Die Schaffung von mehr Wohnraum würde wieder zu mehr Zuzügen führen, was dem Rückgang entgegenwirken würde. In der Bürgerversammlung am Dienstagabend in der alten Turnhalle stellte Gäbl statistische Zahlen über die Entwicklung Eslarns an den Beginn seines Rückblicks.
Zählte der Markt 2018 noch 2700 Einwohner, waren es zum Jahresende 2019 noch 2688. Diese Differenz ergibt sich fast genau aus der Gegenüberstellung von Geburten und Todesfällen. „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass die Gesellschaft immer älter wird.“ Und um dem wirksam zu begegnen, sah der Rathauschef in der Schaffung von passendem und ausreichendem Wohnraum die einzige Lösung. Aufgrund der Pflegeeinrichtungen sei die Nachfrage des Personals nach Wohnungen da, auch Wegzüge ließen sich bei geeigneten Unterkünften vermeiden, lautete das Fazit des Bürgermeisters. Trotzdem gewann das Marktoberhaupt der fast gleichbleibenden Geburtenzahl etwas Positives ab: 21 Kinder im Jahr bedeuten zumindest eine „echte Klasse“ für die Grundschule.
In Eslarn leben 35 Asylbewerber, berichtete der Bürgermeister. Gäbls Dank galt den „Kümmerern“, die sich um die Belange der Flüchtlinge bemühen. Namentlich nannte er stellvertretend für die Helfergruppe Anita Weichselmann.
Beim Blick auf die Finanzen verwies der Sprecher auf die angestiegenen Gewerbesteuereinnahmen, nannte den Markt diesbezüglich auf „einem guten Weg“, auch wenn allgemein eine „Abkühlung“ vorhergesagt wird. Die gleiche positive Einschätzung gab Gäbl auch für die Höhe der Einkommenssteuerbeteiligung ab, die im vergangenen Jahr der Kommune 1.269.909 Euro in die Kasse gespült hat. Die Kreisumlage dürfte weiterhin bei 40 Prozent liegen.
Ausführlich schilderte Bürgermeister die Zusammensetzung der Ausgaben für die Trinkwasserversorgung, für die unter anderem an den Bayerischen Staatsforst 4.410 Euro Pacht für die Grundstücke der Stückbergquellen zu bezahlen sind. Insgesamt muss der Markt für die Trinkwasserversorgung Ausgaben in Höhe von rund 214.000 Euro in die Kalkulation einbringen. Den Trinkwasserverbrauchsrückgang von 132.000 Kubikmeter 2018 auf geschätzte 130.000 im vergangenen Jahr wertete Gäbl als Zeichen des Wassersparwillens der Bürger. Jetzt müsse sich die Gemeinde um die Sanierung der Quellschüttungen bemühen, um weiterhin die entsprechenden Quellen nutzen zu können.
Als notwendige Baumaßnahme kündigte das Marktoberhaupt den Neubau der jetzt 50 Jahre alten Kläranlage an. Die jetzige Abwasserbeseitigungsanlage entspricht laut dem Bürgermeister baulich und technisch nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Für den Neubau seien bereits Rücklagen in Höhe einer halben Million Euro vorhanden, freute sich Gäbl, ebenso könne das Kläranlagengebäude weiter genutzt werden. Die Gesamtkosten seien jedoch noch nicht bezifferbar.
Die Neugestaltung des Tillyplatzes nannte Gäbl eine „weise Entscheidung“, weil vom Kostenaufwand von zwei Millionen Euro dem Markt dank der Zuschüsse nur ein eigener Aufwand von 400.000 Euro verblieb. Um diese Zuschusshöhe zu erreichen, sei Eslarn als Ziel das Erreichen einer „städtebaulichen Verbesserung“ aufgegeben worden. Dies habe die Kommune erreicht.
Kurz streifte der Bürgermeister den Ausbau der Brennerstraße, der im laufenden Jahr wohl nicht mehr umgesetzt werde. Nachdem der Landkreis, der Markt und die Regierung der Oberpfalz als Zuschussbehörde für die Städtebausanierung an dem Projekt beteiligt sind, wird es Lösungen geben, bei denen nicht alle Anregungen von Bürgern befriedet sein werden, machte der Bürgermeister bereits jetzt deutlich.
Nach dem rund eine Dreiviertelstunde langen Bericht von Bürgermeister Reiner Gäbl kamen in der allgemeinen Aussprache nur zwei Wortmeldungen. Ein Bürger sprach den Zustand der Moosbacher Straße an. Das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach meine, dass der Markt zunächst seine „Hausaufgaben“ erfüllen und Kanaldeckel und Hydranten anheben müsse, bevor ein Ausbau seitens dieser Behörde erwogen werden. Gäbl versprach, bei geeignetem Wetter diese Maßnahmen durchzuführen, dann sei das Staatliche Bauamt wieder gefordert.
Ein weiterer Teilnehmer sprach die Breitbandversorgung und die Verlegung von Glasfaserkabel an. Gäbl nannte den Breitbandausbau bundesweit ein Dilemma. Es sei jetzt den privaten Unternehmen überlassen, ob sie den Breitbandausbau über die Versorgung mit 30 M/Bit hinaus mit dem Glasfaserkabel fortsetzen, erklärte der Rathauschef. „Niemand kann die Unternehmen dazu zwingen“. Es bleibe nur, dies als Konsequenz aus der seinerzeitigen Privatisierungswelle zur Kenntnis zu nehmen, meinte er.














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