Etzelwang
07.07.2019 - 10:24 Uhr

Drei Dorferneuerungen am Start

Eine Bürgerversammlung im Jahr gehört zum Pflichtprogramm bayerischer Kommunen. Die Gemeinde Etzelwang geht über das Soll hinaus.

Das Lehental sieht nach Etzelwang und Kirchenreinbach als dritter Ortsteil einer Dorferneuerung entgegen. Bild: ds
Das Lehental sieht nach Etzelwang und Kirchenreinbach als dritter Ortsteil einer Dorferneuerung entgegen.

Bürgermeister Roman Berr lud zu zwei Bürgerversammlungen in Gerhardsberg im Gasthaus Zur Linde und in Neutras im Café Zum Res´n ein. Eingangs informierte er jeweils über aktuelle Projekte der Gemeinde.

So berichtete er von Überlegungen, das Schulgebäude in Etzelwang abzureißen und nur die Turnhalle zu erhalten. Die freiwerdende Fläche könnte für den Bau neuer Mietshäuser genutzt werden.

Derzeit laufen drei Dorferneuerungen. In Etzelwang steht heuer die Gestaltung des Badparkplatzes an, für die Eigenmittel von 166 300 Euro angesetzt sind. Der Dorfplatz in Kirchenreinbach soll bis 2020 fertig sein. Gleichzeitig werde die Wasserführung am Achtler Weg verbessert. Hier rechne die Gemeinde mit 499 000 Euro an Kosten.

Die Dorferneuerung im Lehental sei für 2021/2022 vorgesehen. Der Bürgermeister erinnerte daran, dass auch Privatmaßnahmen unter bestimmten Voraussetzungen mit 20 Prozent Zuschuss gefördert werden können.

Für den Geh- und Radweg von Etzelwang nach Lehendorf muss die Gemeinde 80 000 Euro aufwenden; weitere 70 000 Euro kostet die Beleuchtung. Bei den Brückensanierungen der Deutschen Bahn ergriff die Gemeinde die Gelegenheit, die Zufahrt zu den landwirtschaftlichen Flächen und zum Sportgelände so zu verändern. dass sie auch größere Fahrzeuge passieren können. Dafür musste sie 352 000 Euro beisteuern. Berr sprach von "einer sinnvollen Investition für die nächsten hundert Jahre". Das Hochwasserschutzkonzept sei noch im Wartestand. Eine Kontrolle der Brücken in der Gemeinde auf ihren baulichen Zustand sei in Vorbereitung. Der Breitbandausbau sei bis auf wenige Einzelanwesen abgeschlossen. Bei der Telekom bestehe großer Auftragsstau, so dass kleinere Maßnahmen warten müssen.

Zu den dringenden Aufgaben zählte Roman Berr die schrittweise Sanierung der Gemeindestraßen. Als vordringlich werden zunächst die Strecken von Lehendorf nach Neutras sowie von Kirchenreinbach nach Schmidtstadt angesehen. Die Kläranalage sei zwar in die Jahre gekommen, aber dank einiger Erneuerungen in einem guten Zustand.

Gemeinderat Willfried Schmidt machte auf die neu geschaffene Funktion der Seniorenbeauftragten für die Gemeinden Etzelwang und Neukirchen aufmerksam. Um die Wünsche der älteren Bürger zu erfahren, werde der nächste Gemeindebrief Fragen an sie enthalten. Schmidt kündigte die Absicht an, ein Mitfahrbankl für Leute ohne eigenes Fahrzeug einzuführen. Diese Einrichtung sollte aber nicht auf Senioren beschränkt bleiben, bat Stefan Buchkremer.

Aus den Reihen der Bürger im Gasthaus Zur Linde in Gerhardsberg bemängelte Kurt Freibott den abgesenkten Bordstein am Gasthaus Peterhof in Lehendorf, der zum Befahren des Geh- und Radweges verleite. Er beklagte zu schnelles Fahren in den Ortschaften und schlug vor, die Straßenbeleuchtung zeitweise abzuschalten.

Im Café Zum Res´n in Neutras schlug Friedrich Einenkel vor, bei der Dorferneuerung Etzelwang eine öffentliche Toilette vorzusehen. Dazu müsste nur, wie Dieter Bielesch einwarf, das WC im Gemeindestadel zugänglich gemacht werden. Einenkel beklagte auch die große Lücke im Handy-Netz in Etzelwang. Bürgermeister Berr berichtete von Plänen für zwei neue Funkmasten.

Weiter sprach Einenkel das gestiegene Verkehrsaufkommen im Norden Etzelwangs durch das Baugebiet Schlossblick an. Auf den zum Teil engen Straßen werde zu schnell gefahren. Er empfahl, eine Tempo 30-Zone einzurichten. Dieter Bielesch kritisierte, dass der Radweg zwischen Etzelwang und Lehendorf nicht als solcher erkannt werde. Er müsste deutlicher gekennzeichnet werden. Für den Stand der Verhandlungen über die Ostspange von der Kreisstraße zum Mühlweg interessierte sich Josef Wagner. Das Wasserwirtschaftsamt stelle hohe Anforderungen wegen der Überbrückung des Etzelbachs und der Hochwassergefahr, erklärte der Bürgermeister. Nach dem Ende der Baumaßnahmen im Dorfkern bestehe kein zwingender Grund mehr, eine Ausweichroute zum Mühlweg zu schaffen. Deshalb sei dieses Vorhaben in der Prioritätenliste weit nach hinten gerutscht. Ingrid Mallmann erkundigte sich nach der Betreuung von Fundtieren, nachdem der Vertrag mit dem Tierheim Amberg gekündigt wurde. Gleichzeitig wollte sie wissen, was mit der Hundesteuer geschieht, nachdem in der Gemeinde keine Hundeklos vorhanden sind. Der Bürgermeister versicherte, Fundtiere würden auch weiterhin artgerecht versorgt. Die Einrichtung von Hundeklos habe der Gemeinderat abgelehnt, weil ihre Pflege einen hohen Zeitaufwand verursache und sie nicht jeder Halter eines Vierbeiners nutze.

 
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