16.04.2020 - 12:17 Uhr
EslarnOberpfalz

Schlossberger: Neuer Dirigent muss warten

Der neue Dirigent der Schlossbergkapelle muss den Taktstock wegen der Coronakrise einstweilen noch beiseite legen.

Der begeisterte Trompetensolist Paul Windschüttl gibt bei der Schlossbergkapelle künftig den Takt an.
von Karl ZieglerProfil

Da das Konzert an diesem Freitag und am Samstag, 17. und 18. April, in der Turnhalle in Moosbach aufgrund Corona auf 5. und 6. Juni verlegt wurde, sind die Musiker der Schlossberger mit ihrem neuen Dirigenten Paul Windschüttl zur Zwangspause verpflichtet. Die Eintrittskarten der Konzerte behalten an den betreffenden Wochentagen im Juni ihre Gültigkeit.

Die Schlossbergkapelle wurde 1978 von Alfons Grötsch und Albert Grießl, der bis heute der Chef der Kapelle ist, gegründet und die musikalische Leitung übernahm bis 1982 der leidenschaftliche Musiker Rolf Karl. Unter seiner Stabsführung entstand die erste Schallplatte, die mit einer Mischung aus konzertanter und traditioneller Blasmusik unverkennbar seine Handschrift trägt. Auf Initiative von Albert Grießl erschien unter der musikalischen Leitung von Stefan Karl zum 30-jährigen Jubiläum der Tonträger mit Stücken aus dem bayerisch-böhmischen Grenzgebiet. Im Anschluss folgte als Dirigent Manfred Wild und 1989 der zweite Tonträger „Das ist Musik“. In der Folgezeit änderte sich der Name in „Schlossberger aus Eslarn“ und das Programm. Dem Zeitgeist folgend begeisterte die Kapelle mit Stimmungs- und Unterhaltungsmusik und der neue Stil spiegelte sich 1994 in der produzierten CD „Hey Mann pack mas an“. In den vergangenen Jahren haben sich die Schlossberger auf ihre Wurzeln zurück besonnen und pflegen wieder die traditionelle bayrisch-böhmische Blasmusik.

Nachdem der langjährige Schlossbergdirigent Manfred Wild den Taktstock aus beruflichen und persönlichen Gründen an Werner Schreml übergab, stand im Jahr 2019 für eine Übergangszeit der Pressather bei den Veranstaltungen am Dirigentenpult. Noch im gleichen Jahr folgte Paul Windschüttl, der 1954 in Thanstein geboren wurde und nach seinem Abitur Kirchenmusik und Musikpädagogik studierte und zudem ein Trompeten-, Cembalo- und Generalbassstudium belegte. Das musikalische Multitalent leitete als Direktor die Landkreismusikschule Cham und ging 2018 in den Ruhestand. Zur Ruhe setzen kam für den musikalischen Allrounder überhaupt nicht in Frage. Der begeisterte Trompetensolist spielt in vielen namhaften Orchestern und Ensembles, ist Komponist, Organist, Dirigent und Dozent. Neben anderen Auszeichnungen wurde Paul Windschüttl aufgrund seiner Verdienste um Musik und Kultur von ehemaligen Bundespräsident Horst Köhler mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Zahlreiche Konzerttourneen führten ihn durch ganz Europa, in die USA und nach Asien und neuerdings auch nach Eslarn. Soweit es Corona zulässt, dirigiert Windschüttl am 5. und 6. Juni 2020 erstmals die Konzerte der Schlossberger in Moosbach.

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