17.05.2020 - 09:41 Uhr
EslarnOberpfalz

Raiffeisen-Waren-Markt in Eslarn schließt Ende des Jahres

Die überraschende Schließung liegt nicht an der Nachfrage, sondern an den Betriebskosten und der nicht möglichen Erweiterung des Markts.

An den Kunden in Eslarn liegt die Schließung des Raiffeisenmarkts zum 1 Januar.2021 nicht.
von Karl ZieglerProfil

Der Raiffeisenmarkt an der Kirchenstraße in Eslarn besteht seit 9. Oktober 2004. Wie die verantwortlichen Vorstandsmitglieder der Raiffeisenbank Neustadt-Vohenstrauß mitteilten, haben sowohl branchenbedingte Entwicklungen und schlichtweg auch die geringe Größe mit den damit weniger erzielbaren Umsatz- und Ertragszahlen zu dieser unerfreulichen Entscheidung geführt. Die von der Schließung unmittelbar betroffenen zwei Mitarbeiterinnen erhielten die Zusicherung für einen neuen Arbeitsplatz in den bestehenden Betriebsstellen in Moosbach und Albersrieth. Die Nahortversorgung für Eslarn soll mit einem Lieferservice von den Standorten in Moosbach und Albertsrieth aus erfolgen.

Die Schließung ist für die Marktgemeinde ein herber Verlust und gerade für ältere Bürger eine Katastrophe. Die breite Angebotspalette nutzten Landwirte, Hausbesitzer, Kleintierbesitzer und junge und ältere Familien. Wer eine Schraube, Birne oder sonstige Kleinteile für sein in die Jahre gekommenes Haus spontan benötigte, beim Raiffeisenserviceteam Ulrike Schmid und Heidi Hanauer war man an der richtigen Adresse. „Das kann ich nicht verstehen“, sagte ein Kunde auf Nachfrage. Sie und er gehen selbst gern hier einkaufen, weil der Markt sehr gut sortiert sei.

Bereichs-Vorstand Werner Bäumler betont, dass weder die Mitarbeiterinnen noch die Eslarner Bevölkerung für diesen Einschnitt verantwortlich sind. "Auch wenn viele Eslarner Bürger ihr Einkaufsverhalten erfreulich auf regionale Anbieter abstellen, so lässt sich in der heutigen Zeit ein Raiffeisen-Markt mit Schwerpunkt Markt- und Gartenartikel dieser Größe nicht mehr betriebswirtschaftlich tragbar darstellen“, stellten die Verantwortlichen der Raiffeisen fest. Außerdem mache es den örtlichen Geschäften der Online-Handel und der steigende Wettbewerbsdruck immer schwerer und das bequeme Geschäft von zu Hause treibe Vorort-Geschäfte in den Ruin.

Im Vergleich zu anderen Märkten, die sich aufgrund ihres Standortes auf Sparten wie Agrar-, Baustoff- und Energiehandel konzentrieren können, ist hier eine Sortiments-Ausweitung nicht möglich. Schuld an dieser Maßnahme sind neben dem Online-Handel auch branchenübliche Rahmenbedingungen. Die beiden Mitarbeiterinnen des Eslarner Raiffeisenmarktes sowie alle Waren-Mitarbeiter werden in der Folgezeit alles dafür tun, um die Eslarner Bevölkerung so gut wie möglich von den verbleibenden Standorten Moosbach und Albersrieth aus zu versorgen. Angedacht wäre die Einrichtung eines spezieller Liefer-Services. Außerdem betonen die Verantwortlichen der Genossenschaft, in enger Abstimmung mit der Marktgemeinde, alle Anstrengungen zu unternehmen, eine sinnvolle Folgenutzung der Immobilie zu erreichen.

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