 Euro. Die Zuwendungen des Freistaats entsprechen in ihrer Höhe dem gemeindlichen Anteil. Die Verlegung der Mikrokabelrohre erfordert einen Aufwand von 299.000 Euro. Insgesamt sprach Schwab von einem „sauren Apfel“, in den die Kommune wohl beißen müsse, um die notwendigen Maßnahmen umzusetzen. Er machte aber unmissverständlich deutlich, dass ständige Reparaturen an den Leitungen auf die Verbrauchsgebühren umgerechnet werden müssen und diese in nicht tragbare „exorbitante“ Dimensionen bringen.

Georg Zierer (SPD) war klar für einen Komplettausbau, beäugte aber die Verlegung der Mikrokabelleerrohre sehr kritisch „weil dafür von keinem Anbieter ein Cent zu erwarten“ sei. Das sei ein „Fehler der Politik“, meinte er. Für die CSU-Fraktion befürwortete zweiter Bürgermeister Thomas Kleber ebenfalls den Neubau von Wasser und Kanal, und war klar für die Verlegung der Mikrokabelrohre. Wolfgang Voit (CSU) nannte es „verantwortungslos“, wenn nach einer kleinen Lösung gesucht werden würde, um die Problematik auf die nächsten Jahre zu verschieben. Einstimmig beschloss das Gremium daher, den Zwick-Ingenieuren den Auftrag für die Fortsetzung der Planung für die Variante 1 zu erteilen und die Vorbereitung für die Ausschreibung zu treffen, um noch 2021 die Maßnahme umsetzen und in den Genuss der jetzt geltenden Zuschussrichtlinien kommen zu können.

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