24.03.2020 - 08:26 Uhr
EslarnOberpfalz

Gebete bei Kerzenschein

Glaubensäußerungen in der Kirche und in den Wohnungen vereinen die Menschen. Auch in Eslarn beteiligen sich Menschen an den Aktionen und beten für besondere Berufsgruppen.

Ohne Licht wäre das Leben auf der Erde nicht möglich und die wichtigste und stärkste Lichtquelle ist die Sonne.
von Karl ZieglerProfil

Am Samstagabend flackerten in vielen Fenstern in Eslarn brennende Kerzen und viele beteten mit den Ideengeberinnen anlässlich der Coronakrise pünktlich um 18 Uhr für die Gesundheit aller Menschen und vor allem für besondere Berufsgruppen. Die sozialen Netzwerke machten dies möglich. Mit dieser Aktion wollten Eslarner Frauen allen danken, die in den Märkten an der Kasse sitzen und die leeren Regale wieder auffüllen und nicht von zu Hause arbeiten können. Aber auch an alle Frauen und Männer in den Arztpraxen, Krankenhäuser, beim Bayerischen Roten Kreuz, in Pflegeheimen, Polizeistationen und Sicherheitsdiensten. Andere zeigen mit Einkaufsdiensten für die Verwandten, Bekannten und vor allem für ältere Generationen ihre Solidarität. Für diesen Zusammenhalt danken Pfarrer Erwin Bauer und Pfarrvikar Bivin und schließen alle bei den nicht öffentlichen Eucharistiefeiern in die Gebeten mit ein.

Das Gotteshaus ist zwar menschenleer und nur die beiden Priester feiern mit gebührenden Abstand jeden Werktag, außer Montag jeweils um 8.30 Uhr und am Sonntag um 9.30 Uhr die Heilige Messe. Pfarrer Bauer bittet alle Gläubigen zu Hause mitzufeiern. „Wir sind geistlich bei Euch und beten für die Gesundheit aller.“

Auch die Osterliturgie wird nicht öffentlich gefeiert und die Gläubigen werden gebeten, ebenfalls zu Hause mit zu beten. Das Stundengebet im Gotteslob sei laut Pfarrer Bauer eine schöne Form des persönlichen und geistlich gemeinsamen Gebetes. Nach den pastoralen Hinweisen des Generalvikars soll dreimal täglich die Kirchenglocke zum Gebet des Engel des Herrn einladen. „So wie der Karfreitag nicht das Ende im Leben Jesu und aller Hoffnungen war, sondern Durchgang in ein neues unerwartetes Leben, so wird hoffentlich auch diese existentielle Krise uns zu einem neuen Lebensstil führen.“ Mit den Wünschen „bleibt Gsund“ und auf ein gesegnetes Osterfest schloss Pfarrer Erwin Bauer die Sonderausgabe im Pfarrbrief.

Aktuell hat Papst Franziskus am Mittwoch um 12 Uhr weltweit zu einem gemeinsamen Vaterunser gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. Mit der gleichen Intention kündigte der Papst für Freitag, 27. März, um 18 Uhr eine Andacht und zum Ende den feierlichen päpstlichen Segen „Urbi et Orbi“ auf dem leeren Vorplatz des Petersdoms an.

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