Eslarn
27.03.2019 - 15:18 Uhr

Trockenheit verhindert Jagdschäden

Im vergangenen Jagdjahr standen die Wildschweine wegen der frühen Maisernte vor leeren Feldern. Die Eslarner Jagdgenossen sprechen von einem ungewöhnlichen Jahr. Der neue Jagdpächter Eugen Krysanovsk hat seltene Vögel gesichtet.

Die Jagdgenossenschaft Eslarn traf sich in der Zoiglstum „Beim Strehern“ zur Jahreshauptversammlung. Nach dem Verlesen des Protokolls und dem Hinweis auf zwei Vorstandsitzungen mit 13 Besprechungspunkten durch Schriftführer Dominik Brenner berichtete Kassier Erhard Bauer-Pfannenstein über die Einnahmen und Ausgaben. Einen Dank richtete er im Kreis der 29 Jagdgenossen an alle Spender und einige Landwirte für den Verzicht auf Auszahlung und Nichtanmeldung von Wildschäden. In der Kasse sind aufgrund eines Verzichts zweier Landwirte auf Auszahlung eines Wildschadens weiterhin 2000 Euro für den Wegebau zweckgebunden enthalten.

Die Bayerischen Staatsforsten haben für die Staatsjagden Heubach und Lindau den Jagdpachtschilling überwiesen und den Mitgliedern werde die Jagdpacht im Dezember 2019 ausbezahlt. Jagdvorsteher Grießl berichtete über das abgelaufene Jagdjahr. "Die entstandenen Wildschäden vom Vorjahr wurden erfolgreich abgeschlossen und die wenigen Wildschäden im aktuellen Jahr konnten mit den Jagdpächtern einvernehmlich erledigt werden." Weiterhin wies Grießl auf die Informationen des Landratsamts bezüglich Auftreten der afrikanischen Schweinepest, der Regelungen zur Auszahlung des Jagdpachtschillings bei Wildgehegen und digitaler Jagdrevierkarte mit Einblicken in die Reviere und Grenzen hin. Der Jagdvorsteher nahm zusammen mit weiteren Vertretern des Vorstands am Arbeitskreis „Jagd“ teil und berichtete über Neuerungen bei Nachtsichtgeräten und Wiesenumbrüchen sowie über das kürzlich erstellte Vegetationsgutachten. "Der Verbiss im Bereich Eslarn wurde als tragbar eingestuft und die bisherigen Abschussempfehlungen für die kommenden drei Jahre beibehalten" informierte Grießl.

Durch das sehr frühe Maishäckseln im August, was laut Grießl noch nie dagewesen ist, hielt sich der Schaden in Grenzen. Der Jagdpächter des Bogens A Michael Forster sprach von einem sehr trockenem Sommer, einem durch die frühe Maisernte eigenartigen Jahr und einem ertragsarmen Jagdjahr. "Der Mais war früher weg als die Wildschweine da waren." Außerdem war der Boden aufgrund der extremen Trockenheit zu hart, so dass es außer einer umgegrabenen Wiese keine Mais- und Wiesenschäden durch Wildschweine gegeben hat. Der Abschussplan konnte mit 15 Rehen erfüllt werden und zudem wurden 3 Wildschweine, 11 Wildenten und 3 Füchse erlegt. Da die Wildschweine stets unterwegs sind, ist ein Abschuss nicht so einfach und erfordert viel Geduld und Zeit. Die kürzlich entstandenen Wiesenumbrüche durch Wildschweine werden laut Edi Forster zeitnah noch beseitigt.

Seit Oktober ist Eugen Krysanovsk der Jagdpächter für den Jagdbogen B. Im Revier habe der Eslarner sieben Kanzeln und sieben Hochsitze aufgestellt, aber auch 20 Vogelhäuschen für die Vogelwelt installiert. Der Jagdpächter sprach die im Herbst durchgeführte Treibjagd an, bei der das Kennenlernen im Vordergrund stand, und von einer Wiederholung und von geringen Wildschäden. Die Jagdbeute: 3 Rotwild, 8 Rehe, 10 Wildschweine, 2 Hasen, 18 Krähen, 10 Dachse und 34 Füchse. Der Jagdpächter informierte mit Absprache des Landratsamtes von der Ansiedelung einiger Fasane im Revier und von zwei geschossenen Bibern.

Die Jagdgenossen wollten über die nach der Flurbereinigung getroffenen Regelungen zu Erhalt und Reparatur der Flur- und Waldwege informiert werden. Nach Anfrage in der Marktratssitzung im Juli 2018 durch Marktrat und Jagdvorsteher Grießl teilte die Gemeinde mit, dass zwar Akten über die Flurbereinigung vorhanden seien, aber keine Informationen hinsichtlich vereinbarter Regelungen vorliegen und daher das allgemeine Bayerische Straßen- und Wegegesetz gelte.

Vor den anberaumten Neuwahlen teilte Grießl mit, dass er das Amt des ersten Jagdvorstehers nach fast 30 Jahren an jüngere Jagdgenossen weitergeben möchte. Bereits 2003 wollte er aufhören und habe sich immer wieder überreden lassen. "Es wäre ein günstiger Zeitpunkt für einen Neuen, da die Jagd verpachtet und Geld in der Kasse ist." Da sich niemand für das Ehrenamt zur Verfügung stellte, ließ sich Grießl erneut zur Kandidatur bewegen. Gemeinsam mit Josef Distner und Michael Grötsch übernahm Anton Schmid die Wahlleitung. Die 29 Jagdgenossen wählten den amtierenden Vorsitzenden einstimmig wieder zum Jagdvorsteher, Michael Reindl zum Stellvertreter, Erhard Bauer-Pfannenstein zum Kassier und Dominik Brenner zum Schriftführer. Neu im Gremium vertreten sind die beiden Beisitzer Grötsch und Stefan Schönberger. Bei der Kassenprüfung wird Schmid künftig von Karl Kleber unterstützt. Grießl betonte, dass der Jagdvorstand in den kommenden fünf Jahren einen Nachfolger aufbauen und einarbeiten soll, da er 2024 endgültig nicht mehr antreten werde. Die Jagdversammlung in der Zoiglstum endete traditionsgemäß mit der Einladung durch die Jagdpächter zu einem leckeren Wildscheinbraten und einem unterhaltsamen Umtrunk.

 
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