Die Weihnachtszeit ist unweigerlich mit der leidenschaftlichen Schnitzkunst verbunden. Dieses Hobby pflegte viele Jahre auch die ehemalige Kindergartenleiterin und Oberin Ehrengard Gabelsberger. Am Sonntag feiert die beliebte Dillinger Franziskanerin im Kloster in Bamberg ihren 85. Geburtstag. Die Eslarner sind an diesem Sonntag mit ihren Gedanken bei ihrer Schwester und wünschen der Trägerin der Bundesverdienstmedaille und der Bürgermedaille in Gold vor allem Gesundheit.
Die Wiege von Ehrengard Gabelsberger stand am 25. November 1933 im oberbayerischen Aindling und nach dem Schulabschluss wurde sie 1951 in das Postulat der Dillinger Franziskanerinnen aufgenommen. Bereits 1952 besuchte sie ein Kindergartenseminar und war anschließend im Kindergarten Sonthofen im Allgäu als Kindergärtnerin tätig. Das Ordensgelübde der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsams legte Schwester Ehrengard am 27. Juli 1956 in Dillingen an der Donau ab, in einem der ältesten Franziskanerorden. Nach vier Jahren als Kindergärtnerinnen in München und 12 Jahren am Kindergarten in Kleinrinderfeld bei Würzburg kam Schwester Ehrengard am 14. September 1972 nach Eslarn, wo sie bis 1993 insgesamt 21 Jahre den Kindergarten leitete und bis 2006 als Oberin den Schwesternkonvent im Kloster vorstand. Die Besetzung der Oberinstelle war Voraussetzung für den damaligen Um- und Neubau des Kindergartens. Am 12. August 1973 konnte der neue Kindergarten eingeweiht und von zwei Gruppen mit je 35 Kindern bezogen werden. Bereits fünf Jahre später entstand das Spielzentrum mit Halle und Außenspielplatz und 1998 folgte die Generalsanierung mit dem beträchtlichen Um- und Anbau.
Die Schwestern kümmerten sich bis 2006 engagiert und beispielhaft als Altenpflegerinnen, Krankenschwestern und Erzieherinnen um ältere, kranke und jüngere Menschen. Nach dem Tod der 77-jährigen Schwester Walfrieda Tischler und der 85-jährigen Schwester Hedwig Rösch lebte die Oberin einige Zeit alleine im Schwesternkonvent. Die Provinzleitung in Bamberg sah sich gezwungen, die Niederlassung am 15. Dezember 2006 wegen Nachwuchsmangel aufzugeben und die damals 73-Jährige nach 34-jähriger Tätigkeit nach Bamberg zu berufen. Damit endete in Eslarn nach Jahrzehnten die Ära der Dillinger Franziskanerinnen. Schweren Herzens verließ die Eslarner Ordensfrau ihre liebgewordene Heimat und ließ viele Freunde zurück.
Mit dem Auszug verlor Eslarn nicht nur eine der letzten rührigen Nonnen, sondern auch den seit 1931 bestehenden Konvent. Für das soziale und christliche Engagement erhielt Schwester Ehrengard die Bundesverdienstmedaille und vom Markt Eslarn die Bürgermedaille in Gold verliehen. Während des christlichen Wirkens in Eslarn beschäftigte sich Schwester Ehrengard leidenschaftlich mit der Holzschnitzkunst und unternahm ausgedehnte Streifzüge durch die Landschaft. Einige ihrer hölzernen Unikate bereichern noch heute so manche Wohnung. Das Meisterstück war ohne Zweifel ihre liebgewordene Weihnachtskrippe mit Maria, Josef und dem Jesukind.
Das 34-jährige segensreiche Wirken in Eslarn hat bei Schwester Ehrengard deutlich positive Spuren hinterlassen, so dass die stets freundliche, hilfsbereite und weltoffene Klosterfrau soweit es gesundheitlich möglich ist, bei kirchlichen und weltlichen Anlässen in Eslarn anzutreffen ist. "Ich habe Eslarn, die Mitmenschen und die Landschaft lieben und schätzen gelernt und Eslarn ist mir zur Heimat geworden" stellte Schwester Ehrengard vor 12 Jahren bei ihrem Abschied fest. Nach einer Aussage von Schwester Ehrengard war ihre Kindergartentätigkeit, davon 21 Jahre in Eslarn, zwar eine lange, aber schöne Zeit. Am Sonntag feiert Schwester Ehrengard Gabelsberger ihren 85. Geburtstag und darf viele Gesundheits- und Segenswünsche entgegen nehmen.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.