04.10.2019 - 08:27 Uhr
EslarnOberpfalz

Eslarner Ratsbeschluss in Stein gemeißelt

Ein Antrag des Krieger- und Soldatenvereins 1881 Eslarn sorgt in der Gemeinderatssitzung für Zündstoff. Im Mittelpunkt steht dabei die Sanierung des Kriegerdenkmals.

Im Sockel des Kriegerdenkmals unterhalb dem "Seppl", der Figur, sind die Namen der Veteranen in den Stein gemeißelt. Beim Abschleifen der Platten würde diese historische Schrift verloren gehen und müsste mit einer Schablone neu geschrieben werden.
von Walter BeyerleinProfil

„Antrag auf die Komplettsanierung des Kriegerdenkmals im Zuge der Umbaumaßnahmen des Tillyplatzes“. Dieser einzige Satz, geschrieben vom Krieger- und Soldatenverein 1881 Eslarn, unterzeichnet vom Vorsitzenden Albert Grießl, zugleich auch Marktrat, sorgte für eine „geladene Stimmung“ in der Marktgemeinderatssitzung am Dienstagabend.

Grießl erklärte, dass der bereits vollzogene Abbau des Kriegerdenkmals eine Komplettsanierung ermögliche. Die in die Steine gemeißelten Namen müssten „vertieft“ werden, meinte Grießl und berief sich auf den Restaurator, das Steinmetzunternehmen Flöttl, Schönsee. Bürgermeister Reiner Gäbl machte unmissverständlich deutlich, dass das Thema Sanierung Kriegerdenkmal in mehreren Marktgemeinderatssitzungen behandelt und letztlich der Beschluss zur Sanierung gefasst wurde. Diese Sanierung erfolge im Einklang mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

Das Marktoberhaupt erinnerte daran, dass der „Seppl“, die Figur auf dem Kriegerdenkmal in Vorzeiten vom Krieger- und Soldatenverein ausgebessert oder dieser die Arbeiten in Auftrag gegeben hatte. In jedem Fall aber sei festgelegt worden, dass im Zuge der jetzigen Arbeiten die vorhandene Schrift „nachgearbeitet“ werden solle.

Grießl zitierte die Firma Flöttl mit einer Aussage, dass die Steinplatten abschliffen werden und die Schrift per Schablone aufgebracht werden könne. „Beim Abschleifen werden einhundertjährige Schriften vernichtet, dafür wird es nie eine Zustimmung des Landesamtes für Denkmalpflege geben“, konterte der Bürgermeister und setzte noch eine Anmerkung darauf: „Das ist ein Denkmal, das unsere Vorfahren gemacht haben“.

Wolfgang Voit regte an, gleich am Tag nach der Marktgemeinderatssitzung einen erneuten Termin mit dem Bauausschuss anzuberaumen. Wer da so schnell Zeit hätte, wollte Siegfried Wild wissen, ohne auf diese Frage eine Antwort zu bekommen. Zusätzlich zeigte sich Wild verwundert, dass ein Verein mit seinem Traditionsbewusststein eine historische Schrift vernichten wolle.

Bei der leicht chaotischen Abstimmung war eines klar: Das Denkmal wird entsprechend dem vom Marktgemeinderat beschlossenen Auftrag an die Firma Flöttl in Verbindung mit dem dazugehörigen Leistungsverzeichnis saniert.

Die Platte mit den Namen der gefallenen Soldaten des zweiten Weltkrieges werden hauchdünn abgeschliffen, dann werden die Namen nachgearbeitet und sind dann noch deutlicher zu lesen.
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