Bürgermeister Reiner Gäbl, einer der nur drei Befürworter des Projektes, bat eindringlich darum, sachlich zu bleiben. Er nannte vor der Abstimmung Zahlen und Fakten. Der Investor war demnach die BayWa; der Solarpark sei laut Gäbl knapp 100 Meter von der Bebauung entfernt geplant gewesen und hätte mit seinen gut 5000 Megawatt (MWh) im Jahr etwa 1500 Vier-Personen-Haushalte mit Energie versorgt und rund 2,6 Tonnen Kohlendioxid gespart.
Gäbl sagte, man könne sehr wohl unterschiedlicher Meinung sein, das dürfe jedoch nicht dazu führen, die Gemeinde zu spalten. Derlei Diskussionen über Projekte zu alternativen Energien gebe es im Moment in allen Gemeinden rundum. Er verstehe das Argument durchaus, dass die Anlage das Ortsbild störe, sagte Gäbl, warb aber gleichzeitig mit Verweis auf den umstrittenen Süd-Ost-Link um Verständnis dafür, dass die Energiewende überall Opfer koste.
"Vollkommen ungeeignet"
Wolfgang Voit (CSU) erklärte, seine Fraktion sei keineswegs grundsätzlich gegen Photovoltaik-Anlagen, nur halte man das vorgesehene Areal für „vollkommen ungeeignet“, da dieses ortsbildprägend sei. Ganz ähnlich äußerte sich Eduard Forster (FWG). Der SPD-Sprecher Siegfried Wild, wie Gäbl ein Befürworter der Anlage, sagte, in seiner Fraktion gebe es unterschiedliche Auffassungen: „Wer´s mag, der mag´s; wer´s nicht mag, mag´s nicht.“
Das Ergebnis fiel für die nur drei Befürworter ernüchternd aus. Dritter Bürgermeister Josef Illing (CSU) meinte an den Bürgermeister gewandt: „Hätten Sie uns gefragt, hätten Sie sich die Sitzung sparen können.“
Hätten Sie uns gefragt, hätten Sie sich die Sitzung sparen können.
Besitzerin reagiert nicht
Die Jahresrechnung 2017 wurde einstimmig festgestellt, Bürgermeister und Verwaltung wurden entlastet. Der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, Albert Gollwitzer (FWG), hatte in seinem Bericht unter anderem auf das Anwesen Zierer neben dem Rathaus hingewiesen, das zuletzt laut Gäbl beinahe Ortsgespräch gewesen sei („Warum wird denn da nichts, warum macht denn da die Verwaltung nichts?“).
Kurz vor dem Kaufvertrag
Gäbl listete auf, wieviele Gespräche bereits mit dem inzwischen verstorbenen Besitzer und dessen Tochter geführt worden seien. Zuletzt habe man kurz vor der Beurkundung des Kaufs durch die Gemeinde gestanden, ganz zu den Bedingungen der Inhaberin, diese sei jedoch inzwischen abgetaucht, antworte auf keinerlei Nachrichten oder Telefonate. Und zwingen könne man die Dame nicht zum Verkauf. Dabei sei im Rahmen der Städtebauförderung allerhand denkbar, auch eine Renovierung, „aber es nutzt halt nichts, wenn wir keine Meldung bekommen“.
An den Bauausschuss verwiesen hat der Marktgemeinderat den Brunnenbau von Wolfgang Kleber, Roßtränk 4; in dem Zusammenhang steht laut Gäbl seit 2011 eine Entscheidung des Landratsamtes zu einer Geländeauffüllung aus. Sein Einvernehmen hat der Gemeinderat folgenden Bauanträgen erteilt: Neubau eines Geräteschuppens an der Oberhausener Straße; Abbruch einer Scheune und Bau einer landwirtschaftlichen Lagerhalle auf Flurstück Nr. 850. Für den Bau eines Einfamilienwohnhauses in der Bürgermeister-Landgraf-Straße 1 hat der Gemeinderat verschiedenen Befreiungen vom Bebauungsplan zugestimmt; demnach darf das Haus u.a. ein Pultdach bekommen und um 90 Grad gedreht werden, um eine Photovoltaik-Anlage besser nutzen zu können.
Die Helfer der Europawahl am 26. Mai bekommen auf Gemeinderatsbeschluss ein Erfrischungsgeld von 40 Euro. Gäbl betonte, es könnten sich jederzeit auch engagierte Bürger als Wahlhelfer zur Verfügung stellen.
Waidhaus abgesprungen
Kurt Baumann (CSU) erinnerte an das Vorhaben, mit Waldthurn und Waidhaus einen Bauingenieur zu beschäftigen. Leider sei Waidhaus abgesprungen. Gäbls Worten zufolge wird derzeit geklärt, inwieweit die von der Regierung geförderte Einstellung auch zu zweit, also nur noch zusammen mit Waldthurn, möglich und umsetzbar sei.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.