04.02.2021 - 16:27 Uhr
EslarnOberpfalz

Eslarner Stiftung baut Schule in Tansania

Die Eslarner Stiftung für grenzüberschreitende Jugendförderung bietet jungen Menschen in der Welt eine Perspektive. Das größte Projekt von "Jugend fördern – Grenzen überspringen" ist der Bau eines Schulzentrums im Massai-Gebiet in Tansania.

von Karl ZieglerProfil

"Die Reisen nach Pakistan, Äthiopien und Tansania im Jahr 2019 haben viel ausgelöst und so konnten 2020 Dank der zahlreichen Unterstützer mit der bisher zweithöchsten Summe von 40.579,30 Euro neue Projekte auf den Weg gebracht werden", stellte Pfarrer Martin Rupprecht in seinem Abschlussbericht fest. Das größte Projekt der Eslarner Stiftung "Jugend fördern – Grenzen überspringen" ist der Neubau eines Schulzentrums im Massai-Gebiet in Tansania. "Wir wollen möglichst vielen jungen Menschen eine Ausbildung bieten, damit sie in ihrem Land mit ihrer Kraft, ihren Begabungen, ihrer Hoffnung, ihrem Glauben und ihrer Liebe am Aufbau einer neuen friedlichen Weltgemeinschaft mithelfen können."

Leider waren 2020 wegen Corona im Zusammenhang mit der Stiftung außer nach Äthiopien keine Reisen möglich. Die Besprechungen der einzelnen Projekte mit den Vorstandsmitgliedern Waltraud Rupprecht aus Eslarn und Gisela Hax aus Erlangen zum Jahresbericht konnten aufgrund der Pandemie nur online, per Telefon und in vielen Einzeltreffen stattfinden.

Gefördert wurde mit 5000 Euro eine pakistanische Schule im ärmsten Gebiet des Landes. In den Dörfern gibt es keine einheitliche Sprache, nur Stammessprachen und Bischof Samson Shukardin kämpft vor Ort für die Alphabetisierung. "Für den Unterricht wurde sogar ein Raum in einem Hindu Tempel zur Verfügung gestellt." In Pakistan besuchen 40 Prozent der Kinder keine reguläre Schule und so durfte sich in Lahore Erzbischof Sebastian Shaw für einen Schulbau über 5000 Euro freuen.

In Tansania wurde die gesundheitsorientierte Organisation "HIMD", die sich in ärmeren Schichten um Erkrankte, speziell um die Volksgruppe Massai kümmert, mit 2500 Euro unterstützt. Begabte Zwillinge ohne Eltern konnten Dank der Stiftung die Secondary School in Moshi/Tansania besuchen und zwischen Moshi und Arusha entsteht das größte Schulzentrum.

"2019 durften wir vor Ort die ersten Bauten bestaunen, im September konnte bereits die erste Kindergartengruppe starten und 2020 flossen weitere 14.000 Euro ins Projekt", informierte Vorstandsvorsitzender Pfarrer Martin Rupprecht. Über 5000 Euro freuen durfte sich das kirchliche Berufsbildungs-Zukunftswerk "Jugendzentrum Johannes Paul II" in der Erzdiözese von Addis Abeba in Äthiopien. In Indien werden Dalit-Kinder, denen weiterführende Schulen und Berufsausbildung versperrt bleibt, mit einem Stipendienprogramm von 5000 Euro unterstützt. Der Priester Devadass Pankaraj studierte sechs Jahre im Pfarrhaus in Wien und befasste sich in seiner Doktorarbeit mit der Frage der Dalit innerhalb der katholischen Kirche.

"Kein junger Mensch soll hungern müssen oder nicht zur Schule gehen dürfen" so der Leitgedanke der Stiftung. Aber nicht nur im Ausland, sondern auch in multikulturellen Wien erhalten studierende Priester und Lehrer aus verschiedenen Ländern kostenlose Unterkünfte und Stipendien. Der Stipendiat Alphonce Leonard aus Tansania ist nach sechs Jahren mittlerweile Lehrer geworden und seine Frau Dela Didasi Kanje, ebenfalls aus einem Armenviertel, konnte eine Schneiderlehre beginnen.

Mit dem Tod der 52-jährigen Jutta Neumayer verlor das Stiftungswerk eine rührige Mitarbeiterin. "Sie und ihre Familie unterstützten das Partner-Schulprojekt für Massai-Kinder." Anstelle von Blumen am Grab hat die Familie um Spenden für dieses Projekt gebeten und der Stiftung zu 7.000 Euro verholfen. In Tansania soll ein "Mama Jutta Raum" und auf dem Schulgelände ein gepflanzter Baum an die aktive Wohltäterin erinnern.

Ein Heiligsprechungsprozess in Rom läuft derzeit für einen 15-jährigen Schüler aus Pakistan, der sich einem Selbstmordattentäter entgegen geworfen hatte, mit diesem gesprengt wurde und dabei am Eingang zu seiner Schule sein Leben für Hunderte von Schulkameraden opferte. Pfarrer Rupprecht sprach den Eltern persönlich sein tiefstes Mitgefühl aus und hofft, dass sie in der Geborgenheit durch Gott ihren Frieden und Kraft finden werden.

Mit einem herzlichen Vergelt's Gott dankte Pfarrer Martin Rupprecht allen Unterstützern. Ein Dank für 22.000 Euro für die Stiftung erging auch an alle Akteure und Spender der Sternsingeraktion in seiner Pfarrei Hildegard Burjan in Wien, wobei 50 Prozent das Schulprojekt in Tansania bekommen wird. Damit die sozialen Vorhaben weiterhin verwirklicht werden können, bittet Pfarrer Martin Rupprecht weiterhin um Spenden auf das Stiftungskonto der LIGA-Bank Regensburg, IBAN: DE43750903000001342800, BIC: GENODEF1M0. Falls es die Pandemie zulässt, hofft Pfarrer Rupprecht im Februar privat und in der ersten Juliwoche zu einem Stiftungstreffen nach Eslarn kommen zu dürfen.

Stiftung fördert Völkerverständigung

Eslarn
Zur Person:

Pfarrer Martin Rupprecht

  • Martin Rupprecht wurde 1992 in Regensburg zum Priester geweiht
  • gründete 2002 aus Dankbarkeit in Eslarn die öffentliche Stiftung "Jugend fördern -Grenzen überspringen
  • wirkt seit 1994 in Wien als Pfarrer
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.