Eindrücke von der landwirtschaftlichen Arbeit und der Viehhaltung auf dem seit 183 Jahren bestehenden Kleberhof in Thomagschieß erhielten 18 Schüler mit ihren Lehrerinnen Evelyn Gleixner und Walburga Kiesbauer von der 8. Ganztagesklasse der Pfalzgraf-Friedrich-Mittelschule aus Vohenstrauß. Das Landwirtsehepaar Nicole und Thomas Kleber, die mit Herzblut und Leidenschaft den Milchviehhof im Eslarner Ortsteil Thomasgschieß und den Ackerbau in Tschechien führen, begrüßte die Schulabordnung und führten die Jugendlichen durch den Milchviehbetrieb und die Biogasanlage. Der Leindlhof existiert seit 1587 in der 14. Generation und kam ab 1837 in den Besitz der Kleberfamilie. 2008 übergaben Katharina und Burkhard den Hof an Sohn Thomas Kleber.
2011 wurde eine Gemeinchaftbiogasanlage mit 16 Landwirten gegründet und 2013 der Betrieb in Richtung Tschechien ausgedehnt. Bereits 2018 kam das Aus des händischen Melkens und ein Melkroboter übernahm die täglichen Melkarbeiten. In den verschiedenen Stallungen erläuterte der 22-jährige Student Hans Rauscher mit Betriebsleiter Thomas Kleber die Arbeitsabläufe und beide wiesen auf 175 Tiere hin, die der "Fleckvieh-Rasse" zugeordnet werden. Auf dem Bauernhof streifen zudem die Hündin "Luna" und acht Katzen umher. Die Haltung der Kühe erfolgt im Laufstall und in Anbindehaltung und die Nachzucht im Stall in Iglus. Neben dem Fressbereich ist der liegende Stallbereich mit Schaumstoffmatten ausgelegt, so dass die Tiere sich beim Niederlegen nicht verletzen und weich liegen. Die Abfälle der Tiere fließen durch einen Spaltboden zur Biogasanlage, die Betriebsleiter Josef Kleber erläuterte.
"Die Gemeinschaftsbiogasanlage betreiben 16 Energiebauern und wird mit nachwachsenden Rohstoffen und Gülle bestückt, aus deren Vergärung das Biogas produziert wird. Beeindruckt zeigte sich die Schulabordnung von den computergesteuerten Abläufen im Kuhstall. "Unsere 90 Mädels gehen eigenständig zum Melkroboter und werden von einem Computer erfasst" erläuterte Rauscher. Durch die Daten im Computer weiß der Landwirt, wer nicht zum Melken kam. Ständig im Stall unterwegs ist "Lely", die wiederkehrende Arbeiten erledigt. Der Juno-Roboter schiebt das Fütter zu den Milchkühen, die sich mit der Apparatur bereits angefreundet haben. "Wir können sozusagen vom Sofa aus mit dem Handy alle Abläufe steuern und überwachen" beschreibt Nicole Kleber.
Die körperliche Arbeit sei erheblich rückläufig, aber dafür habe sich das Organisieren und Planen gesteigert. "Durch die Computer und Technik ist es aber erforderlich, dass wir 24 Stunden in Rufbereitschaft bleiben, um bei Ausfällen sofort eingreifen zu können" stellt Thomas Kleber fest. So kann nach einem 8-Stunden-Tag ab 6 Uhr schon mal eine Nachtschicht folgen. Energie eingespart werde durch LED-Lampen und für den Umweltschutz wird ein emmissionsarmes Ausbringverfahren für die Gülle angeschafft, sowie moderne Maschinen eingesetzt, die weniger Abgase erzeugen. "Wir düngen nur soviel wie Pflanzen benötigen und vor dem Mähen wird gemeinsam mit dem Jäger die Wiese nach Rehkitzen abgesucht." Der lange Fragekatalog der Schüler beinhaltete Investitionen für den großen Maschinenpark mit Traktoren mit 80 bis 270 PS bis hin zu den Arbeitsgeräten wie Mähgeräte, Pflug und Schwader. Das Hauptproblem für die Milchbauern sei der niedrige Preis für einen Liter Milch, der laut Kleber für den Landwirt bei 35 und im Geschäft bei rund 70 Cent liegt.













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