10.12.2018 - 08:40 Uhr
EslarnOberpfalz

Gläubige auf der Flucht

Eine brisante Ausstellung zeigt im Eslarner Pfarrheim in kurzen Porträts und aussagekräftigen Bildern die Situation verfolgter Christen in einigen Brennpunktländern. Ein Blick hinter die Kulissen lohnt sich.

Pfarrer Erwin Bauer erläutert Pfarrvikar Bivin und den Mitgliedern des katholischen Frauenbundes anhand einiger Beispiele die Verfolgung der Christen.
von Karl ZieglerProfil

Das internationale katholische Hilfswerk "Kirche in Not" aus München legte mit einer Wanderausstellung in der Pfarrei einen längeren Halt ein und zeigt in Worten und Bildern die Situation verfolgter Christen weltweit. Die Ausstellung im Pfarrheim "Sankt Marien", Eingang Poststraße 3, kann bis 7. Januar an Sonn- und Feiertagen von 9.30 bis 12 und 13 bis 16 Uhr und an Samstagen von 14 bis 16 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei, und für Spenden für die Arbeit des Hilfswerkes "Kirche in Not" sagt Pfarrer Erwin Bauer herzlich Vergelts Gott.

Bei der Eröffnung wies Pfarrer Erwin Bauer im Beisein von Pfarrvikar Bivin anhand der großflächigen Plakate auf einige Länder hin, in denen Christen besonders unter Diskriminierung, Unterdrückung und Verfolgung leiden. Die Bilder und Texte erläutern die maßgeblichen Ursachen der Christenverfolgung und zeigen wie Christen trotz Verfolgung treu zum Glauben stehen. Besonders das Hilfswerk "Kirche in Not" setzt sich für unterdrückte und verfolgte Christen ein. Gemeinsam mit den gläubigen Menschen vor Ort lässt das Hilfswerk das kirchliche Leben in den jeweiligen Ländern wieder aufblühen.

Als Beispiel gezielter Anschläge auf Christen und die Kirche nannte der Geistliche das Land Nigeria, wo die islamistische Terrorgruppe "Boko Haram" einen islamischen Gottesstaat errichten und alle christlichen Spuren auf nigerianischen Boden auslöschen möchte. Allein im vergangenen Jahr mussten mehr als 2000 Menschen, darunter auch viele Christen, sterben. Aber auch in China und Pakistan können Christen ihren Glauben nur unter großen Einschränkungen leben. Papst Benedikt XVI. hat 2007 einen Weltgebetstag für die Kirche in China eingeführt, der alljährlich am 24. Mai mit dem Fest "Maria, hilfe der Christen" (Schutzmantelfest) begangen wird. "

Auch die kommunistische Regierung in Vietnam duldet nur solche religiöse Gemeinschaften, die sich staatlich registrieren lassen und sich damit der staatlichen Kontrolle und Beeinflussung unterstellen." Das Christentum im Irak und in Syrien droht nach jahrelangem Terror und Krieg sogar auszusterben. Deshalb sind viele gläubige Menschen auf der Flucht oder leben in Flüchtlingslagern. "Gerade in diesen Regionen reichen die Wurzeln des Christentums bis in die Zeit der Urkirche zurück" erinnert Pfarrer Bauer.

Die Ausstellung gibt Gelegenheit hinter die Fassaden mancher Länderregierungen zu blicken oder klärt über das Leben der Christen in der Welt auf. Ein Besuch der Ausstellung lohne sich laut Pfarrer Bauer für alle Pfarrangehörigen. Interesse bei der offiziellen Einführung zeigten Mitglieder vom katholischen Frauenbund, die über die Gewalt und die Zustände schockiert waren. Bei einem einkehrenden Frieden in diesen Ländern würde so mancher von einer Flucht aus seiner Heimat in andere Länder absehen und mit seiner Familie zu Hause in Frieden leben.

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