Etsdorf bei Freudenberg
27.01.2020 - 10:25 Uhr

Neujahrsempfang der Gemeinde Freudenberg im Tempelmuseum in Etsdorf

Eine große Leuchtschrift mit dem Wort Europa weist den Weg ins Tempelmuseum in Etsdorf. Dort tagt jedoch nicht der Europarat, sondern haben Bürgermeister Alwin Märkl und seine beiden Stellvertreter unzählige Hände zu schütteln.

Groß ist die Schar der geladenen Gäste beim Neujahrsempfang der Gemeinde Freudenberg. Bild: sche
Groß ist die Schar der geladenen Gäste beim Neujahrsempfang der Gemeinde Freudenberg.
Bürgermeister Alwin Märkl in seiner Neujahrsansprache: "Jeder Mensch hat Ziele, mit denen er sich und sein Leben voranbringen und verändern will. Das gilt auch für die Kommunen." Bild: sche
Bürgermeister Alwin Märkl in seiner Neujahrsansprache: "Jeder Mensch hat Ziele, mit denen er sich und sein Leben voranbringen und verändern will. Das gilt auch für die Kommunen."
Bürgermeister Alwin Märkl und seine beiden Stellvertreter Franz Weiß und Benno Schißlbauer durften beim Empfang zahlreiche Hände schütteln Bild: sche
Bürgermeister Alwin Märkl und seine beiden Stellvertreter Franz Weiß und Benno Schißlbauer durften beim Empfang zahlreiche Hände schütteln

Als ein gutes Zeichen der Verbundenheit mit der Gemeinde Freudenberg wertete Märkl, dass die Vertreter aus Politik und Wirtschaft, von den Kirchen, Vereinen und Verbänden so zahlreich zum Neujahrsempfang in das Tempelmuseum in Etsdorf gekommen waren. Musikalisch wurde die Veranstaltung vom Trio Burst begleitet.

Die Neujahrsrede des Gemeindeoberhaupts zielte sowohl auf die Erfolge der Vergangenheit als auch auf die Aufgaben der Zukunft auf kommunaler Ebene ab. Märkl wollte aber nicht die Augen vor der Weltpolitik verschließen. Bezugnehmend auf einen Zeitungsartikel aus dem Jahre 1913, in dem der Londoner Bürgermeister Thomas Bowater die Zukunft der Welt in 100 Jahren voraussagte, wagte er eine Zeitreise in das Jahr 2120.

Zurück in der Gegenwart, sagte Märkl: "Glücklicherweise leben wir alle den ständigen Dialog." Es brauche den Interessenausgleich und die Übereinkunft, die Gemeinde weiter zu entwickeln, um große Projekte durchzuziehen und große Aufgaben bewältigen zu können. Es bedürfe einer vertrauensvollen Zusammenarbeit, wie si sich zwischen den Menschen in der Gemeinde entwickelt habe, sei dies doch eine ihrer größten Stärken. Alle sollte das Interesse an einer guten Entwicklung der Gemeinde verbinden. Dazu gehört laut Märkl die Fertigstellung mehrerer Projekte, die den Gemeinderat schon einige Zeit begleiteten, wie das Baugebiet Aschach Ost, die Dorferneuerung Bühl, die Sanierung des alten Forsthauses oder die Erneuerung der Brücke in der Johannisbergstraße.

Einen Meilenstein und richtungsweisend für die Zukunft nannte der Bürgermeister den Wasserpakt mit den Stadtwerken Amberg. "Hier konnten wirkliche Synergieeffekte genutzt sowie die Vorteile aller ökologischen und ökonomischen Varianten zusammengeführt werden", stellte er fest. In diesem Jahr stünden ebenfalls einige Mammutaufgaben an. So die Fertigstellung der Wasser- und Abwasseranlage in Immenstetten oder der Start in die Umsetzung der Neuordnung bei der gemeindlichen Wasserversorgung.

Doch genauso wichtig wie solche Großprojekte erachtete Alwin Märkl die vielen Themen, die nicht ganz so prestigeträchtig daherkämen, aber doch von besonderer Bedeutung seien. Zu diesen zählte er die weitere Schaffung von Möglichkeiten der Wohnbebauung. Eine lebenswerte Gemeinde brauche aber auch eine moderne und verlässliche Infrastruktur sowohl für junge Familien als auch für Senioren. Die Krippe und die Kindergärten seien ausgebucht, leider könne er das vom Sorgenkind, der Schule, nicht sagen. Immer mehr Kinder besuchten eine weiterführende Schule, so dass in Wutschdorf und vier in Lintach nur noch sieben Klassen verblieben. Nichtdestotrotz habe man die Außensanierung der Grund- und Mittelschule in Wutschdorf abgeschlossen, in diesem Jahr beginne die Innensanierung.

Als eine Herzensangelegenheit bezeichnete Märkl die Übergabe von Flächen aus dem Ökokonto an den Landesbund für Vogelschutz zur bestmöglichen Betreuung. Diese Organisation kümmere sich ehrenamtlich mit viel Liebe um seltene und besonders schützenswerte Tiere und deren Lebensräume. Besonnenheit, Ehrlichkeit und adäquates Handeln forderte er bei den Lösungen zum weltweiten Klimaschutz ein.

Im Übrigen habe er den Eindruck, "dass ein Problem, wenn es von staatlicher Seite nicht gelöst werden könne, unter dem Deckmantel der kommunalen Selbstbestimmung nach unten delegiert wird". Auf dieser Ebene kümmere man sich, suche Lösungen und setze diese auch um. Der Staat spare sich dadurch Zeit und Geld und Ärger sowieso. Und die Kommunen bekämen täglich mehr Aufgaben, wie zuletzt bei der Standortsuche für Mobilfunkmasten oder der Umsetzung bei den Elektrosäulen.

Man dürfe aber vieler Krisen und Umbrüche den Mut nicht verlieren und müsse mit Zuversicht nach vorn zu blicken, appellierte das Gemeindeoberhaupt. Nach einem Grußwort des Hausherrn und „Tempelvaters“ Wilhelm Koch traten die Gäste an das reichhaltige Büfett und widmeten sich in ihren Gesprächen den Vorsätzen für das Jahr 2020.

 
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