01.07.2019 - 09:31 Uhr
EslarnOberpfalz

Hungriger Jakobspilger

Ein Rentner aus Pfronten reist mit dem Zug nach Polen, um zu Fuß über Tschechien nach Eslarn zu pilgern. Beim Pfarrfest freut er sich über Rollbraten.

Der Rentner Hans-Peter Metzger aus Pfronten machte sich mit seiner großen Jakobsmuschel um den Hals von Polen über Tschechien nach Eslarn auf dem Weg.
von Karl ZieglerProfil

Kunstglasmeister Hans-Peter Metzger aus Pfronten hatte sich auf die Renovierung von Kirchenfenstern spezialisiert. Da vor 94 Jahren in Görlitz seine Mutter geboren wurde, machte sich der 65-jährige Rentner mit dem Zug nach Krakau und zu Fuß weiter zur Spurensuche nach Görlitz auf dem Weg. Nach den Erinnerungen ging es auf Schusters Rappen auf dem polnischen Jakobsweg vorbei an Katowice und Krakau. Die Erlebnisse hielt er in einem kleinem Notizbuch fest. "Ich möchte ein Buch über die Wanderschaft von Polen über Tschechien nach Deutschland schreiben", sagte er.

"Ich wollte täglich 25 Kilometer zurücklegen, traf viele nette Menschen und aus den Unterhaltungen entstanden viele schöne Geschichten." Bei seiner ersten Pilgerwanderung wollte er einfach nur die Landschaften mit der Kultur und die verschiedenen Menschen kennenlernen. "Geschlafen habe ich meistens im Freien in meinem Schlafsack und wenn ich gefroren habe, wickelte ich einfach Papier oder Tüten um meine Arme und Beine." In dem Zusammenhang berichtete er in seinem Pilgerbuch von einer sehr nassen Nacht mit flutartigen Regengüssen und einem mit Wasser durchfluteten Schlafsack. "An diesem Morgen füllte ich mich wie in einer Badewanne."

Nach 55 Tagen und 1100 Kilometern kam der Pilger mit seiner Jakobsmuschel um den Hals über Pilsen und Tillyschanz nach Eslarn, wo Metzger in der Pfarrkirche sein Etappenziel mit einem Jakobsstempel besiegelte. Die Sehnsucht nach einem trockenen Nachtlager erfüllte Pfarrer Erwin Bauer mit Kirchenpfleger Klaus Härtl mit der Unterbringung im Pfarrheim. "In Eslarn erhielt ich beim Pfarrfest den besten Rollbraten, den ich je gegessen habe" vermerkte der Jakobspilger in seinem Büchlein. Nachdem er seine Reserven wieder aufgefüllt hatte, ging es auf dem Oberpfälzer Jakobsweg die nächsten 160 Kilometer nach Nürnberg.

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