01.01.2020 - 10:50 Uhr
EslarnOberpfalz

Heimatverein in Nürnberg aufgelöst

Der Heimatverein „Eslarn und Umgebung in Nürnberg"“ feierte 2019 das 130-jährige Bestehen, kämpfte aber seit Jahren ums Überleben. Nun ist er endgültig Geschichte.

Am 27. Dezember 2016 starb der zweite Vorsitzende Helmut Adler (rechts), der seit 1991 mit Vorsitzenden Hans Zimmermann (links) den Heimatverein führte.
von Karl ZieglerProfil

Vorsitzender Hans Zimmermann hatte mit einer schriftlichen Einladung versucht, alle Mitglieder noch einmal zu motivieren und den Fortbestand zumindest für das Heimatfest zu sichern. Die teilweise über 80- und 90-Jährigen ließen sich von den Angehörigen zu der wichtigen Sitzung chauffieren, aber letztendlich nicht vom Fortbestand überzeugen, und stimmten für die sofortige Auflösung des Heimatvereins in Nürnberg. Da sich nach dem Zweiten Weltkrieg wegen der politischen Verhältnisse in Ostdeutschland bereits die Heimatvereine in Zwickau und Crimmitschau aufgelöst hatten, existiert von vier Heimatvereinen jetzt nur noch der in München.

Am 27. Juli 1889 trafen sich zufällig die vier Eslarner Schulfreunde Michael Kraus, Karl Voit, Wolfgang Hölzl und Josef Egerer am Obstmarkt in Nürnberg und verbrachten einen gemütlichen Abend. Aus diesem zwanglosen Treffen heraus wurde der Verein "Eslarner Eintracht in Nürnberg" geboren, der als erster auswärtiger Eslarner Verein in die Marktgeschichte einging.

1955 bei der Fahnenweihe in der Eslarner Pfarrkirche bestand der Verein aus 100 Mitgliedern. Ab 1957 durften auch Frauen und Mädchen Mitglied werden. Nach dem Heimatfest 1980 wählte der Verein mit Anneliese Neuschroer (1981 bis 1991) die erste Frau zur Chefin. Die folgenden 28 Jahre ab 1991 legten die Mitglieder die Führung in die Hände von Zimmermann. Damals hatte der Verein noch 47 Mitglieder.

„Neue Mitglieder sind nur selten, junger Nachwuchs sind trotz der umfangreichen Veranstaltungen so gut wie nicht zu gewinnen und wir werden immer älter“, stellte der 77-jährige Zimmermann bereits vor Jahren fest.

Die Aktivposten waren nur noch Zimmermann und seine Ehefrau Anneliese. Einige Zeit chauffierte der Vereinschef einige der Vorstandsmitglieder mit dem Auto zu den Sitzungen. „Wir haben einfach ein hohe Altersstruktur, und viele sind in ihrer Bewegungsfreiheit oder durch Krankheit stark eingeschränkt.“ Nach dem Tod des zweiten Vorsitzenden Helmut Adler am 27. Dezember 2016 kamen zur Versammlung nur noch bis zu drei Personen, und manchmal saß das Ehepaar Zimmermann zur Verärgerung des Gastwirtes nur noch zu zweit im angemieteten Nebenraum.

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