26.03.2021 - 10:29 Uhr
EslarnOberpfalz

Eslarner trauern um Schwester Ehrengard

Die Franziskanerin ist im Alter von 87 Jahren gestorben. In Eslarn wirkte sie 34 Jahre im katholischen Kindergarten.

Die Trägerin der Bundesverdienstmedaille und Bürgermedaille in Gold, Schwester Ehrengard, ist am vergangenen Montag gestorben.
von Karl ZieglerProfil

Schwester Ehrengard Gabelsberger ist am vergangenen Montag im Alter von 87 Jahren im Alten- und Pflegeheim der Dillinger Franziskanerinnen in Lohr am Main gestorben. Die Beerdigung und der Auferstehungsgottesdienst erfolgten am Donnerstag in Lohr-Sendelbach im engsten Kreis der Mitschwestern und Angehörigen. Die Pfarrgemeinde Eslarn wird für Schwester Ehrengard in den kommenden Wochen einen Gedenkgottesdienst feiern.

Hermine (Ehrengard) Gabelsberger kam am 25. November 1933 im oberbayerischen Aindling zur Welt. Als Jugendliche verspürte sie bereits den inneren Ruf zum Ordensleben.1951 bat sie um Aufnahme in das Postulat der Dillinger Franziskanerinnen. Von 1951 bis 1953 besuchte sie das Kindergärtnerinnenseminar in Dillingen, war ein Jahr in Sonthofen als Praktikantin eingesetzt und wurde Erzieherin. 1956 feierte sie die Erstprofess und am 22. April 1960 als Schwester Ehrengard die Profess auf Lebenszeit. Die ersten Einsatzorte waren München und Kleinrinderfeld. Besonders beheimatet fühlte sich die Franziskanerin in Eslarn, wo sie ab 1972 insgesamt 34 Jahre im katholischen Kindergarten "St. Elisabeth" wirkte. Während ihres Wirkens fanden einige Um- und Neubauten im Kindergarten statt und ihre Freizeit widmete sie der Schnitzkunst, die sie bei den Schnitzern in Pleystein erlernte. Nach dem Tod der 77-jährigen Schwester Walfrieda Tischler und der 85-jährigen Schwester Hedwig Rösch lebte die Oberin einige Zeit allein im Schwesternkonvent.

Lesen Sie hier einen weiteren Nachruf

Etzgersrieth bei Moosbach

Am 15. Dezember 2006 wurde der seit 1931 bestehende Konvent wegen Nachwuchsmangels aufgegeben und Schwester Ehrengard wurde nach Bamberg berufen. Für ihre außerordentlichen Verdienste erhielt die Oberin die Bundesverdienstmedaille und die Eslarner Bürgermedaille in Gold. "Ich habe Eslarn, die Mitmenschen und die Landschaft lieben und schätzen gelernt und Eslarn ist mir zur Heimat geworden", sagte Schwester Ehrengard bei der Nachfeier ihres 85. Geburtstag in Eslarn. Der Abschied vom Konvent im Montanahaus und der Umzug ins Alten- und Pflegeheim "St. Elisabeth" nach Lohr-Sendelbach fiel ihr schwer. In den letzten Jahren kämpfte sie mit Krankheiten, durfte aber auch entspannte Zeiten erleben und fühlte sich gut aufgehoben. In Sendelbach entdeckte sie erneut das Malen und Zeichnen. Wenige Wochen vor ihrem Tod ist noch eine farbenfrohe Bilderbroschüre gedruckt worden, in der ihre Märchenillustrationen gesammelt sind.

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