06.02.2020 - 13:24 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Essen mit Genuss – trotz Diabetes

Der Weg zur gesunden Ernährung

Gesunde Lebensmittel
von Externer BeitragProfil

Etwa jeder zehnte Mensch in Deutschland ist an Diabetes erkrankt. Für die Betroffenen folgt auf die Diagnose eine Ernährungsumstellung. Wie diese nahezu ohne Verzicht funktioniert, zeigt der Ratgeber „Wie ernähre ich mich bei Diabetes?“ von der Verbraucherzentrale Deutschland.

Die wohl meistgestellte Frage von Diabetikern ist: Darf ich noch essen, was schmeckt? Die wichtige Antwort zuerst: Selbstverständlich, denn leckeres Essen und schöne Mahlzeiten bereichern unser Leben. Möglicherweise muss aber die Auswahl der bisher konsumierten Lebensmittel angepasst oder ergänzt werden. Ob ein Gericht schmeckt oder nicht, hängt von den Zutaten und Gewürzen ab, nicht davon, wie gesund oder ungesund es ist. Um einen gesunden Lebensstil zu pflegen, ist es unabdingbar, Fertiggerichten und Fast Food den Rücken zu kehren und auf selbstgekochtes und frisch zubereitetes Essen zu setzen.

Genau das fehlt oftmals auf deutschen Tellern. Zu wenig Gemüse, kombiniert mit zu vielen Kohlenhydraten und viel zu wenig beziehungsweise zu viel Eiweiß. Beides ist gleichermaßen schlecht und fördert Diabetes. Es kommt also darauf an, die Sattmacher Gemüse und Eiweiß richtig zu dosieren. Unser Körper benötigt einen Mix aus Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß. Dazu noch Ballaststoffe, verschiedene Vitamine und Mineralstoffe.

Kohlenhydrate sind in Form von Stärke in Getreide, Kartoffeln, Reis oder Nudeln enthalten. Sie erhöhen die Blutzuckerwerte. Das geht nicht anders, und das ist auch gut so. Denn die gegessenen Kohlenhydrate werden in kleine Bausteine aufgespalten und gelangen durch die Darmwand in unser Blut. Von da aus verteilen sie sich im Körper genau dorthin, wo sie gerade benötigt werden.

Zu viele Kohlenhydrate führen zu hohen Zuckerwerten, zu wenige zu Unterzuckerung. Die optimale Menge an Kohlenhydraten sollte durch Messungen vor und nach dem Essen bestimmt werden. Idealerweise werden kohlehydratreiche Lebensmittel dann regelmäßig über den Tag auf drei bis fünf Mahlzeiten verteilt.

Da Fett der Nährstoff ist, der am meisten Energie liefert, spielt die Fettmenge, die im Essen steckt, beim Abnehmen und dem Halten des Körpergewichts eine große Rolle. Aber auch die Qualität ist essenziell. Sie wird nach der Verteilung der enthaltenen Fettsäuren beurteilt, es gibt gesättigte und ungesättigte Fettsäuren. Der Fettstoffwechsel wird durch die ungesättigten Fettsäuren positiv beeinflusst. Bei tierischen Lebensmitteln ist konsequent auf versteckte Fette zu achten, vor allem bei Aufschnitt und Milchprodukten.

Zum Kochen sollten nur kleine Mengen Öl verwendet werden. Gehärtete Fette sind komplett zu vermeiden. Sie können in Margarine, Back- und Streichfetten, aber auch in Ölen enthalten sein. Der Körper kann sie nicht verarbeiten. Sind gehärtete Fette in Lebensmitteln enthalten, steht das auf der Zutatenliste.

Sich selbst einen Essensplan aufzustellen, hilft, dem Körper genau die Nährstoffe zuzuführen, die er benötigt. Das steigert das Wohlbefinden, vor allem aber die Gesundheit. Perfektionismus ist aber nicht angebracht: Niemand isst an allen Tagen von allen Lebensmitteln exakt die richtige Menge.

Wichtig hingegen ist ein sinnvoller Tagesablauf. Regelmäßiges Essen ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Mit nur zwei Mahlzeiten am Tag kann der Bedarf an Nährstoffen allerdings nicht gedeckt werden. Nicht zu essen stresst unseren Körper genauso wie zu reichhaltiges Essen und sorgt für mangelnde Leistungsfähigkeit. Je nach Tagesgestaltung sind zwei bis drei Hauptmahlzeiten und ein bis zwei Zwischenmahlzeiten nötig, um eine gleichmäßige Nährstoffversorgung zu garantieren. Damit regulieren sich auch Blutzuckerschwankungen. Ein Stück Obst zählt hierbei genauso als Mahlzeit wie warmes Essen.

Auch wenn eine Umstellung der Ernährung sowohl Disziplin als auch Durchhaltewillen fordert, ist sie unabdingbar für Diabetiker. Mit einem vielfältigen Speiseplan und abwechslungsreichen Rezepten werden Betroffene sehr schnell feststellen, dass gesundheitsbewusstes Essen wirklich lecker sein kann. Nahrhafte Mahlzeiten bedeuten keinen Verzicht, sondern sind eine Bereicherung für Wohlbefinden und Gesundheit – und schließlich auch den Alltag.

Info:

Ratgeber informiert über gesunde Ernährung

Diabetes, die Stoffwechselerkrankung, die zu erhöhten Blutzuckerwerten führt, greift um sich. Allein mit Medikamenten lässt sich die Erkrankung nicht behandeln. Die Umstellung auf eine gesundheitsfördernde Ernährung und Lebensweise spielt eine große Rolle. Der neue Ratgeber „Wie ernähre ich mich bei Diabetes?“ der Verbraucherzentrale erklärt, warum das richtige Essen und Trinken für die Betroffenen so wichtig ist und wie es sich umsetzen lässt.

Kann ich weiter essen, was mir schmeckt? Gibt es besonders geeignete Zutaten? Auf welche Lebensbereiche nimmt die Krankheit Einfluss? Wichtige Fragen wie diese beantwortet das Buch. Dabei behandelt der Ratgeber die verschiedenen Diabetestypen, Ernährungsweisen von Low-Carb bis Vollwert mit Rezepten, Behandlungen, mögliche Komplikationen sowie die Themen Reisen und Sport. Interviews mit Experten, Beispiele aus dem Alltag und Checklisten runden das Informationsangebot ab.

Erhältlich auf www.ratgeber-verbraucherzentrale.de, unter Telefon 0211 – 3 80 95 55, bei den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen und im Buchhandel.

Buch: Wie ernähre ich mich bei Diabetes

Weitere Informationen bieten auch Portale im Internet. Zum Beispiel:

https://diabetes-selbsthilfe.com/

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