10.08.2020 - 14:22 Uhr
EslarnOberpfalz

Neues Logistikzentrum für Eslarn

Die Inotech-Group aus Nabburg hat 2019 die örtlichen Firmen FWE und UWK übernommen. Der Erhalt der Arbeitsplätze ist aber nur eine der guten Nachrichten.

Auf dem Grundstück zwischen der Halle von Inotech, ehemals UWK, und der Firma FWE (links) soll das neue Logistikzentrum entstehen.
von Karl ZieglerProfil

Als neuer Inhaber der Inotech-Gruppe stellte sich Diplomingenieur Josef Gleixner mit den Geschäftsführern und Betriebsleitern dem Eslarner Martktrat in einer Betriebsbesichtigung vor. Gleixner führte die Abordnung um Bürgermeister Reiner Gäbl durch die Betriebshallen. Dabei hatte die europaweit agierende Firmengruppe positives zu berichten: Diese konnte durch die Übernahme der UWK-Kunststoffverarbeitung des ehemaligen Inhabers Wunderlich und des Formen- und Werkzeugbaus (FWE) nicht nur die Arbeitsplätze erhalten, sondern möchte im Gewerbegebiet durch den Bau eines neuen Logistikzentrums den Standort weiter stärken und bei Bedarf weiteres Personal einstellen. Der Werkzeugbau der FWE soll vom Werk 1 an der Moosbacher Straße zentral ins Werk 2 ins Gewerbegebiet verlagert werden. Die älteren Gebäude am Werk 1 werden abgerissen und die freie Optionsfläche von rund 5000 Quadratmetern der Gemeinde für Bauflächen zur Verfügung gestellt. Mit den autobahnnahen Standorten in Nabburg, Weiden und Eslarn konnte die Firmengruppe für Kunststofftechnik nach der Grenzöffnung vom ehemaligen Randgebiet ins Zentrum Europas rücken.

Gemeinsam mit den Geschäftsführern Harald Kausler, Jan Kunzwart aus Tachov und Projektmanager Martin Bodner stellte der Inhaber die europaweit aktive Unternehmergruppe und speziell den Standort in Eslarn vor. Die Kompetenz des Unternehmens Inotech beruht auf nahezu 30-jähriger Erfahrung und intensiver Arbeit mit dem Werkstoff Kunststoff, sowie der Einsatzbereitschaft von rund 500 Mitarbeitern. Nach der Gründung von Inotech Kunststofftechnik 1986 in Nabburg folgten in den Jahren an anderen Standorten stete Erweiterungen. Nach dem Wahlspruch Gleixners, dass Technik verbindet, sind auch die einzelnen Standorte für Kunststofftechnik in Nabburg, im tschechischen Tachov seit 1994 und in Weiden seit 2017 verknüpft.

In vielen Branchen daheim

Mit dem Ankauf der Firmen FWE und UWK in Eslarn kamen 2019 weitere Produktionsstandorte dazu, in denen auf einer Fläche von rund 1400 Quadratmetern produziert wird. Der Spritzguss- und Oberflächenspezialist fertigt vielfältige Produkte und agiert als erfolgreicher Systemlieferant für namhafte Kunden in verschiedenen Branchen. Derzeit werden die Produkte der Sparten Automotive, Telekommunikation, Maschinenbau, Packaging, Elektronik- und Elektrotechnik sowie Medizintechnik hergestellt. "Jedes Werk unserer Gruppe hat eine bestimmte Bedeutung für Werkzeugbau, Produktion und Entwicklung." Die Auftraggeber kommen mit Skizzen neuer Produkte zu Inotech und die Firmengruppe setzt diese Ideen in die Praxis um. Wichtig für das Unternehmen sei, dass fünf Prozent in die Entwicklung finanziert und damit Akzente gesetzt werden. "Mit diesen Voraussetzungen sichern wir unseren Kunden einen klaren Wettbewerbsvorteil."

Neuer Wind im Gewerbegebiet

Eslarn

Gewaltige finanzielle Einbußen ab März 2020 verursachte die Corona-Pandemie auch bei Inotech, die seither zur Kurzarbeit gezwungen ist. "Wir machten 48 Millionen Umsatz, geplant waren 53 Millionen Euro und jetzt hoffe ich, dass es langsam wieder aufwärts geht", fügte Unternehmer Gleixner an. Im Zusammenhang mit der Produktion einer neuen Sitzabdeckung für den Audi wird im Werk 2 eine neue 2000-Tonnen-Spritzgussmaschine mit einer Länge von 13 Metern und Breite von 5 Metern installiert. "Mit der Maschine können wir rund 1500 Kilogramm Granulat pro Tag verarbeiten und im Jahr insgesamt 368.000 Teile herstellen", erläuterten die Firmenverantwortlichen.

Automatisiertes Lager zur Standortsicherung

In Eslarn ist in den Folgejahren zwischen der FWE und der ehemaligen UWK zudem ein zentrales und größtenteils automatisiertes Logistik-Werkzeuglager geplant, wodurch der örtliche Standort mit den rund 120 beschäftigten Frauen und Männern weiter gestärkt werden kann. Über die Standortsicherung und -erweiterung in Eslarn waren Bürgermeister Gäbl und die Markträte erfreut. Das Marktoberhaupt bezeichnete den Werkzeugbau für Eslarn in den vergangenen Jahrzehnten und auch heute für sehr wichtig und dankte Gleixner und seinem Team für die Erweiterungspläne und den Erhalt der Arbeitsplätze.

Gemeinsam mit den Betriebsleitern führt Diplomingenieur Josef Gleixner (rechts) eine Abordnung des Marktrates durch die Betriebshallen.
Unternehmer Josef Gleixner (Mitte) führt durch den Betrieb.
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