19.06.2020 - 09:46 Uhr
EslarnOberpfalz

Jubelfeiern der Hubertusschützen in Eslarn müssen warten

Eine Pandemie kann eine Feier verhindern, aber nicht die geschichtlichen Ereignisse verändern. Die Eslarner Hubertusschützen müssen sich nun mit ihrem Festprogramm ein Jahr gedulden. Ein Rückblick zeigt die Entwicklung des Vereins.

Die damals 17-jährige Fahnenbraut Elisabeth Pöhnl (Bildmitte) stand mit 13 Festdamen beim Vereinslokal „Kuch“ 1978 nach der Fahnensegnung im Fokus.
von Karl ZieglerProfil

Die Schützengesellschaft Hubertus plante an diesem Samstag anlässlich des 50-jährigen Jubiläums ein Sommernachtsfest und am Sonntag einen Kirchenzug mit Frühschoppen. Der vorgesehene Heimatfestabend mit der Partyband Münchner-G´schichten“ findet ebenfalls aufgrund Corona erst zum 51. Jahrestag am 3. August 2021 und das Bayerische Böllertreffen am 8. August 2021 statt.

Zur Gründung einer Schützengesellschaft (SG) trafen sich vor 50 Jahren insgesamt 13 sportbegeisterte Schützen im ehemaligen Lokal „Golfstüberl“ und bestimmten den Unternehmer Alfred Kleber zum 1. Schützenmeister und Hans Breindl zum Stellvertreter. In der konstituierenden Sitzung wurden zudem Berta Bösl zur Schriftführerin, Hans Lang zum Kassier, Franz Lang zum Sportleiter und Herbert Bösl zum Jugendleiter gewählt. Die ersten sportlichen Ereignisse waren die Ernennung von Alfred Kleber zum ersten Schützenmeister und 1971 das Gauschießen mit 191 Schützen.

Im Juni 1971 verlegte man das Schießlokal ins Dachgeschoss der Gaststätte "Zur Krone von Bayern" (Kuch) und schuf in Eigenleistung fünf Schießstände. Die sehr gute Jugendarbeit belohnten die Jugendlichen in den Folgejahren unter anderen 1972 und 1975 mit dem ersten Platz bei der Gaumeisterschaft. In der Schützenklasse kämpften sich Hans Kirner, Peter Gäbl, Reiner Gäbl und Anton Reindl bis in die Bezirksauswahl. Bereits 1976 sicherte sich die Schülermannschaft mit dem LG die Bezirksmeisterschaft und Siegfried Kleber wurde mit der Luftpistole 3. Bezirksmeister und fuhr gemeinsam mit Schüler Franz Werner zur Bayerischen.

Für Deutsche Meisterschaft qualifiziert

Bei den Bezirksmeisterschaften holte man in der Jugendklasse und der Schülerklasse jeweils den Meistertitel, wobei sich Peter Gäbl den 1. Platz in der Einzelwertung sicherte. Bei der Bayerischen Meisterschaft erreichte die Jugendmannschaft mit dem Luftgewehr den 8. Platz und Anton Reindl qualifizierte sich mit 354 Ringen als Schüler erstmals für die Deutsche Meisterschaft und landete unter der Deutschen Elite auf dem 40. Rang und 1979 sogar auf dem 5. Platz. Die Jugendlichen Peter Gäbl, Josef Maier und Hans Kirner wurden 8. bei der Bayerischen und sicherten sich beim Bezirksschießen nach dreimaligen Gewinn den Max-Alber-Bezirkspokal.

Diese Erfolge sind auch dem unermüdlichen Jugendleiter Hans Kleber (Beck) zu verdanken. Die 1. Mannschaft stieg in die Bezirksliga Oberpfalz auf und 1978 wurde unter Schützenmeister Franz Lanz und Festleiter Christian Kleber in Anwesenheit von 100 Vereinen die Fahnenweihe gefeiert. Der 18-jährige Fahnenjunker Reiner Gäbl und die 17-jährige Fahnenbraut Elisabeth Pöhnl standen mit 13 Festmädels im Rampenlicht. Bei der Bezirksmeisterschaft erreichte die Juniorenmannschaft mit Kleinkaliber den 1. Platz im English Match und Hans Kirner den 1. und Reiner Gäbl holten den 2. Bezirksmeistertitel und wurde mit dem KK-Standardgewehr 1. Bezirksmeister.

Bei den Bayerischen Meisterschaften gelang 1978 und 1979 dem Schützenteam Hans Kirner, Peter Gäbl und Reiner Gäbl im Kleinkaliber English Match ein neuer bayerischer Rekord und Reiner Gäbl wurde 2. Bayerischer Meister. Von 1984 bis 1996 folgte Schützenmeister Hans Werner und 1988 hatte die SG mit Georg Karl als dreimaliger Schützenkönig erstmals in der Vereinsgeschichte einen "Schützenkaiser" in den Reihen.

Neues Schützenhaus

Am 22. September 1991 wurde das neue Schützenhaus mit zwölf Luftgewehr- und Luftpistolenständen nach zweijähriger Bauzeit am Sportzentrum seiner Bestimmung übergeben. Mit Sigrid Kleber feierte "Hubertus" erstmals eine Bayerische Vize-Meisterin. Zum 60. Geburtstag wurde Bürgermeister Karl Roth zum Ehrenmitglied ernannt. Von 1996 bis 1998 übernahm Reinhold Brenner das Ruder der Schützen und ab 1998 folgte Markus Brenner. Zur Schützenkaiserin ernannt wurde Isabelle Kleber als dreimalige Schützenliesl und 2001 erkämpfte sich Sigrid Kleber den Gaumeistertitel.

2004 wurde Werner Preßl erster Gaumeister und 2005 qualifizierte sich Rosi Dobmeier bei der Gaumeisterschaft für die Bezirksmeisterschaft. Mit dem Pistolenschützen Daniel Biermeier hatten die Hubertus-Schützen erstmals einen Gaujugendkönig. Nach einem Böllerkurs folgte 2006 um Vorsitzenden Markus Brenner und acht Mitgliedern die Gründung einer Böllerschützenabteilung. Im Jahr 2007 wurde Sportpistolenschütze Klaus Härtl mit 534 Ringen Gaumeister, 2008 Alfred Kleber Ehrenmitglied und Thomas Ziegler 1. Böllerchef. Die Jugendlichen wurden A-Klassen-Sieger, sicherten sich die Gautrophäe und die Sportpistolenschützen mit Christian Bösl, Robert Buchmeier und Marco Procher den Gaumeistertitel.

Die Hubertusmitglieder organisierten das zweite Böllertreffen des Grenzgaus, bereicherten die Heimatfest alle fünf Jahre mit dem Bölleranschießen und einem Festwagen. Zum Ehrenschützenmeister wurde Hans Werner und zu Ehrenmitgliedern Franz Lanz, Hans Kleber und Max Karl ernannt. Als neuer Schützenmeister folgten Konrad Härtl, 2015 Fabian Wild und 2019 Daniel Biermeier. Derzeit schießen die Teams in der Bezirksoberliga, Gauliga, A- und C-Klassen.

Eslarner Böllerschützen machen auf sich aufmerksam

Eslarn
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.