15.07.2020 - 12:39 Uhr
EslarnOberpfalz

Sportzentrum braucht neue Heizung

„In die Jahre gekommen“, ist die Technik der Heizungsanlage im Sportzentrum. Eine zeitgemäße Erneuerung von Grund auf wird nötig. OTH-Energieexperte Sven Schuller zeigt auf, was möglich ist.

Sven Schuller, Institut für Energietechnik OTH Amberg, stellt die Möglichkeiten zur Erneuerung der Heizungsanlage und Warmwassergewinnung im Sportzentrum Eslarn vor.
von Walter BeyerleinProfil

Das Sportzentrum Eslarn wurde im Jahr 1991 eingeweiht. Mit der seinerzeitigen Errichtung des Gebäudes war auch der Bau der Heizungsanlage verbunden. Nun ist es aber notwendig, die gesamte Heiztechnik einschließlich der Warmwasserversorgung des gesamten Gebäudes auf den neuesten Stand zu bringen. Dazu stellte Sven Schuller, Institut für Energietechnik OTH Amberg, ein umfangreiches Konzept für Sanierung oder die Neueinrichtung vor.

Bürgermeister Reiner Gäbl erinnerte in seiner Einleitung daran, dass in der Zusammenarbeit mit der ZENO und der Beteiligung an einem Energienetzwerk ein Energiekonzept für die neue Technik im Sportzentrum entwickelt wurde. In der aktuellen Sitzung solle aber keine Entscheidung getroffen werden, vielmehr gebe Schuller als Referent wichtige Hinweise für künftige Planungen.

Der Energieexperte berichtete, die Sportstätte bereits im letzten Herbst unter die Lupe genommen zu haben. Eindeutig sei die Erkenntnis gewesen, dass die gesamte Anlage technisch veraltert ist. Als derzeitigen Istbedarf nannte Sven Schuller 97.500 kWH im Jahr, davon 10.100 kWh für Warmwasser. Dieser Verbrauch setze sich aus der Nutzung der Zentralheizung mit einem Heizölkessel und in weitaus geringerem Umfang aus dem Scheitholzofen zusammen. Die Solarthermieanlage sei wegen Defekts schon lange außer Betrieb. Außerdem benötige das Sportzentrum durchschnittlich 10.800 kWh im Jahr an elektrischer Energie.

Für die künftige Energieversorgung zeigte Schuller fünf Varianten auf. Dazu gehören der Einsatz eines Heizölbrennwertkessels und Scheitofens als Erneuerung der aktuellen Wärmeerzeugung, oder ausschließlich ein Heizölbrennwertkessel, Pelletkessel oder Hackgutkessel. Eine klare Absage erteilte der Referent dem Bau eines Blockheizkraftwerkes mangels fehlender Nutzungsmöglichkeiten des erzeugten Stromes. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung erstreckt sich auf zwanzig Jahre, wobei Schuller die Energiekosten auf die unterschiedlichen Techniken aufteilt. Der umfassende Bericht enthält klare Aussagen zur Wirtschaftlichkeit der Energieversorgung, die notwendigen jährlichen Ausgaben ohne Kapitaldienst und als besonders wichtigen Aspekt die Jahresgesamt- und Wärmegestehungskosten.

Energietechnik an der OTH: Moderne Energiekonzepte

Als ökonomische Energieversorgungsvariante nennt Sven Schuller den Heizölbrennwertkessel, als ökologische Variante den Einsatz eines Pelletkessels. Bei den Energiekosten berücksichtigt der Experte eventuelle Preissteigerungen. Wichtig für den Markt Eslarn sind aber vor allem die aktuelle Fördersituation, die sich auf fünf Programme aufteilt, wie Sven Schuller aufzeigt. Entsprechend der unterschiedlichen Varianten bewegen sich die Investititonen zwischen 67.000 Euro und 187.000 Euro. In seinen abschließenden Anmerkungen gibt Sven Schuller wertvolle Empfehlungen, welche Schritte im Vorfeld notwendig sind, eine sinnvolle Heizungsanlage zusammen mit der Warmwasserversorgung zu errichten.

Bürgermeister Reiner Gäbl bescheinigt Schuller, sich sehr viel Mühe bei der Projektierung des Vorhabens gemacht zu haben. Jetzt müsse sich der Marktrat mit der Thematik befassen, um eine Entscheidung zu finden.

Das Marktoberhaupt stellte mehrere Varianten zur tatsächlichen Umsetzung des Projektes vor. Einer Versorgung des Sportzentrums mit Biogas gibt Bürgermeister Reiner Gäbl aufgrund vorausgegangener Gespräche keine Hoffnung. Die „ganz große Lösung“ wäre laut Gäbl die Errichtung und der Betrieb der Anlage durch die Waldbesitzervereinigung Eslarn-Vohenstrauß. Da müsse aber auch mit den Anliegern am Sportzentrum gesprochen werden, ob eine Bereitschaft bestünde, Energie „abzunehmen“. Als Variante 2 nennt der Bürgermeister die Errichtung und den Betrieb der Anlage durch die Waldbesitzervereinigung, der Markt Eslarn und die Vereine müssten dann als Abnehmer der Wärme und des Warmwassers auftreten. Sollte die Waldbesitzervereinigung keinerlei Interesse am Bau der Anlage haben, müsse der Markt Eslarn in die Verantwortung treten, die Waldbesitzervereinigung sollte aber die Anlage betreiben, erklärt Gäbl. Der Markrat muss sich laut Gäbl in den nächsten Wochen für eine Variante entscheiden.

Sven Schuller, Institut für Energietechnik OTH Amberg, stellt die Möglichkeiten zur Erneuerung der Heizungsanlage und Warmwassergewinnung im Sportzentrum Eslarn vor.
Das Sportzentrum Eslarn wurde im Jahr 1991 eingeweiht. Die Heizungsanlage und Warmwassergewinnung ist nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik. Ein Erneuerung zwingend notwendig.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.