02.07.2020 - 13:15 Uhr
EslarnOberpfalz

Freie Wähler organisierten Unterschriftenaktion

Insgesamt 500 Bürger sprechen sich per Unterschrift für den Erhalt des Raiffeisenmarktes in Eslarn aus. Für die Schließung gibt es laut den Verantwortlichen aber gute Gründe.

Dritter Bürgermeister Bernd Reil präsentiert die Unterschriften, die er den Vertretern der Raiffeisenbank übergibt.
von Karl ZieglerProfil

Für eine "bittere Pille" hält Dritter Bürgermeister Bernd Reil von der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG) die Schließung des Raiffeisenmarkt. Der Markt an der Kirchenstraße besteht seit 2004 und soll aus betriebswirtschaftlicher Sicht zum 31. Dezember geschlossen werden. Im Rahmen eines Meinungsaustausches übergab Reil den Vorständen der Raiffeisenbank Neustadt/WN-Vohenstrauß, den Bankdirektoren Werner Bäumler und Robert Stahl die Unterschriftenlisten.

Der Vorstand der FWG wollte die Schließung nicht so einfach akzeptieren und sich nicht den Vorwurf gefallen lassen müssen, nicht alles unternommen zu haben. "Einfach so hinzunehmen und Ja und Amen zu sagen, liegt nicht in unserer Natur, und deswegen suchte ich das Gespräch", meinte Reil. Der Vertreter der FWG tauschte mit Bäumler und Stahl die Standpunkte aus. Dabei wies er auf die Bedeutung eines Raiffeisenmarktes für die Eslarner Bevölkerung hin und fragte nach möglichen effizienten Ausrichtungen und Änderungen. Die Banker erläuterten die betriebswirtschaftlichen Beweggründe, die letztendlich zur Schließung führten.

Beim Eslarner Raiffeisenmarkt gehe es nicht nur um das erträgliche Marktgeschäft. Aufgrund fehlender nachfrage zu Agrar- und Baustoffwaren werde stets ein Defizit eingefahren. Da dies den Hauptanteil des Warengeschäfts ausmache, sind andere Standorte wie Moosbach, Schönsee oder Albersrieth im Vorteil. "Die in Eslarn erworbenen Baustoffe wurden selbstverständlich auch Eslarn angerechnet", betonten Bäumler und Stahl. Trotzdem entfielen beim Gesamtumsatz der drei Betriebsstellen Moosbach, Albersrieth und Eslarn nur rund 13 Prozent auf Eslarn. Den Hauptanteil des Umsatzes machen Agrarprodukte, Baustoffe und Energie aus, bei denen Eslarn nur 1 Prozent und bei Energie 14 Prozent der Marktanteile erwirtschaftet.

Sorgen machen auch die rückläufigen Marktartikel, die mit dem Onlinehandel im Wettbewerb stehen. Die Schließung wurde laut der Direktoren nicht von heute auf morgen beschlossen, sondern war reiflich überlegt. Auf die Frage nach einer Nachfolgelösung auch im Hinblick auf Waren für Haus und Garten wiesen Bäumler und Stahl auf bereits geführte Gespräche mit potentiellen Nachfolgern hin. Die Gesprächspartner seien sich dahin gehend einig, dass ein Leerstand nach Möglichkeit verhindert werden sollte. "Die Bevölkerung und die umliegenden Gemeinden könnten mit einem nahezu ähnlichem Angebot wie beim bisherigen Markt sicher leben." Abschließend dankte Reil für das konstruktive Gespräch. Alle waren sich darüber einig, alles zu versuchen, um eine gute Lösung zu finden.

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